Schreckschüsse neben dem Tierheim: Unbekannte zünden Silvesterfeuerwerk auf direkt angrenzendem Parkplatz
Über den Sinn von Silvesterfeuerwerk kann man geteilter Meinung sein. Dass die Debatte zwischen Weihnachten und Neujahr kurz aufpoppt, um dann wieder völlig in Vergessenheit zu geraten, ist das eigentlich Perfide.
Zumindest In Emmendingen ist es diesmal anders. Dort wird auch in diesen Tagen noch über die Böllerei diskutiert. Der Grund: Unbekannte haben es fertiggebracht, am Abend des 31. Dezember in direkter Nähe zum Tierheim ein riesiges Feuerwerk zu zünden. Auf dem großen Parkplatz neben der Einrichtung lagen am Neujahrsmorgen in großen Mengen die entsprechenden Überreste. Gefunden wurden neben abgerauchten Raketen und Böllern auch leere Patronenhülsen von Schreckschusspistolen.
Rund 50 Tiere – darunter vor allem Hunde, Katzen, Hasen und Vögel – waren über Silvester im Tierheim untergebracht. Für sie muss der ohrenbetäubende Lärm eine entsetzliche Qual gewesen sein. Einher mit der Tat gehen auch Fragen: Wussten die Unbekannten nicht, dass sich neben dem Parkplatz das Tierheim befindet? Haben sie während dessen nicht zumindest das Bellen der Hunde mitbekommen? Warum schießen sie auf einem fremden Privatgelände illegal mit Schreckschusswaffen? Und was, wenn eine Rakete in den Hof der Tierheims geflogen wäre und dort ein Feuer ausgelöst hätte?
Schockiert waren einerseits die Passanten, die das Inferno am Neujahrstag bemerkten. “Ich finde das unverantwortlich und auch Tierquälerei, sein Feuerwerk direkt neben dem Tierheim zu zünden. Es sind auch Kanonenschläge direkt an der Mauer zu den Zwingern zu finden”, schrieb Sascha Zähringer aus Emmendingen der ET-Redaktion in einer E-Mail. „Eventuell können sie darüber berichten, um die Menschen dazu zu bringen, darüber nachzudenken”, appellierte er.
Um Fassung rangen anderseits auch die Mitglieder des Tierschutzvereins, die die Einrichtung betreiben. Am nächsten Morgen um 8 Uhr entdeckte eine Tierpflegerin die Hinterlassenschaften der Party und gab die Info an die Leitung weiter. Diese veröffentlichte daraufhin eine Instagram-Story.“Warum!? Letzte Nacht direkt neben unserem Tierheim: Feuerwerk und Böller auf dem Parkplatz. Für viele klingt das nach Spaß – für unsere Tiere bedeutet es puren Stress und Angst”, schrieb man unter ein Foto.
Immerhin: keines der Tiere wurde körperlich verletzt. „Den Unbekannten wollen wir keine Absicht unterstellen“, sagte Nicole Grafmüller, kaufmännische Leiterin der Einrichtung, am Montag am Telefon. Natürlich stelle man sich Fragen. Wichtig sei dem Verein nun jedoch, dass sich der Vorfall nicht wiederholt. Mit dem Ordnungsamt der Stadt habe man bereits Kontakt aufgenommen. „Vielleicht lässt sich rund um das Tierheim ein Böllerverbot realisieren“, so Grafmüller. Daniel Gorzalka
