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„Dialekt ist Tradition und Heimatgefühl“

Endingen (heb). Dialekt ist etwas traditionell Gewachsenes, aber auch ein Heimatgefühl, das bewahrt werden will. Von daher traf der kürzlich veranstaltete Abend „MundArt lebt – Alemanne singe un verzelle“, veranstaltet von der D’Muettersproh Gsellschaft, den Nerv des Publikums.
Über 250 Gäste waren gekommen, der Freundeskreis „ColoniaTovar“ hatte die Bewirtung übernommen und freute sich ebenfalls ob des Andrangs. Letztmals 2019 war solch ein Abend in Endingen veranstaltet worden, Jürgen Hack (Geschäftsführender Vorstand der D’Muetersproch Gsellschaft) zufolge war es daher längst wieder an der Zeit für eine solche Veranstaltung. „Der Mundart-Regionen-Dialekt soll nicht aussterben und unsere Gesellschaft bündelt seit 20 Jahren die Künstler, die es im Ländle und auch im Elsass gibt“, erläuterte er auf Nachfrage. Mundart dürfe man nicht nur verwalten, man müsse sie gestalten. Und genau das wurde hervorragend im Bürgerhaus umgesetzt.
Alemannisch schwätzt jeder wie er kann
Alemannische Lieder, Anekdoten, Gedichte und Geschichten wurden geboten und selbst wer nicht so sattelfest mit dem Alemannischen war, kam sehr gut zurecht. Den Auftakt machte das Quartett „Stubäcombo“ aus Endingen und Amoltern hin und erhielten sogleich viel Applaus. Die beiden Schwestern Gerlinde Burger und Annemie Fischer traten mit ihren Ehemännern Daniel Burger und Ottmar Fischer auf. Alemannische Stubenmusik, Kuhglocken-Intro und alpenländische Polka, der Kaiserstuhl-Blues mit dem Tenorhorn oder das musikalische Zwiegespräch aus dem Eheleben – das Publikum hatte Spaß, die Unterhaltung war hervorragend und der Dialekt einfach schön.
Jürgen Hack führte durch den kurzweiligen Abend, der mit dem Trio Isabelle Grussenmeyer aus dem Elsass und dem Trio Christoph Köpfer aus Zell im Wiesental fortgesetzt wurde.
Regionalgruppe: Kaiserstuhl/Tuniberg
Während die D’Muettersproch Gsellschaft 2.300 Mitglieder in zwölf Regionalgruppen zählt, ist die Regionalgruppe Kaiserstuhl/Tuniberg mit 120 Mitgliedern eine feste Größe im Gesamtgefüge. „E paar Mol im Johr gits e Dichterlesung oder en alemannische Obe, meischtens zämme mit dr Endinger Volkshochschual (Volkshochschule Nördlicher Kaiserstuhl). Unseri Mitglieder were dodezua schriftlig iglade. Aber aü im ‚Kaiserstühler Wochebericht‘ stehts, wenn bi uns ebbis läuft“, erzählte Hack.
Nun aber droht der Regionalgruppe die Auflösung, weil Vorstand Josef Baumann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender der Regionalgruppe nicht mehr ausüben kann. Hack hofft nach diesem Abend nun, dass sich noch jemand für diesen Posten finden lässt.