Denkmal des Monats Mai
Denkmalstiftung Baden-Württemberg hebt den ehemaligen Bahnhof von Auggen hervor
Auggen. Ursprünglich sei es das Zuhause einer Bahnwärterfamilie gewesen und nach einer baulichen Erweiterung das „Empfangsgebäude“ des Bahnhofs: Nach einer umfassenden denkmal-schonenden Sanierung dient der frühere Haltepunkt an der Rheintallinie inzwischen Wohnzwecken – die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat das Gebäude zum „Denkmal des Monats Mai 2026“ gekürt.
1847 erbaute die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn das zunächst einstöckige Haus neben den Gleisen als Unterkunft und Arbeitsstätte eines Bahnwärters, der für Sicherheit, Kommunikation und Instandhaltung entlang seines Streckenabschnitts zuständig war, heißt es zur Geschichte des Anwesens. Vierzig Jahre später ergänzte ein zweistöckiger Anbau mit Rundbogenportal und Satteldach die Unterkunft, die zu einem Empfangsgebäude mit Warteraum und Dienstzimmern umfunktioniert worden sei. Bereits die ansprechend gestaltete Fassade mit ihren typischen Fensterformen und Sandsteinelementen zeugt heute noch vom einstigen Charakter der Staatsbahn-Architektur. Im Inneren des Hauses sind historische Ausstattungselemente erhalten geblieben, etwa Holztüren und -rahmen. Gleichzeitig wurden denkmalgerechte Kompromisse gefunden, die modernes Wohnen einschließlich einer Photovoltaikanlage ermöglichen. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg habe die Sanierungsarbeiten der privaten Eigentümer mit einem Zuschuss von 25.000 Euro unterstützt, heißt es. Nach dem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördere die Denkmalstiftung des Landes seit nunmehr vierzig Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte habe die Stiftung im vergangenen Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 habe sie weit über 1750 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privatleuten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibe die Denkmalstiftung aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen. Erst im Februar 2026 schaffte es ein weiteres regionales Kleinod in das Ranking: Ein heutiges Weingut und früheres Winkelgehöft von 1774/1826 in Sulzburg-Laufen. Ines Bode
