SG Köndringen/Teningen schlägt Favorit Wölfe Würzburg mit 39:38
Teningen. Zum Start der Drittligasaison erlebten rund 750 Besucher am Samstag in der Ludwig-Jahn-Halle einen spektakulären und spannenden Handballkrimi. Die SG Köndringen/Teningen rang den Titelaspiranten Wölfe Würzburg mit 39:38-Toren sprichwörtlich nieder. Ein Auftakt nach Maß, der nach dem Spiel von Spielern, Verantwortlichen und Fans euphorisch gefeiert wurde.
Philipp Grangé sollte Recht behalten. „Wenn wir eines der großen Teams schlagen können, dann wohl eher zu Beginn der Runde“, so der SG-Teammanager im ET-Gespräch am Rande des letzten Testspiels gegen Schutterwald.
Peter Feißt sorgt für frühe Führung
Die Wölfe aus Würzburg, trainiert von Ex-Nationalspieler Heiko Karrer, verpassten in der Vorsaison knapp den Wiederaufstieg in die 2. Handball-Bundesliga. Die SG, Regionalliga-Meister mit 58:2 Punkten, strotzte vor Selbstbewusstsein und agierte rotzfrech – insbesondere Youngster Peter Feißt. Der wieselflinke Rechtsaußen, gerade 18 Jahre alt, stellte mit schnellen Tempogegenstößen innerhalb von zwei Minuten auf 3:0 für die Hausherren.
Würzburg war sichtlich überrascht und fand schwer ins Spiel. Nur Linksaußen Tim Bauder und Rückraumspieler Malte Dederding hielten dagegen. Doch in der 15. Minute führte das Team von SG-Trainer Ivan Mlinarevic bereits mit 14:9. Eine rote Karte gegen Würzburgs Abwehrchef nach hartem Einsteigen gegen SG-Spielmacher Pascal Helm brachte die Gäste zusätzlich aus dem Tritt. Dennoch verkürzten die Wölfe bis zur Pause auf 20:22.
SG bleibt cool in hektischer Schlussphase
Nach der Halbzeit agierten die Wölfe agiler und glichen nach vier Minuten aus. Kurz darauf gingen sie erstmals in Führung. Doch die SG blieb ruhig und erspielte sich in der 45. Minute wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung (32:30). Auch die roten Karten gegen Andreas Bühler (3×2 Minuten) und Alexander Momber brachten keinen Bruch ins Spiel.
Die Stimmung in der Halle kochte. Selbst nach dem 37:37-Ausgleich in der 57. Minute behielt das Heimteam die Nerven. Torwart Clement Gaudin parierte in der Schlussminute den letzten Würzburger Wurf – der Sieg war perfekt.
Pascal Helm glänzte als Regisseur mit elf Treffern. Auch Peter Feißt (8 Tore) überzeugte. Die SG zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung – der Überraschungssieg war verdient. Jeder Spieler kämpfte bis zum Umfallen. Chapeau!
Ausblick: Auswärtsfahrt und nächstes Heimspiel
Nächste Woche am Samstag steht das erste Auswärtsspiel beim TuS Fürstenfeldbruck an. Für die Fahrt ist ein Fanbus organisiert. Am Samstag, 6. September, empfängt die SG zuhause die HSG Konstanz – einen weiteren Topfavoriten der Staffel Süd.
Emanuel Bello/Thomas Gaess