B3-Umfahrung als „Meisterstück“: Wassermer Alt-Ortsvorsteher Heinz Sillmann macht Schluss mit der Kommunalpolitik
Heinz Sillmann ist der wohl bekannteste Einwohner des Stadtteils Wasser. Von 1989 bis 2024 bekleidete der beliebte SPD-Mann dort das Amt des Ortsvorstehers. Mit 79 Jahren hat er mit der Kommunalpolitik nun Schluss gemacht.
Die Entscheidung, in diesem Sommer aufzuhören, hatte der gelernte Maschinenschlosser schon länger getroffen. Vor drei Wochen unternahm er diesbezüglich den ersten Schritt. Unter großem Beifall wurde Sillmann aus dem Wassermer Ortschaftsrat verabschiedet. Sage und schreibe 45 Jahre lang hatte er dem Dorfgremium angehört. Seinen Platz nimmt dort ab sofort die junge Sabrina Rubione ein.
Gestern Abend folgte nun der logische zweite Schritt. Nach 32 Jahren schied Sillmann auch aus dem Emmendinger Stadtrat aus. Damit trat er endgültig von der kommunalpolitischen Bühne. Spontan erhob sich das Gremium und applaudierte eine halbe Minute lang im Stehen. Als Ersatzperson mit der nächstniedrigen Stimmenanzahl nahm die Lehrerin Lena Ruetz den freigewordenen Sitz in der SPD-Fraktion ein.
“Du warst der Prototyp eines Vertreters der Ortschaft”, überschüttete OB Stefan Schlatterer den Verabschiedeten mit Lob. Dabei stellte er vor allem Sillmanns Einsatz für den Bau der B3-Umfahrung heraus. Als Ortsvorsteher sei ihm damit “ein Meisterstück” gelungen. Gleichzeitig habe sich Sillmann mit Bürgernähe und Bodenständigkeit nicht nur für Wasser, sondern auch für die ganze Stadt engagiert.
“Es läuft mit gerade kalt den Rücken runter”, sagte Sillmann sichtlich emotional ob des Beifalls und der Worte. Die Umfahrung, die er mit dem damaligen SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Dreßen vorangetrieben habe, erfülle ihn nach wie vor mit Stolz. Motiviert hätten jedoch immer auch die kleinen Anliegen. “Ob nun Sitzbank oder Gehwegabsenkung – mir war immer wichtig, für die Bürger da zu sein”, so der 79-jährige.
