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3.000 Euro Soforthilfe zusätzlich

Endingen (hvg). Aus den Schlagzeilen ist das Erdbeben, das Venezuela im Juni erschütterte und Tausende das Leben gekostet hat, schon wieder verschwunden. Geblieben aber ist das Leid von Menschen vor Ort. Um ihnen beizustehen, engagiert sich der Freundeskreis „Colonia Tovar“. Jetzt erhielt er überraschend Unterstützung vom Lions-Club Breisach-Kaiserstuhl-Tuniberg.
Deren aktueller Präsident Rei Santos und Pressesprecherin Annette Greve überraschten die Verantwortlichen des Freundeskreises mit ihrer Zusage einer Soforthilfe in Höhe von 3.000 Euro. Vor der Inschrift, die am Hotel „Pfauen“ an die Auswanderer-Historie im 19. Jahrhundert erinnert, überreichten sie den symbolischen Spendenscheck an Michael Formella und Ralf Muttach vom Freundeskreis.
Beide schilderten eindringlich die Lage in dem Katastrophengebiet. Lehmhäuser seien eingestürzt, Baumaterial fehle an allen Ecken und Enden. Viele Menschen hätten buchstäblich alles verloren. Besonders dringend würden Lebensmittel, Babynahrung und Medikamente benötigt.
Viele Menschen dort trauern auch um Angehörige, deren Schicksal bis heute ungeklärt ist und die vermutlich unter eingestürzten Bauten begraben liegen. Noch immer sind die Aufräumarbeiten nicht abgeschlossen.
Statt Hilfsgüter aufwendig nach Venezuela zu transportieren, werden die benötigten Waren direkt vor Ort gekauft. Das sei nicht nur deutlich günstiger, sondern vermeide auch zusätzliche Kosten und Verzögerungen durch Transport und Einfuhrgenehmigungen, unterstrich Formella.
Muttach ergänzte: Über langjährige Vertrauenspersonen würden die Hilfsgüter gezielt an die Menschen verteilt, die sie am dringendsten benötigten. So könne sichergestellt werden, dass die Spendengelder dort ankämen, wo sie wirklich gebraucht würden und nicht im bürokratischen Aufwand versickerten.
Dass der Lions-Club Kaiserstuhl das Engagement des Freundeskreises „Colonia Tovar“ unterstützt, ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatte die Organisation Kosten für Medikamententransporte übernommen. Die Entscheidung über die jetzige Soforthilfe sei ebenso schnell wie einstimmig gefallen, berichteten Santos und Greve.
Für die Verantwortlichen des Freundeskreises ist klar: Auch ihr Einsatz hat seine Grenzen, doch sie bleiben beharrlich. „Wir wissen, dass der Wiederaufbau sehr lange dauern wird“, meinte Muttach, „und wir sind ein kleiner Verein – doch wir helfen, wo wir können.“
Die Not in der Region Tovar, deren Gebiet etwa die Größe des Kaiserstuhls hat, werde nicht mit den ersten Hilfslieferungen enden – für die betroffenen Familien werde es vor allem eines brauchen: einen langen Atem.
Leserinnen und Leser des „Kaiserstühler Wochenberichtes“ können wirksam unterstützen – mit Spenden an den Freundeskreis Colonia Tovar, IBAN DE48 6809 0000 0000 515108.