Kampf ums Freibad
Freude über prominente Unterstützung und sehr hohe Spende
Ihringen. Das bei Familien aus Ihringen und Umgebung sowie den Campern vom benachbarten Campingplatz so beliebte Kaiserstuhlbad ist in seiner Existenz bedroht. Eine Sanierung würde 4,5 Millionen Euro kosten. Der Bund würde eventuell 3,1 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung stellen. Obwohl die endgültige Zusage aus Berlin noch aussteht, hat sich die Gemeinde eine eventuelle Kreditaufnahme über die Restsumme in Höhe von 1,4 Millionen Euro vom Landratsamt vorbehaltlich genehmigen lassen.
Erster Vorsitzender des Fördervereins ist Ihringens Bürgermeister Benedikt Eckerle. Für die Förderzusage der Bundesregierung gibt sich das Gemeindeoberhaupt optimistisch, erklärt aber, worauf es im Kampf um den Erhalt des Kaiserstuhlbades entscheidend geht: „Die Krux ist das Konzept, mit dem das Bad nach seiner Sanierung betrieben wird.“ Das sei, neben dem Eintreiben von Spenden, das wichtigste Thema im Förderverein. Bleibt das Kaiserstuhlbad auch künftig ein Bad der Kommune, wird es in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, also eine GmbH überführt, oder, wie in Merzhausen, Lahr oder Sulz umgesetzt, künftig ein Vereinsbad? Hier wären geringere Unterhaltungskosten durch den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte und geringerer Auflagen ein Vorteil. Eckerle selbst will die Diskussionen eng begleiten und sich selbst erst am Ende ein abschließendes Urteil bilden, welches Konzept das zukunftsträchtigste ist.
Damit die Gemeinde Ihringen eine künftige Kreditaufnahme für die Sanierung des Kaiserstuhlbades stemmen kann, ist sie auf die Unterstützung des Fördervereins angewiesen.
„Eine Spendensumme in Höhe von 100.000 Euro würden die laufenden Kosten der Gemeinde jährlich um 10.000 Euro reduzieren“, rechnet Gemeinderat Florian Fringer, einer der „Schwimmbadretter“ vor. Entsprechend groß war die Freude beim Förderverein über einen Spendenscheck in Höhe von 10.000 Euro, der jetzt von zwei benachbarten sportaffinen Unternehmen überreicht wurde. Gleichzeitig sagten mit dem früheren Motorsport-Profi Mike Baldinger und der einstigen Radsport-Ikone Jan Ullrich zwei Prominente ihre persönliche Unterstützung zu. „Ich habe das Kaiserstuhlbad immer sehr geschätzt“, erzählt Ullrich, der wieder im benachbarten Merdingen lebt. „Ich war früher Stammgast hier. Meine Kinder haben im Kaiserstuhlbad Schwimmen gelernt. Dieses Bad muss erhalten bleiben – dafür setze ich meine Reichweite gerne ein.“ Frank Rischmüller
