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Wachter, Maul oder Klomfaß? Malterdingens Bürgermeister-Kandidaten stellten sich den Fragen der Einwohner

Eine große Hitze herrschte in der Malterdinger Festhalle am vergangenen Freitag bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl am 5. Juli. Doch warum verfügt die Halle eigentlich nicht über eine Klimaanlage?

Ganz einfach: Der noch amtierende Bürgermeister Hartwig Bußhardt wollte eine solche Anlage installieren lassen vor 25 Jahren, doch der damalige Gemeinderat lehnte dies aus Kostengründen ab. Trotzdem kamen zu der Kandidatenvorstellung über 320 Einwohner, über 250 weitere meldeten sich online an um die Veranstaltung zu streamen. Die Anwesenden wurden von der Gemeinde ausreichend mit gekühltem Mineralwasser versorgt. Zu einer Kandidatenvorstellung ist keine Gemeinde verpflichtet, dies geschah auf einen Beschluss des Gemeinderats. Die drei Kandidaten durften nicht nach Alphabet antreten, sondern nach dem Eingang ihrer Bewerbung zur Wahl. Moderiert wurde die Veranstaltung von Professor Dr. Jürgen Fleckenstein von der Hochschule Kehl. Jeder Kandidat hatte für seine Vorstellung fünfzehn Minuten Zeit, anschließend hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit dem Kandidaten persönlich Fragen zu stellen. Die anderen beiden Kandidaten durften in dieser Zeit nicht in der Halle sein. Im zweiten Teil der Veranstaltungstellen sich dann alle drei Kandidaten gemeinsam den Fragen der Bevölkerung. Das größte Interesse der Zuhörerinnen und Zuhörer bestand in Bezug auf die Malterdinger Haushaltslage. Nach dem aktuellen Planungsstand wird die Gemeinde Malterdingen Ende des nächsten Jahres über keine liquiden Mittel verfügen. Darlehen für Investitionen werden zukünftig nicht mehr genehmigt, da die finanzielle Leistungsfähigkeit und die dauernde Aufgabenerfüllung durch das Landratsamt in Frage gestellt wird. Im Finanzierungszeitraum bis zum Jahr 2029 wird sich die Liquiditätslücke auf rund sechs Millionen erhöhen. Bevor also die finanzielle Situation nicht nachhaltig gelöst ist, hat die Gemeinde Malterdingen kein Geld für weitere Maßnahmen oder Investitionen. Als erster Kandidat stellte sich Martin Klomfaß vor, im Moment Hauptamtsleiter der Gemeinde und Kandidat mit der meisten Erfahrung im Verwaltungsbereich. Er möchte, wenn er gewählt wird, die Ausgaben konsequent überprüfen und künftige Planungen ziel- und ressourcenschonend ausrichten. Die Mitkandidaten Florian Maul und Dennis Wachter haben auch gute Ideen eingeworfen, scheiterten aber bei Fachfragen durch die fehlende Erfahrung im Verwaltungswesen. Nach der knapp dreistündigen Veranstaltung konnte man deutlich merken, zu welchem Kandidaten die Zuhörerinnen und Zuhörer tendieren. Sie möchten für die nächsten acht Jahre einen Kandidaten, der sich nicht erst einarbeiten muss, sondern sofort loslegen kann. Ein „Weiter so“ kann es nicht geben. Jetzt  zählt es dann, wieviele Bürgerinnen und Bürger die Chance nutzen und sich für einen neuen Bürgermeister am Wahltag am 5. Juli entscheiden. Der Noch-und Dienstälteste Bürgermeister des Landkreises, Hartwig Bußhardt, konnte der Veranstaltung entspannt beiwohnen und machte gleich zu Beginn in der Begrüßung klar: „Bitte wählen Sie nicht mich, ich höre auf.“

Text und Bilder: Thorsten Trzecziak