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Kommunikation wäre gut

DB stellte Landwirte zwischen Schlatt und Bremgarten vor Tatsachen / Gemeinsame Lösung

Bad Krozingen-Schlatt/Hartheim-Bremgarten. Irritiert waren kürzlich die Bürger in Schlatt und Bremgarten als sie einen neuen Reptilienzaun an der Verbindungsstraße vorfanden – direkt an der Grenze zu den landwirtschaftlichen Flächen. Ein Vor-Ort-Termin mit Akteuren der Bahn und betroffenen Landwirten brachte am gestrigen Dienstag eine Lösung auf den Weg.

Genau ging es um die Frage, wie sich Artenschutz und Naturschutz mit der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in Einklang bringen lässt. In den vergangenen Tagen kochte die Stimmung hoch, denn die Landwirte kamen für die Bewirtschaftung nicht mehr auf ihre Flächen, beziehungsweise mussten an einer Seite auf dem Acker wenden, statt, wie üblich, auf dem angrenzenden Weg. Wird auf dem Feld gewendet, geht das deutlich zu Lasten des Ertrages.
Gleich zu Beginn räumte Stefanie Schröder, bei DB Infrago für die Maßnahme zuständig, ein, dass hier ihrerseits die Kommunikation nicht vorhanden war und entschuldigte sich. Hintergrund des Reptilienzaunes ist, dass im Herbst 2024 auf dem Grünstreifen Mauereidechsen gefunden worden sind. Diese müssen nun an dieser Stelle vergrämt und umgesiedelt werden, da, so die aktuelle Planung, im Frühjahr 2027 mit dem Bau einer Straßenüberführung für das dritte und vierte Gleis begonnen werden soll.
Gestattungsverträge hatte die DB mit der Stadt Bad Krozingen und dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald geschlossen, die angrenzenden Grundstückseigentümer jedoch nicht informiert. „Wir haben immer darauf hingewiesen, dass es zu keinen Einschränkungen für die Landwirte kommen darf“, betonte Bürgermeister Christoph Ober, doch nun seien diese da. Seiner Meinung nach müsste das Ziel sein, dass sowohl eine normale Bewirtschaftung möglich ist, als auch der naturschutzfachlichen Praxis genüge getan wird. „Der Schaden ist schon da“, brachte es auch der BLHV-Kreisvorsitzende Michael Fröhlin auf den Punkt. Dominik Seywald ging sogar einen Schritt weiter und brachte in die Runde ein, dass es gesetzlich geregelt sei, dass die Zufahrt zum eigenen Grundstück von der Erschließungsstraße aus gewährleistet werden muss. Eine Tatsache, die hier nicht beachtet wurde.
Am Dienstagvormittag ging es nun darum eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das wurde erreicht: An einer Stelle wird der Zaun abgebaut, an anderer Stelle, hier steht er mitten auf einem Feld, wird er versetzt. Wer durch den Zaun Ertragseinbußen hat, hat nun die Möglichkeit die entsprechende Fläche, die er zum Wenden benötigt, dem BLHV zu melden. Die Bahn wird dann den Deckungsbeitrag für die jeweilige Kultur begleichen. Eventuell kann der Zaun im Sommer verschoben werden, wenn bis dahin keine Mauereidechsen mehr gefunden werden, so DB-Naturschutzbeauftragte Christiane Hartmann. Diese werden übrigens eingesammelt und in ein nahegelegenes Biotop gebracht.
Einig waren sich am Ende der Runde alle Teilnehmer: „Kommunikation hätte im Vorfeld gut getan“, so Ottmar Seywald, MUT-Vorsitzender Roland Diehl und Schlatts Ortsvorsteher Stephan Zeller. Doch das Kopfschütteln der Landwirte über die Vorgehensweise der Bahn blieb. Annika Willscheid