WZO

Mitfahren und mobil sein

Sechs Gemeinden beteiligen sich in der Region an der Mitfahr-Plattform „fahrmob.eco“

 Staufen. Die gute alte Mitfahrgelegenheit, in analogen Zeiten durch handgeschriebene Zettel am schwarzen Brett organisiert, wird mit der Plattform „fahrmob.eco“ digital. Kürzlich wurde das Konzept im Stubenhaus vorgestellt. Eingeladen waren Vereinsvorstände und Gewerbetreibende, sich an dem Projekt zu beteiligen und bei Vereinsmitgliedern oder Mitarbeitern für die Nutzung der Plattform zu werben.

Es waren nicht viele Interessenten gekommen, aber die Zuhörer, die den Weg ins Stubenhaus zur Präsentation der Mitfahrplattform fahrmob.eco gefunden hatten, stellten viele Fragen und beteiligten sich an der Diskussion. Kritik und Verbesserungsvorschläge waren gefragt, denn, wie Michael Sellner vom Verein MobiGeist betonte: „Wir sind noch in der Aufbauphase.“ Der Verein engagiert sich in Zusammenarbeit mit Klimaschutz-Initiativen aus der Region beim Aufbau der Plattform im Südlichen Breisgau. Auch die Staufener Gemeinderäte Dagmar Endle, SPD, und Heinz Ladener, ULS/Grüne, unterstützen das Projekt.
Neben der Stadt Staufen beteiligen sich derzeit sechs weitere Kommunen: Bad Krozingen, Ehrenkirchen und die Hexental-Gemeinden, auch Schallstadt, Heitersheim, Eschbach und der Gewerbepark Breisgau wollen sich anschließen. „fahrmob.eco“ wurde 2019 in Ottobeuren im Allgäu gegründet. Das selbst gesteckte Ziel für den Südlichen Breisgau sind 500 registrierte Fahrer, die ihre Fahrten in der Plattform einstellen. Registrieren kann man sich kostenlos und ohne Mitgliedschaft für einen auf der Plattform angemeldeten Verein oder für eine angemeldete Firma.
Die Mitfahrer bezahlen an den Fahrer 1 Euro je 10 gefahrene Kilometer. Die gesammelten Einnahmen können am Jahresende freiwillig an den jeweiligen Verein gespendet werden, angemeldete Firmen können die Einnahmen der über sie registrierten Fahrer spenden. Der Kontakt zwischen Fahrern und Mitfahrern läuft über die Webseite oder die noch in Entwicklung befindliche App. Die registrierten Fahrer stellen ihre geplanten Fahrten ein, Mitfahrer können sich durch einen integrierten Fahrplan über passende Fahrten informieren. Die Kontaktaufnahme ist anonym, registrierte Fahrer können nach eigener Entscheidung Foto, Handynummer oder E-Mail-Adresse angeben. Sogenannte Verkehrsbotschafter sind in den jeweiligen Vereinen und Firmen Ansprechpartner für die Fahrer. Interessant ist das Angebot durch das Anbieten regelmäßiger Fahrten beispielsweise für Pendler oder für Jugendliche ohne Führerschein zu Vereinstreff oder Schule.
Bei größeren Veranstaltungen können Veranstalter, Vereine oder Kommunen den QR-Code für die App in ihre Werbung integrieren. Aber auch einzelne Fahrten zu Einkauf oder Freizeitaktivitäten kann man buchen. „Weniger Autos bei Veranstaltungen, in Kommunen und auf Firmenparkplätzen, Mobilität an Orten, die keinen ÖPNV-Anschluss haben, Werbemöglichkeiten für Vereine und Geschäfte und soziales Miteinander – das sind die Vorteile des Projekts. Durch das gemeinsame Fahren wird außerdem der Geldbeutel geschont und die Umwelt geschützt“, erklärte Sellner. Infos zur Nutzung und zur Registrierung gibt es auf www.mobigeist.de/fahrmob. Der offizielle Start der Plattform für die breite Öffentlichkeit ist für den 18. April anlässlich der Eröffnung des Faustforums vorgesehen. Dr. Sabine Brandenburg-Frank