Abstieg aus der Dritten Liga besiegelt: SG-Handballer starten am Samstag gegen Erlangen II ihre Abschiedstour
Die aktuelle Saison geht dem Ende entgegen und eines steht jetzt fest: Nämlich, dass die SG Köndringen/Teningen als Drittletzter der dritten Liga Süd den bitteren Gang in die Regionalliga antreten muss. Nichtsdestotrotz wollen sich die SG-Handballer ihren Fans beim zweitletzten Heimauftritt in der Ludwig-Jahn-Halle von ihrer besten Seite präsentieren. Am kommenden Samstag erwarten sie mit der Bundesliga-Reserve des HC Erlangen einen hochkarätigen Gegner.
„Um gegen den Tabellenzweiten aus Mittelfranken mithalten zu können, müssen wir auf sehr hohem Niveau spielen und dürfen keine Fehler machen“, weiß SG-Cheftrainer Ivan Mlinarevic, dass die Bundesliga-Reserve über die gesamte Spielzeit von 60 Minuten ein hohes Tempo gehen kann. Im Hinspiel in Erlangen, Ende November letzten Jahres, verloren die Gelb-Schwarzen zwar nur mit einem Tor Unterschied (32:33), doch damals stand halt noch ein Ausnahmekönner wie Pascal Helm auf der Platte, der alleine 14 Tore erzielte. Kurzum kein leichtes Unterfangen für die junge SG-Truppe, die trotz Abstieg jedoch hochmotiviert zu Werke gehen werde, versprach Mlinarevic. „Der Abstieg ist kein Beinbruch und keine große Überraschung. Jetzt haben wir ein klares Bild für die nächste Saison und können uns in Ruhe darauf vorbereiten“, erklärt der Übungsleiter. Noch vor der Abreise zum Auswärtsspiel nach Pfullingen war klar, dass es dieses Jahr keine Abstiegsrelegation in den vier dritten Ligen in Deutschland geben wird, da keiner der zwölf berechtigten Regionalligisten auf den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse verzichten wird. Am 15. April lief die Meldefrist ab und am Samstagvormittag erhielten die SG-Verantwortlichen die Nachricht vom Verband. Der Rückstand auf den Tabellenviertletzten (Nichtabstiegsplatz) TV Erlangen-Bruck beträgt zwölf Punkte. Drei Spieltage vor Saisonende ist das nicht mehr einzuholen.
Erhobenen Hauptes verabschieden
Positiv: Die Kaderplanungen für die nächste Saison sind größtenteils in trockenen Tüchern. Auch die Abgänge sind klar: Die Brüder Maximilian und Sebastian Endres werden ihre aktive Karriere nach dieser Saison beenden. Das gaben sie bereits Ende letzten Jahres bekannt. Ebenso schmerzlich wiegt das Karriereende von Ex-Profi und Spielmacher Pascal Helm, der nach seiner schweren Brustverletzung auch seinen Rückzug angekündigt hat. Kreisläufer Adam Petric, der nur für die Rückrunde verpflichtet wurde, wird den Verein ebenfalls verlassen. Doch jetzt gilt der Fokus erst mal dem nächsten Spiel. Mlinarevic war mit dem Auftreten seiner Schützlinge in Pfullingen grundsätzlich zufrieden: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und waren bis zehn Minuten vor Schluss auf Schlagdistanz. Bis zur 52. Minute haben wir nur 25 Gegentore bekommen“, bilanziert der Chefcoach. Wermutstropfen: In der 37. Spielminute wurde der bis dahin hinten und vorne sehr gut agierende Jonas Meyer nach drei Zeitstrafen des Platzes verwiesen und eine Viertelstunde später musste auch Kreisläufer Alexander Momber gehen. „In Unterzahl mussten wir dann einige Tore hinnehmen. In den Schlussminuten haben sich zudem die technischen Fehler summiert“, sieht Mlinarevic das Manko. Diese Woche stehen im Training deshalb das Abwehr- und Rückzugsverhalten sowie insbesondere die Eins-gegen-Eins-Situationen im Mittelpunkt. Trotz des Abstiegs seien seine Jungs hochmotiviert und wollten sich vor eigenem Publikum erhobenen Hauptes aus der Dritten Liga verabschieden.
Text und Bild: Thomas Gaess
