WZO

21. Oberprechtäler Osterdorf eröffnet

Elzach-Oberprechtal (mkt). Es „rudelte“ im und rund um den Oberprechtäler Kurpark vergangenen Sonntag. Hunderte von Besuchern waren zur Eröffnung des 21. Osterdorfs in das „Dörfli im Segen“, wie es die Heimatdichterin Anna Hofheinz-Gysin in den 1920er-Jahren beschrieben hatte, gekommen. Und sogar die Sonne schaffte es ab dem frühen Nachmittag über die umgebenden Bergwipfel.
„Irgendwie sind immer alle irgendwo mit dabei“, meinte Ortsvorsteherin Silke Matt auf die Frage, wie viele Menschen sich denn für das Osterdorf engagieren. Es sei ein Gemeinschaftsprojekt der ganzen Dorfgemeinschaft, auch wenn der „Arbeitskreis Tourismus“ in den letzten Jahren organisatorisch den Hut aufhatte. Das ist aber auch nötig, denn schon um das ganze Dorf österlich zu zieren, braucht es viele fleißige Hände. Nicht nur im Kurpark, auch in vielen privaten Gärten und Rasenflächen prangen tolle Ostermotive. Sogar ein Fußballspiel des heimischen FSV mitsamt Zuschauern wurde da aufgebaut.
Gleich viel los war beim Eröffnungsfest in der Mehrzweckhalle. Hierfür waren auch zahlreiche Ehrengäste ins Obertal gekommen, wie der Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD) und Landrat Hanno Hurth. Auf der Bühne bot der Musikverein Trachtenkapelle Oberprechtal ein abwechslungsreiches Unterhaltungskonzert. Von Musical-Melodien bis zu Rock-Klassikern und natürlich auch den beliebten Schwarzwaldmärschen war alles dabei. Die Volkstanzgruppe Oberprechtal fegte über die Bühnenbretter und begeisterte Jung und Alt in der proppenvollen Festhalle. Während dessen ließen sich die Besucher die kulinarischen Köstlichkeiten schmecken, die die Küchenchefs der örtlichen Gastronomie gemeinsam frisch zubereitet hatten. Für den tadellosen Service sorgten die Obertäler Vereine.
Ja und dann war da noch der ultimative Höhepunkt: Der gemeinsame Anschnitt der riesigen Ostertorte. Dafür waren tausende von Erdbeeren in stundenlanger Handarbeit verarbeitet worden. Die Ehre des Anschnitts bekam, unterstützt durch Johannes Fechner, das Lehrerkollegium der Karl-Siegfried-Bader Grundschule. Denn die wird nächstes Jahr nach Oberprechtal umziehen. „Wir hoffen, dass sie sich bei uns wohl und heimisch fühlen und wollen sie so gleich herzlich begrüßen“, so die Ortsvorsteherin. Das scheint gelungen: „Wir sind mit acht Lehrerinnen gekommen, und das in der Ferienzeit“, freute sich Schulleiterin Dagmar Zickgraf.
Nicht nur drinnen war viel los, auch drum herum. Der kleine, aber feine Ostermarkt im Schulgebäude lockte mit allerlei Raritäten und schönen Zierdekos. Der Kurpark hatte sich in eine Mitmach- und –spielarena vor allem für Kinder verwandelt. Dazu ertönten die unverwechselbaren Laute einer Alphornbläsergruppe. Im Musikpavillon hämmerte und klopfte es unentwegt. „Opa, das passt doch nicht!“, hatte die achtjährige Jule beim Aussuchen der passenden Holzteile für den Bau eines Vogelnistkastens gleich erkannt. Die durften die Kinder unter Anleitung des Schwarzwaldvereins bauen. Im Handumdrehen lernten sie den Umgang mit Akku-Schraubern, Hämmern und Maßband – und bewiesen dabei nicht nur Augenmaß, sondern teilweise auch großes handwerkliches Geschick. Da mussten sogar die Opas staunen.
Und wie geht’s weiter? Noch bis zum Sonntag, 12. April hat das Osterdorf täglich geöffnet. Im Kurpark wird jeweils von 14 bis 17 Uhr bewirtet. An den Osterfeiertagen bietet die heimische Gastronomie spezielle Ostermenüs an. Der Schwarzwaldverein lädt zu Osterwanderungen ein, empfiehlt aber auch, die Rundwege auf eigene Faust zu erkunden. „Wenn das Wetter mitspielt, wird’s wieder eine rundum gelungene Sache“, ist sich Silke Matt sicher.