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Unverbindlich beim Umzug mitlaufen: „Emmendinger Hansele“ bieten „Schnupper-Komplett-Paket“ an

In zwei Wochen startet die Fasnet. Mit 111 Schellen, verschmitztem Blick und den Stadtfarben Gelb, Rot und Blau feiert das „Emmendinger Hansele“ dann seinen 88. Geburtstag. Anlässlich des Narrenjubiläums wirbt die Traditionszunft auf kreative und interessante Weise für neue Mitglieder.

Entworfen wurde das „Emmendinger Hansele“ im Jahr 1938 vom damaligen Gymnasiallehrer und Kunstpädagogen Fritz Kölsch. Seitdem steht die Narrenfigur wie kaum eine andere für die Fasnet in der Großen Kreisstadt. Besonders prägend ist das gelb, rot und blaue Häs mit seinen insgesamt 111 Schellen – sechs großen und 105 kleinen – sowie die markante Holzlarve mit den großen Ohren, denen man nachsagt, sie könnten „die Flöhe husten hören“.

In Zeiten, in denen immer mehr Hexen, Dämonen und Fantasiewesen die Umzüge prägen, ist das „Hansele“ ein bewusst gepflegtes Stück lokaler Fastnachtstradition. „Die Figur steht für Lebensfreude, Heimatverbundenheit und generationsübergreifendes Miteinander“, betonen Zunftmeisterin Petra Artech und die Mitglieder. Entsprechend verstehe man sich als „familienfreundliche, in der Kinder, Eltern und Großeltern gemeinsam Fastnacht erleben“.

Zum 88-jährigen Jubiläum laden die „Hansele“ wieder zum Schnuppern ein: Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben die Möglichkeit, im Rahmen eines „Schnupper-Komplett-Pakets“ einmal selbst als Hansele an einem Umzug teilzunehmen. Das Paket beinhaltet unter anderem ein Leih-Häs, die Teilnahme an ausgewählten Umzügen und eine einjährige Mitgliedschaft. So kann das närrische Treiben unkompliziert und unverbindlich ausprobiert werden – ideal für Familien und Neugierige aus Emmendingen und Umgebung.

 Lagerfeuer für Interessierte

Zum Kennenlernen lädt die Narrenzunft alle Interessierten am Donnerstag, 6. Februar, um 17 Uhr zu einer gemütlichen Kick-off-Veranstaltung am Lagerfeuer ein. In lockerer Atmosphäre mit Stockbrot für die Kinder sowie Glühwein und warmen Getränken besteht die Möglichkeit, mit aktiven „Hansele“ ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und mehr über das Schnupper-Angebot und das Zunftleben zu erfahren. Die Location wird auf Anfrage per Mail bekannt gegeben.

Gerne können an diesem Termin auch Häs, die nicht mehr benötigt werden, zurückgebracht werden – insbesondere Kinder-Häs, aus denen die jungen Narren inzwischen herausgewachsen sind. So können die Outfits vielleicht schon bald neuen kleinen „Hansele“ eine Freude machen. „Kinder und Enkel halten bekanntlich jung“, sagen die Mitglieder. Genau deshalb wünschen sie sich zum 88. Geburtstag vor allem eines: Nachwuchs und neue Familien, die Lust haben, die Emmendinger Fasnet aktiv mitzugestalten und die Tradition des „Hansele“ weiterzutragen.

Wer aus Emmendingen kommt, die Fasnet liebt oder schon immer einmal wissen wollte, wie es sich unter einer Hansele-Larve anfühlt, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Damit die 111 Schellen auch in Zukunft laut durch die Straßen klingen – und die Zunft noch viele weitere Jahrzehnte ein bunter Farbtupfer der lokalen Fasnet bleibt. Kontakt und Informationen gibt es unter Info@em-hansele.de, auf der Webseite https://em-hansele.de/ oder auf der Facebook- und Instagram-Seite. Martina Springmann/Daniel Gorzalka

Rückruf-Aktion: Wer hat noch ein Hansele-Häs zu Hause?

In ganz vielen Emmendinger Haushalten schlummern noch Häs und Larven der Hansele. Weil die Zunft für die Schnupper-Aktion so viele Größen wie möglich zu Verfügung stellen möchte, bittet sie darum, diese wieder zurück zu bringen. Wer noch Hansele-Kleidung für Kinder oder Erwachsene im Kleiderschrank, im Keller oder auf dem Dachboden hat, kann sich gerne unter info@em-hansele.de melden.