Niederlage in der Crunch-Time: SG Köndringen/Teningen verliert gegen Erlangen-Bruck mit 32:36
Am Ende standen die Gelb-Schwarzen wieder mal ohne Punkte da, obwohl mehr drin gewesen wäre. Die rund 600 Zuschauer sahen in der Ludwig-Jahn-Halle ein mitreißendes, schnelles und kampfbetontes Spiel der beiden Drittliga-Aufsteiger mit Höhen und Tiefen beider Teams, in dem die bayrischen Gäste nach 60 Minuten die Nase vorn hatten.
In den ersten zehn Spielminuten gestaltete sich das Aufeinandertreffen relativ ausgeglichen, bis der Tabellendreizehnte aus dem Erlanger Stadtteil – begünstigt durch technische Fehler und eklatante Abschlussschwächen der Hausherren – Schritt für Schritt auf 15:9 davonzog. Auch aus den Zeitstrafen der Erlanger konnten die Gelb-Schwarzen keinen Nutzen ziehen, obwohl der Gegner den Torhüter rausnahm und dafür einen sechsten Mann aufs Feld schickte. In der Ludwig-Jahn-Halle waren gerade mal 20 Minuten gespielt und es schien so, als ob sich schon im ersten Spielabschnitt eine Vorentscheidung anbahnen würde. Doch das Team von SG-Chefcoach Ivan Mlinarevic rappelte sich wider Erwarten auf, agierte fortan konsequenter und zielstrebiger und schaffte durch eine furiose Aufholjagd quasi mit dem Pausenpfiff noch den 17:17-Ausgleich. Emanuel Bello, Peter Feißt (jeweils fünf Treffer), die Endres-Brüder Sebastian und Maxi, Jan Ecker und der an diesem Tag sehr gut aufgelegte Jonas Meyer (7 Tore) sorgten mit ihren Treffern bis zur Halbzeit für ein Aufatmen bei SG-Verantwortlichen, Spielern und Zuschauern.
Defizite in der Crunch-Time
Meyer war es auch, der die Gelb-Schwarzen dann im zweiten Spielabschnitt gleich mit 18:17-Toren in Führung brachte. Fortan lag die Wurfquote der SG-Handballer gefühlt bei 100 Prozent und das Team hielt kämpferisch und physisch dagegen. Und nachdem die Führung bis zur 48. Minute sogar auf drei Tore ausgebaut werden konnte, keimte in der Ludwig-Jahn-Halle wieder Hoffnung auf. Ein Heimsieg schien in greifbarer Nähe. Doch danach zeigten die Gelb-Schwarzen wieder ihr anderes Gesicht. Technische Fehler und eine schlechte Wurfausbeute brachten den Gegner wieder ins Spiel. In etwas mehr als zwei Minuten glichen die Erlanger aus und gingen schließlich in der 55. Minute mit 32:31 in Führung. Die SG schaffte zwar durch Maxi Endres nochmals den Ausgleich doch dann war der Bann endgültig gebrochen. Rechtsaußen Jonas Poser, der überragende Akteur auf Seiten des TV Erlangen-Bruck mit insgesamt 15 Treffern, besiegte die Gelb-Schwarzen quasi im Alleingang. Er markierte die letzten fünf Tore des Gegners und legte so den Grundstein für den 36:32-Erfolg der bayrischen Gäste. Im nächsten Spiel, am Sonntag, 8. März, müssen die Teninger Drittliga-Handballer bei der Reserve des Zweitbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten antreten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mlinarevic-Sieben dort in Sachen Kampfgeist und Moral an das Spiel gegen Erlangen-Bruck anknüpfen kann und noch etwas zielstrebiger und konsequenter agieren wird. Das Hinspiel gegen die Schwaben in der Ludwig-Jahn-Halle konnte die SG mit 32:31 für sich entscheiden.
Text und Bilder: Thomas Gaess
