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Feste Gebäude statt Container: In Teningen, Reute und Vörstetten werden weitere „Herbolzheimer Modelle“ realisiert

Für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten und Asylsuchenden stehen im Landkreis derzeit 1.088 Plätze zur Verfügung. Deren Auslastung liegt aktuell bei 70 Prozent. Mittelfristig will die Kreisverwaltung, die die Einrichtungen betreibt, die kostspieligen Containerunterkünfte auslaufen lassen.

 An ihre Stelle soll nach und nach das wesentlich wirtschaftlichere „Herbolzheimer Modell“ treten. Dabei handelt es sich um feste Gebäude zur vorläufigen Unterbringung. Das Prinzip: die örtliche Gemeinde plant, finanziert und baut die Einrichtung. Der Kreis wiederum mietet die Plätze für 20 bzw. 25 Jahre an, sodass sich die Investition wieder amortisiert. Auf diese Weise wurden in Herbolzheim, Kenzingen, Wyhl, Malterdingen, Endingen, Sexau, Bahlingen und Denzlingen bislang acht Gebäude mit insgesamt 400 Plätzen realisiert.

„Bis 2028 sollen drei weitere Einrichtungen nach dem Herbolzheimer Modell dazu kommen“, sagte Philipp Mattmüller vom Amt für Flüchtlingsaufnahme und Integration letzte Woche in der Kreistagssitzung. In Teningen, Reute und Vörstetten liefen bereits entsprechende Planungen. Auf diese Weise kämen mittelfristig etwa 130 weitere Plätze hinzu. Parallel dazu baue der Kreis die Containerunterkünfte ab. 2027 werde dies in Denzlingen, Emmendingen, Malterdingen und Teningen, 2028 in Riegel und Reute der Fall sein.

„Wir werden mit dem Herbolzheimer Modell weiter auf die Kommunen zugehen – 700 bis 800 Plätze sind das Ziel“, sagte Landrat Hanno Hurth. Auch im Kreistag herrscht Konsens über die Win-Win-Situation. Roman Götzmann (SPD) appellierte an die interessierten Städte und Gemeinde daher „am Ball zu bleiben“. Emmendingen OB Stefan Schlatterer lobte das Herbolzheimer Modell ebenfalls, wies jedoch darauf hin, dass die Kommunen vor allem die Anschlussunterbringung zu bewältigen hätten. Daniel Gorzalka