Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte
Endingen (hvg). Gegen Ende Juni hatte der Freundeskreis „Colonia Tovar“ eine „Fiesta Venezuela“ veranstaltet. Der nachfolgende Bericht – aus redaktionellen Gründen zeitlich verschoben erscheinend – schildert die Eindrücke jenes Abends, der noch in unbeschwerter Atmosphäre hatte stattfinden können, bevor etwa eine Woche später Erdbeben Venezuela erschüttert hatten.
Gelb (bzw. Gold) und Rot weisen sowohl die Flaggen Venezuelas wie Deutschlands auf und könnten als farblich visualisierte Schnittmenge für die Verbundenheit beider Länder gesehen werden (Venezuelas Hoheitszeichen wird um Blau, das Deutschlands um Schwarz ergänzt). Dekorationen in den genannten Farbtönen zierten Wände und Tische im Bürgerhaus, in dem sich sichtlich gut gelauntes Publikum zur „Fiesta Venezolana“ versammelte.
„Freundeskreis „immer aktiv“„30 Jahre Freundeskreis Tovar“ galt es zu feiern, wie die Moderatoren Michael Formella und Ralf Muttach verkündeten, die sich nicht auf einen Rückblick über Geleistetes und Erreichtes beschränkten (Bernd Meyer zeichnete dies im Verlauf des Abends akribisch in Wort und Bild nach), sondern auch mit Gegenwart und Zukunft verknüpften: „Es gibt immer etwas vom Freundeskreis zu berichten, wir sind immer aktiv“, sagten sie.
Dies gilt für Aktivitäten „daheim“ – konkretisiert u.a. durch die Beteiligung am Weihnachtsmarkt, dem alemannischen Brotmarkt, der Stadtputzete sowie die Organisation von Vorträgen und vielfältigen Treffen im Tovar-Stüble – wie insbesondere durch die fortlaufende Hilfe, die für Tovar geleistet wird. Bis heute gehen monatlich Container mit Spenden in die befreundete Region, um vor allem mit dringend benötigten medizinischen und hygienischen Hilfsgütern auszuhelfen.
Eindrücke von vor OrtEine Endinger Abordnung reiste zuletzt 2023 nach Tovar; deren Eindrücke von vor Ort wurden in Live-Kommentaren und reichhaltiger Bildauswahl eindrücklich geschildert. Die herzliche Gastfreundschaft ihrer Gastgeber eröffnete den Reisenden einen unverfälschten Blick auf den Alltag der Menschen. Sie erlebten deren alltäglichen Herausforderungen hautnah, jedoch auch die Lebensfreude, die sich die Menschen vor Ort zu erhalten wissen.
Was „guat 130 Johr speter“ begann Ein Herzstück des Abends bildete der launige, mit Anekdoten angereicherte Dialog, mit dem Franz-Joseph Vollherbst und Sternekoch Anibal Strubinger schilderten, was „guat 130 Johr speter“ – nach der 1842/43 erfolgten Auswanderung von Kaiserstühlern in das südamerikanische Land – begonnen hatte:
Die Ausbildung junger Tovarer in Deutschland. Eine bereits 50 Jahre währende Erfolgsgeschichte zeichneten sie nach, die sie durch zahlreiche Fotos aus dieser Zeit mit vielen Bezügen zu Endingen höchst anschaulich werden ließen.
Gespräch mit Zeitzeugen Ein „Zeitzeugen-Gespräch“, das Bernd Meyer auf dem Podium mit Andres, Ricardo und Leo führte, rundete diese kurzweilige Darstellung ab. Alle drei kamen vor etlichen Jahren an den Kaiserstuhl, absolvierten in örtlichen Betrieben ihre Ausbildungen und haben hier bestens Fuß gefasst.
Wären dafür nicht schon Ausbildungsabschluss, erfolgreiche Berufstätigkeit und Heirat genügende Beweise, dürfte folgendes Faktum sich im Südbadischen an Beweiskraft wohl kaum übertreffen lassen: Alle drei sind mit Herz und Seele auch in der heimischen Fasnet „deheim“.
