Bundestagsbesuch im Freibad
Chantal Kopf informierte sich persönlich über aktuellen Sachstand im Ihringer Kaiserstuhlbad
Ihringen. Bei der Bundestagswahl 2021 gelang Chantal Kopf (Grüne) ein großer Erfolg: Sie holte das Direktmandat für den Wahlkreis 281 (Stadt Freiburg und umliegende Gemeinden des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald), das sie bei der folgenden Wahl im Jahr 2025 erneut errang. Im Zuge ihrer aktuellen Tour durch die Gemeinden ihres Wahlkreises besuchte die Grünen-Abgeordnete auch das Kaiserstuhlbad in Ihringen, um sich über die aktuelle Situation des derzeit geschlossenen Schwimmbads zu informieren.
Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel, das Thermometer zeigt über 30 Grad – ideale Bedingungen für einen Aufenthalt im Schwimmbad und einen Sprung ins kalte Nass. Doch beim Treffen von Chantal Kopf mit Vertreterinnen des designierten Trägervereins des Kaiserstuhlbades ist die Atmosphäre fast schon gespenstisch: leere Becken, verwaiste Flächen, verdorrte Rasenflächen. Das Kaiserstuhlbad muss vor einem Weiterbetrieb erst einmal umfassend saniert werden.
Der Hintergrund: Der Gemeinderat Ihringen hat am 19. Mai den Beschluss gefasst, die kommunale Trägerschaft aufzugeben und eine Sanierung nur dann anzugehen, wenn ein tragfähiges Konzept eines künftigen Weiterbetriebs unter Regie eines neu zu gründenden Trägervereins vorliegt.
Tanja Hohwieler, Gemeinderätin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Kaiserstuhlbad, führte den aktuellen Sachstand aus: „Der Trägerverein entwickelt sich aus dem Förderverein. Die Resonanz, sich im Trägerverein zu engagieren, ist riesig. Nicht nur in Ihringen, sondern auch in den umliegenden Orten“. In einer Informationsveranstaltung habe man bereits Interessenten für die künftigen Vorstandsposten gefunden. Außerdem gebe es eine überwältigende Bereitschaft, sich auch in das operative Geschäft einzubringen: „Es gibt über 200 Ehrenamtliche, die im Kaiserstuhlbad tätig werden möchten. Sei es an Einlass und Kasse, bei Pflege und Reinigung der Anlage oder im Organisations- und Finanzbereich“, freute sich Hohwieler über das Feedback aus der Bevölkerung.
Zuletzt ging es darum, Ideen und angedachte Abläufe in einem Konzept zu bündeln und auszuformulieren. Dieses Konzept wurde zum 1. Juli der Gemeinde vorgelegt. Anfang Juli wird eine Klausurtagung des Gemeinderats mit der potenziellen Vorstandschaft des künftigen Trägervereins stattfinden, ehe das Gremium am 27. Juli auf dieser Basis über die Sanierung entscheidet. Tanja Hohwiehler ist optimistisch: „Wir stehen in den Startlöchern und können bei einer positiven Entscheidung sofort loslegen“.
Im künftigen Trägerverein würde dabei nicht nur purer Idealismus, sondern auch viel fachliches Knowhow stecken. Die potenziellen Vorstandsmitglieder sind in Bereichen wie Rechnungswesen, Controlling und Management tätig, bringen eine hohe Expertise mit. So wurde neben einer Vereinssatzung auch eine fundierte Kalkulation erstellt, die von einer kostendeckenden Betriebsführung ausgeht. „Durch das Ehrenamt können erhebliche Kosten gespart werden. Somit muss nur das Fachpersonal (Fachangestellte für Bäderbetriebe) bezahlt werden“, so Hohwieler. Durch Veranstaltungen auch außerhalb der Badesaison könnten zusätzliche Einnahmequellen erschlossen werden, Ideen hierfür gäbe es bereits. Auch Spendenzusagen lägen vor, wenn die Sanierung beschlossen würde. Chantal Kopf zeigte sich erfreut über die aufgezeigte Perspektive: „Ich bin beeindruckt über das ehrenamtliche Engagement für das Kaiserstuhlbad und drücke die Daumen, dass alles so klappt“. Werner Seger
