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Fasnachtskönigin 2026: Michelle I. schwingt in Emmendingen das Narrenzepter

2026 ist ein besonderes Jahr für die Emmendinger Fasnachtsgesellschaft, denn die EFG feiert ihr närrisches Jubiläum. Vergangenen Freitag wurde die Kampagne im katholischen Gemeindezentrum mit Abordnungen von 15 Zünften und Vereinen sowie Schirmherr OB Stefan Schlatterer stimmungsvoll eröffnet und die neue EFG-Fasnachtskönigin Michelle I. inthronisiert.  

Michelle I., mit bürgerlichem Namen Michelle Böcherer, schwingt in der aktuellen Kampagne das Zepter. Die 24-jährige Konditorin, die ursprünglich aus Teningen stammt, ist von Kindesbeinen an mit dem Fasnetsvirus infiziert. Denn die ganze Familie, ihre Eltern und ihre Brüder Marcel und Manuel, sind seit Jahrzehnten bei den Emmendinger Schwarzlock-Häxen aktiv. Auch die närrische Hoheit gehörte 13 Jahre der Zunft aus dem Bürkle-Bleiche Gebiet an. Vor drei Jahren wechselte sie zu den „Ämädinger Fellteyfel“ und wurde dort quasi als neue Fasnets-Queen entdeckt. „Ich freue mich besonders auf den Schmudo und den Umzug am Fasnachtssonntag“, betont die aufgeschlossene, kommunikative Närrin im ET-Gespräch, die gerne unter Menschen ist, feiert, und auch den Kundenkontakt in ihrem Beruf nicht vermissen möchte. In ihrer Freizeit ist sie vorwiegend sportlich unterwegs. Sie spielt aktiv Volleyball bei der VSG Mundingen und trainiert im Fitnessstudio. Am Freitag wurde sie von EFG-Präsident Maurice Geisert mit den königlichen Insignien ausgestattet.  Vorgängerin Anja I. (Anja Hiss) wurde ehrenvoll verabschiedet. Gemäß dem feierlichen Anlass sorgten die „Hachberger Herolde“ mit ihren Fanfaren und Landsknechtstrommeln für den lautstarken Auftakt der Veranstaltung. Beim 66. EFG-Geburtstag durfte der Emmendinger Narrenmarsch natürlich nicht fehlen. Der 25-jährige EFG-Präsident, der bereits seit 16 Jahren auf der Bühne steht, begeisterte auch mit seinen Gesangsauftritten. So sorgte er zu Beginn mit einer besonderen Version des Fasnet-Klassikers „Hände zum Himmel“ für das erste Stimmungshoch im Saal. Als Schlagerlegende „Heino“ riss er die närrischen Gäste später zu Begeisterungsstürmen hin.

Ehrungen und Trump-Parodien

Bei der Veranstaltung wurden verdiente Fasnetsakteure, Gönner und Unterstützer mit der EFG-Jubiläumsmedaille geehrt. So unter anderem Tambourmajor Uli Armbruster (Herolde), Hansele-Zunftmeisterin Petra Artech, die aktiven Ehrenelferräte Clemens Geisert und Michael Braun, Ex-Elfer Peter Rusch, die Ehrenkappenträger Stefan Schlatterer und Alfred Haas sowie EFG-Ehrenpräsident Gerhard Bürklin. Für die verstorbenen EFG-Legenden, Richie Bäuerle, Gene Wibel, Peter van der Kleij sowie Ex-Elferrat Tomi Mamic wurde eine Gedenkminute eingelegt. Stadtpfarrer und Ehrenkappenträger Herbert Rochlitz erhielt eine Ehrenurkunde für das 10-jährige Bühnenjubiläum. Als „Bänkelsänger von Baden“ sorgte er einmal mehr für Lachsalven im Saal. Mit charakteristischer Perücke und „Stars & Stripes“-Gilet nahm er in einem „Trump-lastigen Jahr“ den amerikanischen Präsidenten gekonnt aufs Korn. Zu bekannten Melodien thematisierte er dessen Grönland-Fantasien und den „Riviera-Traum“ vom Gaza-Streifen. Textauszug: „Leider ist aus einem kleinen, verzogenen Jungen der mächtigste Mann der Welt geworden!“ Auch EFG-Elferrat Clemens Kunzweiler kam in seiner Bütt nicht am permanent für Schlagzeilen sorgenden Trump vorbei. Er schlug vor, Grönland künftig in Epstein-Island umzubenennen und machte sich auch zur FIFA-Friedenspreis-Verleihung seine Gedanken: „Das ist ungefähr so, wie wenn Alice Weidel mit dem Integrations-Bambi ausgezeichnet würde!“ Mit dem leicht abgewandelten Udo Jürgens-Hit „Mit 66 Jahren, da fängt die Fasnet an…“ und dem traditionellen Narrensuppenessen, verbunden mit einem Dank an die Köche und Sponsoren Hans-Joachim und Monika Wipfler, ging der Fasnetsauftakt zu Ende.

Text und Fotos: Thomas Gaess