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Wenn nicht jetzt, wann dann? SG-Handballer empfangen heute den Mitaufsteiger TV Erlangen-Bruck

Nach der Niederlage in Leutershausen am vergangenen Wochenende wird die Luft im Abstiegskampf für den Handball-Drittligisten SG Köndringen/Teningen (SG) immer dünner. Im Heimspiel gegen den TV Erlangen-Bruck haben sich Chefcoach Ivan Mlinarevic und sein Team deshalb viel vorgenommen. Sie wollen die Punkte zu Hause behalten und ihre Fans in der Ludwig-Jahn-Halle mit attraktivem und temporeichem Handball begeistern.

Der Tabellendreizehnte TV Erlangen-Bruck steht da, wo die SG hinwill, nämlich auf einem Nichtabstiegsplatz mit 15:27 Punkten. Die Gelb-Schwarzen haben derzeit sechs Punkte Rückstand (9:31 Punkte) auf den Mitaufsteiger, der sich im bayrischen Stadtderby gegen die Bundesliga-Reserve des HC Erlangen und aktuellen Tabellenzweiten vor anderthalb Wochen nur knapp mit 37:38-Toren geschlagen geben musste. „Das ist eine Mannschaft, die mit viel Tempo spielt und über sehr gut ausgebildete Handballer aus dem Erlanger Nachwuchsinternat verfügt“, weiß der SG-Übungsleiter, der den Gegner schon mehrmals beobachtet hat. Im Hinrundenspiel Anfang Oktober letzten Jahres in der Erlanger Karl-Heinz Hiersemann-Halle unterlagen die Gelb-Schwarzen mit 32:38-Toren. Die SG erwischte einen sehr schlechten Start, lag nach gerade mal neunminütiger Spielzeit schon mit 3:9 Toren zurück und musste in der Folgezeit einem Rückstand hinterherlaufen. Ein Match, in dem der etatmäßige SG-Spielmacher Pascal Helm krankheitsbedingt fehlte. Duplizität der Ereignisse: Auch beim Rückspiel in der Ludwig-Jahn-Halle ist der Ex-Profi, der eine Brustmuskel-OP hinter sich hat, nicht mit dabei. Ebenso wie sein Bruder Maurice Bührer, der aufgrund anhaltender Schulterprobleme schon mehrere Wochen pausieren und aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls operiert werden muss. „Die beiden Topscorer des Teams können wir nicht ersetzen“, will Mlinarevic jedoch nicht jammern, sondern nach vorne schauen. „Mit unseren Fans im Rücken können wir jedes Spiel in der Ludwig-Jahn-Halle gewinnen. Dazu müssen wir allerdings auch an unsere Leistungsgrenze gehen“, gibt sich der Coach zuversichtlich. Und er hat recht. Alle neun Punkte wurden bislang bei Heimspielen geholt.
Leistungsabfall nach gutem Beginn
Sein Team habe in der Vergangenheit gezeigt, dass es erfolgreich spielen könne. Doch dazu müssten die Fehler dezimiert werden. „Vorne und hinten muss alles stimmen, weniger technische Fehler, offensiveres Abwehrverhalten, eine bessere Wurfquote und natürlich eine gute Torhüterleistung“, so der Chefcoach. Im Spiel gegen Saase 3 Leutershausen haben die Gelb-Schwarzen nach gutem Beginn einiges vermissen lassen. Schon nach kurzer Zeit lag die SG mit 8:5-Toren in Front. Die doppelte Unterzahl habe die Hausherren jedoch schnell wieder ins Spiel gebracht, so der Chefcoach. Mit 21:17 für die Hausherren ging es schließlich in die Kabinen. „Direkt nach der Pause agierten wir besser und konnten so auf 19:21 verkürzen. Innerhalb von zehn Minuten zog die SG Leutershausen jedoch auf 27:20 davon und von da an mussten wir einem Rückstand hinterherlaufen“, bilanziert Mlinarevic im ET-Gespräch und macht dafür zahlreiche Fehlwürfe, technische Fehler und nicht zuletzt die hohe Qualität des Gegners im Rückraum mit gestandenen Ex-Bundesligaspielern wie beispielsweise Stefan Salger verantwortlich. Im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger TV Erlangen-Bruck am Samstag soll nicht nur die Wurfausbeute besser werden, setzt der SG-Chefcoach auch auf die lautstarke Unterstützung der Fans in einer hoffentlich ausverkauften Ludwig-Jahn-Halle. Anwurf ist um 20 Uhr.

Text: Thomas Gaess / Foto: Daniel Gorzalka (Archiv)