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Start für die neue Güterzugsstrecke: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Landesverkehrsministerin Nicole Razavi kamen zum Spatenstich

Zwischen Karlsruhe und Basel plant die DB den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn. Teil davon ist eine neue Güterzugstrecke zwischen Offenburg und Müllheim. Deren beiden neuen Gleise sollen entlang der A5 geführt werden. Für Freiburg ist zudem eine Umfahrung vorgesehen.

Der Spatenstich

Nach jahrzehntelangen Planungen kann die 90 Kilometer lange Güterzugtrasse nun endlich in die Umsetzung gehen. Für den ersten Bauabschnitt, nämlich das elf Kilometer lange Teilstück zwischen Riegel und der March, wurde am Freitagvormittag der offizielle Startschuss vorgenommen. Angesichts der Bedeutung kamen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), die Landesverkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) und der Vorstandsvorsitzende der DB InfraGo Philipp Nagl und nahmen den Spatenstich höchstpersönlich vor.
Entsprechend groß war der „Bahnhof“ auf der Baustelle zwischen Reute und Bottingen. Zwischen Erdhügeln und Baggern hatte man ein riesiges Festzelt aufgebaut. Darin lauschten die 120 Gäste zunächst den Reden. Danach tauschte man sich intensiv aus. Neben den MdBs Yannick Bury (CDU) und Johannes Fechner (SPD) sowie der neuen MdL Stefanie Wernet (CDU) nutzten auch Landrat Hanno Hurth und die Bürgermeister Michael Schlegel (Reute) und Berthold Schuler (Teningen) die Gelegenheit zu bilateralen Gesprächen.

Das Großprojekt

Das Rheintal zwischen Karlsruhe und Basel gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Europa. Durch den viergleisigen Ausbau sollen Güterverkehr und Personennahverkehr künftig voneinander getrennt werden. Dies soll mehr Kapazität schaffen, die Personenzuggleise entlasten und mehr Schwerlastverkehr von der Straße auf die Schiene holen. Die komplette Rheintalbahn mit ihren 200 Kilometern soll voraussichtlich 2041 fertiggestellt werden. Geschätzte Gesamtkosten: 14,2 Mrd. Euro.
Rund sechs Mrd. Euro davon sollen in die neue Güterzugtrasse zwischen Offenburg und Müllheim fließen. In den kommenden Jahren werden nicht nur zweimal 90 Kilometer neue Gleise verlegt, sondern auch zwei Dutzend Brücken erneuert und neu geschlagen, neue Haltepunkte geschaffen, Lärmschutzwände installiert, Straßenführungen verändert und Eingriffe in die bestehende Landschaft vorgenommen. Klar ist: die Bauzeit – aktuell sind sechs Jahre vorgesehen – wird massive Auswirkungen auf den bestehenden Bahnverkehr haben.

Stimmen von Bund, Land und DB

„Mit dem Spatenstich bringen wir eines der wichtigsten Schienenprojekte Europas sichtbar voran. Die neue Güterzugstrecke stärkt den europäischen Güterkorridor Rotterdam – Genua, schafft mehr Kapazität für den Schienengüterverkehr und macht Platz für zusätzliche Verbindungen im Nahverkehr“, sagte Patrick Schnieder. Gleichzeitig entlaste man Freiburg und die umliegenden Gemeinden spürbar vom Lärm. Das sei moderne Verkehrsinfrastruktur: leistungsfähig für Wirtschaft und Klimaschutz, verlässlich für Fahrgäste und konkret spürbar für die Menschen vor Ort.
Nicole Razavi merkte an: „Der so wichtige Ausbau der Rheintalbahn kommt mit dem Spatenstich einen großen Schritt voran. Es freut mich, dass ich gleich zu Beginn meiner Amtszeit den Startschuss für dieses Projekt erleben darf, das eine große Bedeutung auch für unser Land hat“. Der Bau von zwei weiteren Gleisen, die im Regelbetrieb nur vom Güterverkehr genutzt werden, werde den Gütertransport im Rheintal auf ein neues Niveau heben. Er schaffe neue Kapazitäten für eine starke Wirtschaft in der Region, in Deutschland und Europa und entlaste auch die Straßen.
„Mit dem Bau der neuen Güterzugstrecke beginnt ein neues Kapitel beim Ausbau der Rheintalbahn, einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas. Wir schaffen mehr Platz für den wachsenden Güterverkehr, stärken gleichzeitig den Personenverkehr und entlasten die Menschen vor Ort spürbar vom Schienenlärm. Das ist ein Gewinn für die Umwelt, unsere Fahrgäste und die Region“, fügte Philipp Nagl hinzu.

Stimmen aus der Region

Direkt nach dem Spatenstich sprach Hanno Hurth mit den drei Hauptakteuren. „Der Landkreis Emmendingen begrüßt ausdrücklich den Beginn der Bauarbeiten“, sagte der Landrat. Der Bund habe damit einer langjährigen Forderung des Kreises sowie seiner Städte und Gemeinden und den Bürgerinitiativen entsprochen, den Güterzugverkehr aus den Ortschaften heraus an die Autobahn zu verlagern. Dennoch gelte, dass die neue Güterzugstrecke an der Autobahn im Norden nicht in Riegel enden darf.
„Sie muss vielmehr zwingend weitergeführt werden bis nach Offenburg und dort in den geplanten Offenburger Tunnel münden. Nur so kann eine verlässliche Entlastung der gesamten Region vom Güterzugverkehr erreicht werden. Die politischen Beschlüsse – namentlich des Deutschen Bundestags von 2016 – müssen auch insoweit konsequent umgesetzt werden. Das erfordert, dass der Bund die hierfür erforderlichen Finanzmittel bereitstellt“, so Hurth.
Teningens Bürgermeister Berthold Schuler überreichte den Vertretern von Bund, Land und DB ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten. Darin wies er auf ein drohendes Verkehrschaos am Kreisverkehr „Rohrlache“ hin. Um dieses zu vermeiden, müsse die Rechtsabbiegespur vor der Autobahnauffahrt in Richtung Karlsruhe verlängert werden. Amtskollege Michael Schlegel aus Reute übte noch einmal Kritik an der geplanten 14-monatigen Sperrung der Brücke nach Holzhausen. Es brauche eine „zumindest einspurig befahrbare Behelfsbrücke“.

Text: Daniel Gorzalka / Bilder: Daniel Gorzalka / Grafiken: DB