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Party, Peitschen, Pyramiden: Beim Großen Fasnetsumzug in Emmendingen zeigten sich die Narren in Hochform

Zum 54. Mal fand am Sonntagmittag in Emmendingen der Große Fasnetumzug statt. Insgesamt 80 Gruppen – darunter diesmal mehrere Zünfte aus dem Schwabenland – stolzierten, sprangen, tanzten und ulkten durch die ganze Innenstadt. Organisiert wurde die Parade wieder von den „Ämädinger Fellteyfel“.

Weil es trocken blieb und hier und da sogar die Sonnen durchblitzte, war der Andrang riesig. Entlang der Umzugsstrecke, die von der Schneckenbrücke aus durch die komplette Markgrafenstraße, über den Marktplatz, unter dem Stadttor hindurch, durch die Hebelstraße bis auf den Schlossplatz führte, bildeten Tausende Menschen um kurz nach 14 Uhr ein durchgängiges Spalier. Ab dem Café Hinterhaus standen die Gäste sogar in Dreier-, Vierer- und Fünferreihen. Ausgelassen war auch die Stimmung. Babys, die auf Papas Schulten saßen, beobachteten mi großen Augen das Treiben. Schüchterne Kinder begaben sich mit dem Körbchen auf Süßigkeitenjagd. Kokettierende Teenies bettelten nach einer Konfettidusche. Und in den hinteren Reihen beobachteten die Erwachsenen die Szenen und genehmigten sich heimlich ein Schnäpschen.

Die 2.800 Hästräger, Musiker und sonstigen Umzugsteilnehmer ließen sich von der Stimmung anstecken und legten sich närrisch ins Zeug. Es wurden Konfettiduschen verabreicht, Nasen angemalt, Choreografien gezeigt, Pyramiden vollführt, Karbatschen geschnalzt und Nebelkerzen gezündet. Letztere – das muss festgehalten werden – kamen nicht bei allen Gästen gut an. Ins Zeug legten sich zudem die Umzugsmoderatoren im Alten Rathaus und vor dem Stadttor. Angeführt wurde der Lindwurm wie immer von den Hachberger Herolden. Bei der Stadtmusik schwang OB Stefan Schlatterer mit Zylinder den Taktstock. Einen Sonderbeifall erhielten die beiden Geburtstagskinder– nämlich die Emmendinger Fasnachts-Gesellschaft (66 Jahre) und Emmendinger Hansele (88 Jahre). Mit den meisten Teilnehmern, nämlich knapp 200, reisten die „Kindringer Ruäbsäck“ an. Zu den bekannten Zünften aus dem Raum Emmendingen gesellten sich diesmal zahlreiche Gruppen aus dem Schwabenländle – darunter aus Reutlingen, Ulm oder Tübingen.

„Wir sind sehr zufrieden mit der 54. Ausgabe des Umzugs“, zog Danny Lipp, Umzugsleiter aus den Reihen der „Ämädinger Fellteyfel“, am Montag ein positives Resümee. An den Tagen davor habe er stündlich auf die Wetter-App geschaut und gehofft, dass es nicht regnet. Am Sonntag habe der Wettergott gezeigt, dass er ein Narrenherz hat. Pünktlich zum Start seien dann „sogar noch ein paar Sonnenstrahlen rausgekommen“. „Ich schätze, dass es diesmal zwischen 10.000 und 15.000 Zuschauer waren – vielleicht ein paar weniger als im vergangenen Jahr“, nannte Lipp die Plaketten. Die Plaketten, die von den rund 20 helfenden Fellteyfel am Straßenrand verkauft wurden, seien trotzdem komplett vergriffen gewesen. Probleme habe es beim Umzug keine gegeben. Polizei, DRK und Zuschauer hätten einen „entspannten und friedlichen Nachmittag“ erlebt.

Text: Daniel Gorzalka / Fotos: Elisabeth Stratz