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„Fernweh-Beschleuniger“ zum Jahresbeginn

Waldkirch-Kollnau (db). Das traditionelle Dreikönigskonzert der Musikkapelle Kollnau am letzten Samstag in der ausverkauften Festhalle entführte die Besucher in allen Facetten musikalisch auf die sieben Weltmeere.
Die Musikkapelle setzte zum Jahressbeginn die „Segel“, stach mutig in See und präsentierte das Meer als großer Sehnsuchtsort aller Menschen in vielfältiger Art und Weise – Sehnsucht, Freiheitsgefühl und Fernweh pur. Das Konzert fungierte so auch als großer Fernweh-Beschleuniger. Keine Frage, das unergründliche Meer hat die Menschen schon seit jeher fasziniert und die Sehnsucht und die Neugierde jedes Einzelnen immer wieder genährt.
Im Beisein von Stadtpfarrer Thomas Braunstein und Ortsvorsteherin Renate Rieder legte das gut 60-köpfige Orchester um Dirigent Michael Schätzle eine musikalische Glanzleistung hin. Stücke aus der bunten und faszinierenden Unterwasserwelt, von furchtlosen Piraten und Geisterschiffen, der christlichen Seefahrt, den Fahrten der mächtigen Kreuzfahrtschiffen sowie aus der weiten Welt der Ozeane begeisterte die Besucher beim emotionalen „Hafenkonzert“ in der maritim dekorierten Festhalle. Ein Piraten-Skelett am Steuerruder wies an zentraler Stelle, direkt vor der Bühne, unübersehbar auf das Konzertmotto „Meer & mehr“ hin.
Die Bandbreite der Stücke reichte von „The Ghost Ship“ (Geschichte des Kreuzfahrtschiffes „America“, welches in den 1940er Jahren vor Fuerteventura sank) über das wehmütige neuseeländische Walfänger-Lied „The Wellerman“ bis hin zu den legendären und monumentalen britischen „Sea Songs“. Vom romantischen südfranzösischen „Beyond the sea“ (vom Welthit „La Mer“) als eine Hommage an das Meer über das „Little Mermaid Medley“ (aus „Arielle die Meerjungfrau“) bis hin zu bombastischen Klängen aus dem Kino-Welterfolg „Fluch der Karibik“ reichte das Spektrum. Garniert mit dem etwas anderen holländischen Konzertmarsch „Abel Tasman“ und der finalen Zugabe „Wir lieben den Bodensee“ als Hommage an das „Schwabenmeer“. Die Gäste fühlen sich jedenfalls bestens unterhalten und verabschiedeten das Ortchester nach gut zweieinhalb Stunden mit langanhaltendem Applaus von der Bühne. Bemerkenswert, mit welcher Ruhe und Übersicht „Kapitän Schätzle“ das „Ruder“ in der Hand hielt und das „Schiff“ während des Konzertes souverän auf Kurse hielt.
Vorsitzender Felix Weis bedankte sich am Ende des Konzertes bei allen Beteiligten, bei den Musikerinnen und Musikern, dem Dirigenten, dem fleißigen Deko- und Bewirtungsteam sowie bei allen Sponsoren, Unterstützern und Helfern. Die perfekte Technik hatte Paul Zimmermann in der Hand und Tobias Oesterle führte kenntnisreich und kurzweilig durch den Abend. Besonders gefeiert wurde die stimmgewaltige Solosängerin Magdalena Persicke, die bei „Fluch der Karibik“ und beim „La mer“-Stück mit ihrer ausdruckstarken Stimme brillierte.
Caroline Nassall (Klarinette) wurde vom Bund deutscher Blasmusikverbände mit der silbernen Ehrennadel für 25-jähriges Tätigkeit im Verein geehrt und der Verein ernannte sie in Anbetracht ihrer großen Verdienste zum Ehrenmitglied. Jan Hug vom Oberbadischen Blasmusikverband (OBV) und Weis nahmen die Ehrung vor und überreichten zahlreiche Urkunden und Präsente. „Du bist ein riesiger Gewinn für unseren Verein“, so Weis, der die Geehrte, angereichert mit einigen Anekdoten, vorstellte und deren Stationen vom Kollnauer „Kohlenbach“, über Hamburg und Emmendingen, bis nach Sexau skizzierte. Bei Speis und Trank und anregenden Gesprächen ließ man den maritimen Konzertabend schließlich gemütlich ausklingen, während draußen ein klirrend kaltes Winterwetter wartete.