WZO

Kunstwerk für den Klimaschutz: Stadtbibliothek Emmendingen stellt gehäkeltes Korallenriff aus

Wasser geht uns alle an: Auch dieses Jahr finden wieder die Wasseraktionswochen statt. Rund zwei Wochen gibt es jeden Tag Aktionen und Veranstaltungen rund um das Wasser in den Kommunen zu erleben. Am vergangenen Samstag fand zum Auftakt die Eröffnung der Ausstellung des gehäkelten Korallenriffs und der Begleitausstellung „Das Meer beginnt vor der Haustüre“ in der Stadtbibliothek statt.

2022 entstand nach einer Idee der Künstlerin Anna Busch in Riegel das „gehäkelte Korallenriff“. Jetzt, fast vier Jahre später, gastiert das Korallenriff in der Stadtbibliothek in Emmendingen zum Anlass der Weltwasserwochen. 45 Veranstaltungen sollen im Rahmen der Weltwasserwochen in den nächsten zwei Wochen stattfinden. Initiativen aus 13 Gemeinden sind beteiligt.

Dass Korallen und Klimaschutz zusammenhängen, sie oft nicht offensichtlich, so Daniel Halfmann vom Klimaschutzmanagement der Stadt Emmendingen. „Das Thema ist sehr relevant und viele Menschen haben etwas dazu zu sagen“, so Halfmann. Er unterstreicht, dass es wichtig sei, die Zusammenhänge zu erkennen: So habe die Autonutzung in Emmendingen direkte Auswirkungen auf die Korallenriffe in Australien.

„Global denken, lokal handeln“, ist auch das Motto des Klimanetzwerks Riegel. Anna Hoffmann und Vanessa Dinkel vom Klimanetzwerk stellten die Idee hinter dem Korallenriff vor. „Unser aller Handeln hat globale Auswirkungen und jeder Einzelne hat die Möglichkeit vor Ort, also vor der Haustür, seinen Beitrag zu leisten“, so Vanessa Dinkel. Seit dem Frühjahr 2022 häkelten rund 100 Frauen im Bürgercafé in Riege, aber auch in den heimischen Wohnzimmern und in umliegenden Ortschaften rund 1.000 Korallen in unterschiedlichen Farben und Formen. Nach Farben sortiert entstand schließlich ein mehrteiliges Korallenriff.

Doch auch Bildungsarbeit sollte mit dem Riff gemacht werden: Das Klimanetzwerk erarbeitete daraufhin Infotafeln, um auf das Korallensterben aufmerksam zu machen. Damit sollte die Verbindung zwischen Klimawandel, Meeresverschmutzung und der lokalen Verantwortung geschaffen werden – denn in den letzten 30 Jahren sollen nach aktuellen Studien rund 50 Prozent der Korallenriffe verschwunden sein.Tropische Riffe seien großteils nicht mehr zu retten. Dabei gelten sie als Regenwälder der Meere, so Dinkel: Sie sind Kinderstube für Meeresbewohner und schützen die Küsten. Zudem sind sie essenziell für die Ernährung von Millionen Menschen weltweit.

Schon in Riegel, Herbolzheim, Furtwangen, Ettenheim, Bad Krozingen, Elzach und Waldkirch sowie Hinterzarten hat das gehäkelte Korallenriff Halt gemacht. Mit den Spenden einer Spendenkasse am Eingang wird eine Umweltschutzschule in Indonesien bedacht.

Info:

Neben dem Korallenriff, das bis Mitte April in der Stadtbibliothek gastiert, ist auch die Begleitausstellung „Das Meer beginnt vor der Haustür“ zu sehen.Unter www.korallenriff-in-riegel.de gibt es Informationen rund um das Projekt. Das gesamte Programm der Weltwasserwochen ist unter www.climatehub.earth/wasser zu finden.

Text und Fotos: Enya Steinbrecher