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Revitalisierung der Elz: Zwischen Wasser und Kollmarsreute beginnt bald die Rückverlegung der Dämme

Bald beginnen mit der Dammrückverlegung die Maßnahmen zum Hochwasserschutz zwischen Wasser und Kollmarsreute. Was seit Jahren gründlich vorbereitet und in einer Grundsatzvereinbarung mit dem Land und der Gemeinde Denzlingen geregelt ist, wird dann Realität: Die Revitalisierung der Elz zwischen Wasser und Kollmarsreute nach dem Vorbild der Flussrenaturierung zwischen Riegel und Köndringen.

Im Rahmen des Hochwasserschutzprogramms will das Regierungspräsidium (RP) Freiburg die Hochwasserschutzdämme der Elz zwischen Kollmarsreute und Wasser ins Hinterland zurückverlegen. So kann sich die Elz wieder naturnah entwickeln und Flächen für Naherholung und Freizeit entstehen. Das Projekt ist für die Stadt von großer Bedeutung, denn es verbessert nicht nur den Hochwasserschutz, sondern auch die Grundwasserneubildung und die Qualität des Naherholungsraums für die Menschen. Da die Revitalisierung ebenso eine naturschutzfachliche Aufwertung der neugeschaffenen Bereiche darstellt, können diese künftig als Ausgleichsflächen für neue Baugebiete herangezogen werden. Projektleiter Frank Bödeker und Flussmeister Bernd Walser vom RP informierten in der gestrigen Sitzung des Technischen Ausschusses zum aktuellen Stand der Gesamtmaßnahme. Zahlreiche Ortschaftsräte aus Kollmarsreute und Wasser nahmen ebenso an der Sitzung teil. „Hier werden im Gegensatz zur Maßnahme zwischen Riegel und Köndringen beide Dämme, nördlich und südlich der Elz, zurückverlegt“ führte Bödeker aus. Die ersten Ideen zur Dammrückverlegung seien bereits 2010 diskutiert worden. 2019 erfolgte die EU-weite Ausschreibung der Maßnahmen. Inzwischen seien die vorbereitenden Maßnahmen, die mit der Verlegung der Gasleitung bereits im September 2024 begannen, umgesetzt. Auch die Dammertüchtigung oberhalb des Kollmarsreuter Wehrs sei fertiggestellt. Als nächstes stünden die Dammertüchtigungen und -neubauten beiderseits der Elz an, die bis Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen. Bis dahin bleiben die alten Dämme erhalten. Im März 2027 beginne die Revitalisierung inklusive der Strukturmaßnahmen, so der Projektleiter. „Der gesamte Baustellenverkehr wird nicht durch die Ortschaft abgewickelt“, ergänzte Walser und beruhigte so die Gemüter. Auch die Ergebnisse der im Vorfeld durchgeführten Online-Befragungen sollen in das Projekt einfließen, erklärte Bödeker. Der offizielle Spatenstich für die Maßnahme sei auf den 21. April terminiert.

Vorgeschichte   

Im Oktober 2017 hat der Stadtrat die Unterstützung der Maßnahme mit einem Grundsatzbeschluss befürwortet. Auch für die Grundsatzvereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg, der Gemeinde Denzlingen und der Stadt Emmendingen für die Planungsphase im November 2019 war ein Beschluss des Stadtrates nötig. Ziel der Maßnahme ist die Rückverlegung des rechtsseitigen Hochwasserdammes der Elz in nordöstlicher Richtung (Kollmarsreuter Baggersee/Gemarkung Wasser und Kollmarsreute) sowie des linksseitigen Hochwasserdammes der Elz in südwestlicher Richtung (Stöckenhof/Gemarkung Wasser und Denzlingen). Innerhalb der rückverlegten Dämme soll eine naturnahe Gewässerentwicklung ermöglicht werden. Die Stadt Emmendingen trägt, ebenso wie die Gemeinde Denzlingen, 20 Prozent der Planungskosten. Vereinbart wurde ebenso, dass die drei Vertragsparteien die für die Maßnahme notwendigen Grundstücke zur Verfügung stellen. Ende 2025 hat das Landratsamt Emmendingen die wasserrechtliche Genehmigung erteilt.

Text: Thomas Gaess / Foto: Regierungspräsidium Freiburg