WZO

Kläpperle betonten närrische Stimmung

Waldkirch (est). Reisten die Frauen der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) bei ihrer Elfimess Motto mäßig 2024 nach Mallorca und im vergangenen Jahr nach München zum Oktoberfest, ging es am diesjährigen Rosenmontag im katholischen Gemeindehaus imaginär nach Köln. Zwischen den Narri-Narro-Rufen war daher immer wieder auch das Kölner „Alaaf“ zu hören.
Schon vor dem eigentlichen Programm, das mit 14 Auftritten gespickt war, herrschte eine ausgelassene Stimmung im vollbesetzten Saal, wozu auch das Kläppern – die Frauen wussten ihre Kläpperle bestens zu handhaben – zu den Schlagern, die DJ Daniel alias „Daniela“ auflegte, ein besonderes Stimmungsflair beitrug. (Eine kleine akustische Kostprobe hier zu hören.) Erfolgreich war auch der letztjährige Aufruf, BHs zu spenden, um die Fetzen der Dekoration damit auszutauschen.
Wie gewohnt führten Barbara Hentschel und Sandra Bienen mit viel Witz und Charme durch das Programm, das von den „Alte Jungfern“ als Cowgirls mit einem Line-Dance eröffnet wurde. Leonie Hoch und Carolin Blattert hatten das Gefühl der Ausgrenzung als „Un-Tätowierte“ musikalisch auf die Schippe genommen und ernteten dafür tosenden Applaus. Auch mit den Beschreibungen von alltäglichen Hürden der „Familienmanagerin“ Barbara Fahrländer konnten sich die Frauen bestens identifizieren und stimmten lautstark in ihren Refrain „… die Männer daheim sin uns – Wurst!“ ein.
Dass die Frauen auch technisch was auf dem Kasten haben, bewiesen Katharina Fackler, Karin Läufer, Conny Klausmann und Michaela Maas als „Batwomens“. Sie hatten ein Quiz vorbereitet, bei dem nach dem Einloggen über einen QR-Code in Gruppen das Publikum live teilnehmen konnte. 37 Gruppen versuchten die Fragen richtig und möglichst schnell zu beantworten. Darunter auch die Frage, wie viele BHs letztendlich im Saal präsent waren? Das bezog die von den rund 200 Besucherinnen getragenen in die Zahl der Dekoration von 80 BHs mit ein. Quizgewinner waren schließlich die Gruppe der „Kandelhexinnen“ ganz hinten im Saal.
Die Waldkircher Ortsteile und besonders Kollnau hatte „die Kollnauerin“ Isi Worms auf dem Schirm. Kurzerhand vereinnahmte sie die „Kastelburg“ als Kollnauer Wahrzeichen, dem die anwesenden Stadt-Waldkircherinnen nicht unbedingt zustimmten. Die Eigenheiten der Ortsteile wurden von ihr versöhnlich am Ende zusammengeführt und das Gemeinschaftsgefühl beschworen.
Nach der Pause glänzte die Sächsin Josephine Jaßlauk-Groß als „De Mändieh aus L.E. (Leipzig)“ mit ihrem Crash-Kurs in Sächsisch. Besonders die Aussprache von Vornamen für das gemeinsame Kind mit ihrem „Süßer“ (Paul) aus dem Badischen Waldkirch sorgten für viel Gelächter und mündeten in Ständing Oväschons“, wie sie selbst es sächsisch ausdrücken würde.
Amore, Strand und Sonne suchten die „Deyfelswieber“ in Bella Italia, speziell auf der Insel Capri. Sie mussten letztendlich feststellen, dass mit allem „außer Spesen nix gewesen“ sei und sie ernüchtert zu ihren zuhause gebliebenen Männer zurückkehrten. Silvia Geng alias „Putzfrau Malvine“ plauderte aus dem Nähkästchen und präsentierte authentisch „Anti-Männer-Kalauer“. Die Schlüppischläger*innen“ setzten mit Liedstrophen unter der Gürtellinie dem noch eins drauf. Ebenso erzählten „Die drei Rotzgören“ von ihrem Kummer mit den Männern und dem schweren Frauendasein. Den glorreichen Abschluss des Programms bildeten nach über vier Stunden die „Mädels der Bajass-Tanzgruppe“ als Kölner Gardemädels mit einer vergnüglichen Gardetanzdarbietung.
Wieder einmal haben es die Frauen der kfd Waldkirch geschafft, ein unterhaltsames Gegenprogramm zur „Elfimess“ der Männer in der Stadthalle zu bieten. Die Eintrittskarten im nächsten Jahr werden wohl ebenso schnell verkauft sein, wie in diesem Jahr. Die Erlöse der Einnahmen werden gespendet an den Lachverband (Clowns) in St. Nikolai und den Sozialverband der katholischen Frauen.