Handballfeld als Narren-Dancefloor: „Kindringer Ruäbsäck“ feierten Zunftabend in der ausverkauften Jahn-Halle
Nicht in der Winzerhalle, sondern in der wesentlich größeren Teninger Ludwig-Jahn-Halle veranstalteten die „Köndringer Ruäbsäck“ am Samstagabend ihren traditionellen Zunftabend. Die neue Location kam bestens an: zum einen war der Saal komplett ausverkauft, zum anderen verwandelte sich das Handballfeld einen Abend lang in einen pulsierenden Narren-Dancefloor.
Der Ansturm war dermaßen groß, dass die „Ruäbsäck“ schon gegen 21 Uhr gezwungen waren, den Einlass zu schließen. Die Besucherkapazität, auf die sich die Narrenzunft und die Gemeinde Teningen im Vorfeld verständigt hatten, war ausgeschöpft. Zu diesem Zeitpunkt standen noch Dutzende zivile Kostümträger in einer Schlange auf dem Vorplatz. Der Großteil musste den Heimweg antreten. Nur einige wenige harrten aus, bis die Tür endlich wieder aufging.
Drinnen stieg ein Zunftabend, den die „Ruäbsäck“ und ihre Gäste später als „legendär“ bezeichnen sollten. Die Halle hatten die Mitglieder für eine Nacht in den größten Narren-Dancefloor hier im Raum Emmendingen verwandelt. Von oben tauchten rot-gelb-grün-braune Wimpelketten, bunte Strahler und umherfliegende Spots den Saal in pulsierendes Partylicht. Unten war das Hallenparkett mit einem schützenden schwarzen Boden überzogen worden. Und an den jeweiligen Enden standen zwei riesige hufeisenförmig angelegte Tresen.
In der Hallenmitte schlug das Herz der Party. Mit Blick auf die Bühne, wo „DJ B-Sito“ auflegte, „dancte“ das Publikum, was die Beine hergaben. Dazwischen wurde zugeprostet, gequatscht, geflirtet und geknutscht. Beeindruckend: bei „Fantasy Girl“, „Gute Laune“ und „Links rechts“ machte die ganze Halle mit. Und wer eine Pause vom Tanzen brauchte, konnte sich an der Likörbar einen „Ruäbe-Spritz“ bestellen, im Foyer ein Wurzelbrot essen oder sich in der Fotobox mit Freunden für den guten Zweck ablichten lassen.
Angefangen hatte das Programm bereits um 20.11 Uhr. Drei Guggen (Droli-Band, KoMaSex, Ruinen-Fetzzer) und drei Tanzgruppen (Käppeli-Baschi, Blau-Weiß-Garde, Blue Impact) brachten das Publikum auf Betriebstemperatur. Dazwischen streuten „Oberruäbsack“ Marc Dengler und Beisitzer Jannik Engler ihre Ansagen ein. Ab kurz nach zehn war schließlich nur noch Disco angesagt. Das Konzept ging auf: noch um eins war der Saal proppenvoll. Dann fuhren die ersten Hästräger mit den Bussen nach Hause.
Länger als bis 2 Uhr durften die „Ruäbsäck“ sowieso nicht. Der Grund: Weil am Sonntagmittag schon wieder Handball gespielt wurde, musste die Halle zügig übergeben werden. Um kurz nach 2 Uhr begannen die Mitglieder mit dem Abbau. Zwei Stunden später waren sowohl die Theken als auch die Technik verräumt. Am frühen Morgen kam zudem der Hausmeister mit der Maschine, um den schützenden Boden final zu reinigen. Nachdem dieser getrocknet und zusammengefaltet war, fand die Übergabe statt.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung – sowohl mit der Besucherzahl als auch mit der Stimmung“, zog Schriftführer Yvo Bührer am Montag ein erstes Resümee. Vor zwei Jahren habe man in der Generalversammlung entschieden, etwas Neues auszuprobieren und den Zunftabend in der Jahn-Halle durchzuführen. Auf dem neuen Terrain habe sich die Zunft gut zurechtgefunden. Der Versuch sei gelungen. Ob man in zwei Jahren mit dem Zunftabend erneut nach Teningen gehe, darauf wolle man sich noch nicht festlegen.
„Ein großer Dank geht an die Gemeinde Teningen, die Feuerwehr und die SG für die tolle Zusammenarbeit“, so Bührer. Dasselbe gelte für die Zunft. Laut dem Schriftführer seien vom Aufbau am Freitag über den Thekendienst am Samstag bis hin zum Reinemachen am Sonntag alle 414 aktiven Mitglieder sowie zahlreiche Freunde eingespannt gewesen. Dass die Schichtpläne problemlos gefüllt werden konnten, mache ihn und die Vorstandschaft „stolz“. Nun freue man sich erstmal auf die Hauptfasnet. Am Fasnachtssamstag, 14. Februar, lädt man in Köndringen zum „Ruäbsackhock“ mit Kinderumzug und zur Dorffasnet ein. Daniel Gorzalka





