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Grundschul-Ausbau verzögert sich

Gemeinderat lehnt einziges Angebot wegen zu hoher Kosten ab / Bau verzögert sich um mindestens 6 Wochen

Müllheim. Der Tagesordnungspunkt „Vergabe des Gewerks Statische Ertüchtigungen“ beim Erweiterungsbau der Michael-Friedrich-Wild-Grundschule sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung für kontroverse Diskussionen. Mit knappem Vorsprung lehnten die Gemeinderäte die Vergabe ab.

Für den Erweiterungsbau sowie notwendige Abbruch- und Rückbauarbeiten muss das bestehende Schulgebäude statisch angepasst werden. Die Kosten wurden auf knapp 420.000 Euro geschätzt, das einzige Angebot lag jedoch bei etwa 575.000 Euro und liegt damit mehr als ein Drittel höher. Zwar waren zwei Teilpositionen deutlich teurer als erwartet, laut Rathaus-Projektleiter Jean-Noël Lacroix gab es jedoch „keine konformitätswidrigen Punkte“.
Die ursprünglich für die anstehenden Sommerferien geplanten Arbeiten können nicht stattfinden, da sie nur außerhalb des Schulbetriebs möglich sind. Das Projekt verzögert sich voraussichtlich um mindestens sechs Wochen bis zu den Herbstferien. Da diese deutlich kürzer sind, könnte sich die Fertigstellung sogar bis in die Oster- oder Pfingstferien oder im schlimmsten Fall bis zu den Sommerferien 2027 verschieben, warnt Baudezernentin Franka Häußler.
Trotz der Mehrkosten von 150.000 Euro hätte das Projekt noch etwa zwölf Prozent unter der ursprünglichen Kostenberechnung gelegen, da zwei andere Gewerke günstiger vergeben werden konnten. Dennoch kritisierten einige Gemeinderäte die Kostenentwicklung und die Ausschreibungsfrist. Gerhard Krafft (FWG) verwies auf Einsparungen bei der Sanierung der René-Schickele-Grundschule in Badenweiler. CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Nafz äußerte zudem Bedenken gegenüber der anbietenden Firma.
Häußler erklärte, es gebe keine direkten Folgekosten oder Gefahren für Fördergelder durch die Verzögerung. Für den Schulbetrieb seien die Auswirkungen jedoch erheblich. Eine Fertigstellung zum Schuljahr 2028/29 sei vermutlich nicht mehr möglich. Auch eine Neuausschreibung garantiere kein günstigeres Angebot, betonen Dr. Eckhard Phi-lipps (Grüne) und Martin Bürgelin (FWG).
Nach längerer Diskussion stimmten zehn Gemeinderäte für, elf gegen die Vergabe; sechs enthielten sich. Das Gewerk wird nun neu ausgeschrieben. Die für die Sommerferien geplanten Bauarbeiten müssen verschoben werden. Rebecca Fritz