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Wechsel bei der Sexauer Feuerwehr: Frank Birkhofer gibt das Kommando an Albrecht Gutjahr weiter

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Sexau stehen wichtige Veränderungen an. In absehbarer Zeit wird das in die Jahre gekommene Gerätehaus im Wassergässle durch einen Neubau im Erlengraben ersetzt. Seit Samstagabend ist zudem klar, dass der Einzug in das neue Domizil unter einer neuen Führungsspitze erfolgen wird.

Im Rahmen der alljährlichen Hauptversammlung wurde Albrecht Gutjahr von den Kameraden einstimmig zum neuen Kommandanten gewählt. Der 53-jährige Gruppenführer verfügt über viel Erfahrung. Seit 35 Jahren ist er aktives Mitglied der Sexauer Wehr, zuletzt hatte er das Amt des Zugführers inne. Neugewählt wurde am Samstag außerdem sein Stellvertretender. Künftig wird Matthias Schrodi den Posten des „Vize“ ausüben. Er folgt auf Stefan Gerber. Was nun noch fehlt, ist die formale Bestätigung durch den Gemeinderat.

Der Wechsel war geplant. Schon vor fünf Jahren hatte der bisherige Kommandant Frank Birkhofer angekündigt, dass er sich 2026 nicht mehr zu Wahl stellen werde. In der Zwischenzeit fädelte ein Gremium um den Sexauer Ehrenkommandanten und langjährigen Kreisbrandmeister Jörg Berger die Nachfolge ein. Nach 15 Jahren an der Spitze rückt Birkhofer somit zurück ins zweite Glied. Die Versammlung – mit dabei waren Bürgermeister Hendrik Mench und nahezu der komplette Gemeinderat – bedachte ihn mit langem Beifall.

Welche Wertschätzung der 55-jährigen genießt, zeigten die Reden. „Menschlich und fachlich leistete er stets mehr als das, was man erwarten konnte“, sagte einer der aktiven Mitglieder. Kreisbrandmeister Christian Leiberich attestierte Birkhofer „ein sehr gut bestelltes Haus“. DRK-Bereitschaftsleiterin Tanja Singler bezeichnete ihn als „echte Führungspersönlichkeit, der man vertrauen kann“. Vom Kreisverbandsvorsitzenden Nico Zimmermann erhielt Birkhofer das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Bürgermeister Mench ernannte ihn zum „Ehrenkommandanten“.

Im Rahmen der Versammlung blickten die Kameraden auf das Jahr 2025 zurück. Schriftführer Andreas Bosse führte 66 Alarmierungen auf, darunter sechs Brände und mehr als 53 technische Hilfeleistungen mit vier Menschenrettungen. Ein Augenmerk legte er dabei auf die Großschadenslage am 20. und 21. August. In jener Nacht habe ein Unwetter mit 170 Litern Regen pro Quadratmeter das Dorf in „eine Landschaft voller Gefahrenstellen“ verwandelt. Das Ereignis habe vergegenwärtigt, „wie verletzlich wir gegenüber Naturgewalten sind“. Gleichzeitig hat es „gezeigt, wie stark wir als Gemeinschaft sein können“.

„Es war ein besonderes Ereignis“, bestätigte Frank Birkhofer in seinem Rückblick. Zwischen dem Löwengarten und dem Buchholzer Weg seien 41 Einsatzstellen zu bewältigen gewesen. Im Gerätehaus habe man extra eine Zentrale gebildet. Von dort aus seien die Einsätze koordiniert worden. Positive Erfahrungen habe man mit dem Digitalfunk sammeln können. Die Funkgeräte der Fahrzeuge seien jeweils auf die Lokalgruppe umgestellt worden. „Viele Mitbürger konnten sich auch selbst helfen und zeigten Verständnis dafür, dass wir nicht überall gleichzeitig sein konnten“, erwählte der Noch-Kommandant die Solidarität innerhalb Sexaus.

Personell ist die Sexauer Wehr gut aufgestellt. Aktuell besteht die aktive Mannschaft aus 39 Mitgliedern, darunter 16 Atemschutzgeräteträgern, 15 Maschinisten und zehn Absolventen des Lehrgangs zur Absturzsicherung. Hans-Peter Holzer und Hans Spöri rückten in die Altersabteilung, der nun 16 Senioren angehören. Dafür wurden mit Leony Gutjahr, Svenja Herr und Luis Zimmermann drei junge Kräfte neu verpflichtet. „Für die Zukunft wäre es gut, wenn die Zahl der Aktiven wieder Richtung 50 ginge. Auch sollten wir mehr Atemschutzgeräteträger haben“, so Birkhofer. Den Blick richtete er dabei auf die 2016 gegründete Jugendfeuerwehr und deren elf Mitglieder.

Konkretere Formen nimmt das neue Feuerwehrhaus an. Am 6. Februar tagt das Preisgericht des Architektenwettbewerbs, am 7. und 8. Februar können in der Bürgerbegegnung die Modelle begutachtet werden. Freuen dürfen sich die Kameraden zudem auf einen neuen Gerätewagen Logistik. Der Gemeinderat hat das Fahrzeug in Auftrag gegeben, die Auslieferung soll 2027 erfolgen. Für die Ersatzbeschaffung des LF 16 TS wird in diesem Jahr noch der Zuschussantrag gestellt. Schon Ende 2024 hatte man den Digitalfunk im Gerätehaus installiert, kurz darauf wurden die Fahrzeuge damit ausgestattet.

„Danke für all das, was sie leisten – es ist nicht selbstverständlich“, sagte Hendrik Mench in seiner Rede. Der Rathauschef hatte sichtlich Freude an der Versammlung. Er nahm die Entlastung vor, verpflichtete die Neuzugänge, führte Ehrungen durch und leitete die Wahlen des neuen Führungs-Duos und des Feuerwehrausschusses. Neben Frank Birkhofer wurden viele weitere Kameraden ausgezeichnet. Harald Gerber (23 Jahre Schatzmeister) und Stefan Gerber (15 Jahre Vize-Kommandant) erhielten die Silberne Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes. Letzterer wurde gemeinsam mit Hans Spöri zudem zum Ehrenmitglied ernannt. Daniel Gorzalka