Nachrücker holt Nadel: Zauberer Igor Dukadinovic aus Villingen gewann am Wochenende den Kleinkunstpreis
Im Rahmen des Künstlermarkts wurde am Wochenende zum 22. Mal der „Emmendinger Kleinkunstpreis“ verliehen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag demonstrierten sechs teilnehmende Acts auf der Schlosskeller-Bühne ihr Können. Dabei siegte diesmal ein Nachrücker.
Die 2026er-Ausgabe werden die Organisatoren des Kleinkunstpreises so schnell nicht vergessen. Der eine Grund: kurz vor dem Wettbewerb hatte einer der Künstler krankheitsbedingt abgesagt. Der Magier Olaf Creutzburg war mit dem Fahrrad gestürzt. Günther Hoffmann zückte das Handy, nutzte sein Netzwerk und fand schnell einen Ersatz. Spontan reiste aus Villingen der Zauberer Igor Dukadinovic an und nahm den Startplatz von Creutzburg ein.
Der dauergrinsende Magier mit dem Holzfällerhemd begeisterte das Publikum im Schlosskeller an beiden Tagen mit seiner Show. Seine verblüffenden Zaubertricks mischte er mit frechen Ansagen und cooler Musik. Mit seinem ganz eigenen Charme band er zudem die Zuschauer mit ein. Damit überzeugte er auch die Jury. Das fünfköpfige Komitee bestehend aus Ingrid Koch, Andrea Seguin, Jörg Vandersee, Andreas Schillinger und Stefan Maier verlieh Igor Dukadinovic am späten Sonntagnachmittag die „Emmendinger Nadel“.
Auf dem zweiten Platz landete Laurin Weth. Der Diabolo-Jongleur aus Bamberg ließ sein leuchtendes Spielgerät zur Musik tanzend durch die Luft wirbeln. Mal ließ er dabei zwei Diabolos gleichzeitig zirkulieren, mal nutzte er die Schnur zwischen den Stöcken sogar als Springseil. Beim ausverkauften Gala-Abend am Samstag staubte Laurin Weth den Publikumspreis ab. Aus einem Feld, das durch die Bank aus tollen Künstlern ganz unterschiedlicher Genres bestand, fand der diesjährige Wettbewerb zwei würdige Preisträger.
Den dritten Platz holten die „Flying Bottles“ vom Zirkus Rosado. Die vier Jungs aus Freiburg würzten ihre Jonglage mit lässiger Long Drink-Atmosphäre und einigen artistischen Moves. Ebenfalls auf der Bühne standen Steph aus Ehingen (Leuchtende Hula-Hoop-Reifen verbunden mit Akrobatik und Musik) sowie Kai Siegenthaler aus Groß Umstadt (LED-Jonglage). Nicht in die Wertung kamen „Shakti und Matze“. Das wortgewandte Musikkabarett-Duo aus Kaiserslautern hatte am Sonntagnachmittag kurz vor der Verleihung zurückgezogen.
Und damit zum zweiten Grund, warum die 2026er-Ausgabe so schnell nicht vergessen werden dürfte. Beim Gala-Abend hatten sich „Shakti und Matze“ hinter den Kulissen über den Auftritt von Dukadinovic beschwert. Tatsächlich stand dieser weit länger als die vorgegebenen zehn Minuten lang auf der Bühne. Das Problem: als Nachrücker wusste der Zauberer nichts vom Zeitlimit. Als er im Backstage davon erfuhr, bot er an, aus dem Voting auszusteigen. Günter Hoffmann unterband dies. Dies wiederum nahmen „Shakti und Matze“ zum Anlass, auf ihre Weise ein Zeichen zu setzen.
Trotz der Ereignisse, die sich hinter der Bühne zutrugen, waren die größten Gewinner des Kleinkunstpreises am Ende nicht Dukadinovic oder Weth, sondern das Publikum und die Kleinkunst an sich. Im Schlosskeller, der an beiden Tagen durchweg voll besetzt war, präsentierten alle sechs Künstler großartige Auftritte – und dies in einer beeindruckenden Vielfalt. Ein Lob gebührt zudem dem Team vom Schlosskellerverein, der die Organisation und die Bewirtung übernahm – und mit Julia Senn eine sympathische Moderatorin in ihren Reihen hatte.
Text: Daniel Gorzalka / Foto 1: Daniel Gorzalka, Foto 2: Martina Springmann
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