„Heute ist ein guter Tag fürs Handwerk“
Kreis Emmendingen (est). Als tragende Säulen des Handwerks und der Gesellschaft wurden die 66 angehenden Gesellen in der Elzhalle in Wasser bei ihrer Freisprechungsfeier bezeichnet.
Kreishandwerksmeister Martin Schubnell betonte dies ebenso wie Christof Burger als Präsident der Handwerkskammer Freiburg oder Landrat Hanno Hurth, OB-Stellvertreter Joachim Saar und GHSE Schulleiter Thomas Kruse.
“Heute ist Ihr wichtiger Tag“ wandte sich nicht nur Martin Schubnell an die jungen Gesellen. Auch Christof Burger bestätigte, dass die qualifizierten Fachkräfte dringend gebraucht würden. Zwar sei seit zwei Jahren der Abwärtstrend der Zahl der Auszubildenden im Handwerk gestoppt und wieder leicht ansteigend (+7,8 Prozent in 2025), doch genüge das noch lange nicht, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. So sei nicht nur jeder Einzelne im Handwerk gefordert, sondern auch die Politik müsse bessere Rahmenbedingungen schafften, beispielsweise mit der Gleichstellung bei der staatlichen Förderung zur akademischen Laufbahn.
Landrat Hanno Hurth sah in den rund 2.400 Handwerksbetrieben ein Garant für einen lebenswerten, zukunftsfähigen Landkreis Emmendingen. Trotz gestiegener Lehrverträge (2025: 330) könnten noch nicht alle offenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Daher müsse das Handwerk weiter sichtbar bleiben. Er forderte die jungen Gesellen auf, aktiv ihr Umfeld im Beruf und Gesellschaft mitzugestalten. Joachim Saar gliederte den Werdegang der Jung-Gesellen in drei Etappen: die schulische, die duale Ausbildung und der Gesellenstand als nun dritte Etappe, zu denen noch mehr hinzukommen werden. Für ihn seien sie künftige Leistungsträger, die mit der neuen Freiheit auch mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Thomas Kruse warf den Blick auf den ersten Tag der Ausbildung am 1. September 2022 zurück, der von der überstandenen Pandemie und dem Beginn des Ukrainekrieges überschattet war. Sein Dank ging auch an die Begleiter der jungen Handwerker als Eltern, Lehrer und Ausbilder im Betrieb und nicht zuletzt die Unternehmer, die die Ausbildung erst ermöglichten.
Feierliche Freisprechung Von ihren Pflichten entbunden wurden 33 Elektro- und Informationstechniker, 9 Metallbauer, 9 Feinwerkmechaniker und 15 Azubis im Sanitär-Heizung und Klima Gewerk. Sie alle bekamen nach der Freisprechungsformel ihre Zeugnisse in Form ihres Gesellenbriefes von den jeweiligen Innungsobermeistern in ihrem Gewerk ausgehändigt. Als bester Absolvent wurde Elektroniker Fabian Schmidt (ausgebildet bei TransnetBW GmbH Eichstetten) nicht nur der Innungspreis, sondern auch der Sonderpreis der Sparkasse überreicht. Innungsbester Metallbauer war Bogdan-Ionut Ilascu (Feyler Metallbau Kenzingen); als Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizung Klima erhielt Tom Ringwald (Firma Walzer Bad & Heizung) die Auszeichnung als Innungsbester.
Die größte Gruppe der Elektro- und Informationstechniker spiegelte sich auch bei der Zahl der Innungspreise wider. Ausgezeichnet wurden Lasse Bürkin (Rolf Fehrenbach GmbH Denzlingen), Georg Dufner (Billharz Energiesysteme Gutach im Brsg.), Silas Kapp (Netze BW GmbH Rheinhausen), Marc Schäfle (Jörg Bürkin EM) und Cedric Wernet (Gerber Elektrotechnik EM).
Einen Sonderpreis von der Werkzeugherstellerfirma Wiha aus Schonach in Form eines Werkzeugrucksacks für die beste praktische Arbeit – „bester Schrauber“ – erhielt Lukas Müller (Elektrotechnik Kopfmann Köndringen).
Aufgelockert wurde die feierliche Veranstaltung mit einer Poledance Vorführung durch Elisa der Pole-Tanzteufel Emmendingen und die Darbietung der Musiker Chris und Joshua, die beim Wettbewerb der Handwerkskammer zum Thema „Wer will fleißige Handwerker sehn“ in einen modernen Song umzusetzen, den fünften Platz erreichten.
