Was beschäftigt Erstwähler?

Stadt und Landeszentrale für politische Bildung hatten zu Podiumsdiskussionen eingeladenBad Krozingen. Sollten sich die anwesenden Gemeinderäte am vergangenen Montag auf einen gemütlichen Plausch mit Schülerinnen und Schülern der Max-Planck-Realschule eingestellt haben, wurden sie schnell eines Besseren belehrt: Denn die jungen Moderatorinnen hatten sich offensichtlich gründlich vorbereitet und schonten ihre Gäste nicht.

Gute zwei Stunden dauerte die Erstwählerveranstaltung mit Podiumsdiskussion am vergangenen Montag in der Max-Planck-Realschule, zu der die Stadt und die Landeszentrale für politische Bildung die Werkreal- und Realschüler eingeladen hatten. Am gestrigen Dienstag wurde das selbe Konzept auch am Kreisgymnasium angeboten. Mit Peter Falk (SPD), Corinna Quartier (Bündnis 90/Die Grünen), Volker Schmitt (Krozinger Bürgerforum), Frank Nopper (FDP) und Sabine Pfefferle (CDU) waren Kandidaten aller zur Gemeinderatswahl in Bad Krozingen antretenden  Parteien der Einladung in die Max-Planck-Realschule gefolgt. 


Zum zweiten Mal nach 2014 haben bereits  16-jährige  die Möglichkeit am 26. Mai im Zuge der Kommunalwahlen ihre politischen Vertreter zu wählen. Um  die Wichtigkeit von dieser Gelegenheit Gebrauch zu machen, zu verdeutlichen, hatten Schüler der 10. Klassen der Max-Planck-Realschule einen sehenswerten  Film  produziert, der eingangs gezeigt wurde. Die beiden Vertreter der Landeszentrale für politische Bildung, Selina Luy und Benedikt Hohmann testeten in der Folge erstmal einige grundlegende Präferenzen der Gemeinderäte:  Fortbewegung auf dem Fahrrad oder mit dem  Auto, Engagement in Flüchtlingshilfe oder Fußballverein, „der Nutella“ oder „die Nutella“ hieß es in diesem Zusammenhang.


Den Großteil des Montagmorgens machte aber die Podiumsdiskussion aus, die in zwei Teile aufgeteilt von den Schülerinnen Hilde Fischer, Jana Hottmann, Mira Friedrich und Anna Glatter geleitet wurde und einen Einblick in die Lebenswelt und Sorgen jüngerer Wähler ermöglichte. Im Fokus des ersten Blocks stand die für die Schüler unbefriedigende Situation der Werkrealschule und der Realschule insbesondere im Vergleich zum Kreisgymnasium. Bemängelt wurde  die Überfüllung der Realschule, die „ekligen Toiletten“, die schlechte technische Ausstattung der Schulen  sowie die Tatsache, dass Realschüler in der gemeinsamen Cafeteria für das selbe Essen mehr bezahlen müssten als Schüler des benachbarten Gymnasiums. Auch wie es um die Zukunft der Werkrealschule bestellt sei, wurde aus dem Publikum gefragt.


Im zweiten Block des Vormittags standen die Entwicklung Bad Krozingens und der Naturschutz im Vordergrund. Die Schüler beschäftigte, ob weitere Wohngebiete geplant seien, warum Bäume, die auf Bebauungsplänen eingezeichnet seien, nicht gepflanzt worden wären und warum man um der Versiegelung von Grünflächen entgegenzutreten nicht intensiver an Dachbegrünungen im Kurort arbeiten würde. 
Die Kandidaten ihrerseits zeigten großes Verständnis für die  Sorgen der Schüler und gingen detailliert auf die ihnen gestellten Fragen ein. Auch das junge Publikum beteiligte sich immer wieder an der Diskussion und bewies  Interesse an den kommunalpolitischen Fragen. Ein Diskurs also, von dem alle Beteiligten profitiert haben dürften. David Hildebrandt