SBBZ ändert den Namen: Eduard Spranger-Schule heißt ab sofort Allmend-Schule Wasser
Der Kreistag des Landkreises Emmendingen hat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag beschlossen, dass das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Emmendingen-Wasser, das derzeit von 169 Schülern besucht wird, künftig den Namen Allmend-Schule Wasser trägt.
Nach dem Schulgesetz von Baden-Württemberg entscheidet der Schulträger über den Namen einer Schule, im vorliegenden Fall der Landkreis Emmendingen. Im Mai 1979 hatte der damalige Kreistag entschieden, der Schule den Namen Eduard-Spranger-Schule zu geben. Eduard Spranger war in der Nachkriegszeit ein anerkannter Wissenschaftler, Philosoph und Pädagoge; zahlreiche Schulen wurden nach ihm benannt.
Im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Schuljubiläum wurde die Kreisverwaltung von der Schulleitung darauf hingewiesen, dass die Namensgebung Eduard Spranger nicht mehr unumstritten ist und andernorts diskutiert wird. Hintergrund sind das Wirken und die Haltung Eduard Sprangers in der Zeit des Nationalsozialismus. Er bekannte sich in der NS-Zeit eindeutig zur nationalsozialistischen Lehre der Eugenik und distanzierte sich später nicht von seinen Ansichten und Einstellungen zur Rassenlehre und Eugenik. Der Kreistag stimmte deshalb auf Vorschlag der Schulkonferenz Mitte Oktober vergangenen Jahres einer Umbenennung zu und beauftragte die Verwaltung, in enger Abstimmung mit der Schule einen Vorschlag für einen neuen Namen zu erarbeiten.
An der Schule bildete sich daraufhin eine Namensfindungs-kommission mit dem Schulleiter Stephan Hiller, Vertretern der Lehrerschaft, der Schüler sowie der Eltern. Die Kreisverwaltung war durch die Kreisarchivarin Dr. Bettina Fürderer vertreten. Nach mehreren Sitzungen empfahl die Kommission mit großer Mehrheit und breiter Zustimmung den Namen „Allmend-Schule Wasser“. Kreisverwaltung und Verwaltungsausschuss hatten dem Kreistag empfohlen, dem Vorschlag der Kommission zu folgen.
„Der Name Allmend-Schule eignet sich aus zwei Gründen für das sonderpädagogische Bildungszentrum in Wasser“, erklärte Landrat Hanno Hurth in der Kreistagssitzung. „Es gibt einen direkten Ortsbezug, denn die Schule liegt am Rande des Waldgebiets Teninger Allmend im Gewann Kohlgrube. Der Begriff Allmende passt aber auch im übertragenen Sinne gut zu der Schule, denn er bedeutet Allgemeingut, und Bildung ist ein Gut, an dem alle Menschen teilhaben sollen – auch Menschen mit einer Beeinträchtigung.“
