Fasnet-Auftakt mit Bahlinger Häs-Treffen
Bahlingen (est). Trotz Schnee und Eis – die Narren strömten auf den Berg zur Silberberghalle in Bahlingen, um mit der Narrenzunft der Silberberghexen den närrischen 22. Geburtstag zu feiern.
Schon am Freitagabend war die Halle mit närrisch interessierten Besuchern aus Bahlingen und der Umgebung gut gefüllt. Das Programm der fünf beteiligten Vereine kam gut an. Der Gesangsverein überraschte mit selbstgedichteten Liedern, die Landjugend präsentierte ein Männerballett. Italienisch gab sich der Musikverein, nicht zu vergessen die Tanzeinlage der Silberberghexen, die das Bühnenspektakel eröffneten. Die Stimmung hätte nicht besser sein können, so Timo Kaufmann im Rückblick. Zwischen den Auftritten wurden auch noch zwei Zunftmitglieder geehrt, die zu den Gründungsmitgliedern zählen und der Zunft seit 22 Jahren die Treue halten. Es sind Martin Lickert und Karol Ziba.
Auch am Samstagabend ließen es sich Hästräger aus dem ganzen südbadischen Raum nicht nehmen, auf den Silberberg zum Hästräger-Treffen zu pilgern. Eine der Mitglieder stärksten Zunft – die Köndringer Ruäbsäck – hatten sogar einen Programmbeitrag vom Feinsten auf Lager. Ihre Tanzshow des Frauen- und Männerballetts war weder an Vielfältigkeit noch an Ausdauer zu übertreffen. Kreiert hatte den Auftritt Franziska Dengler, deren Vater Edgar Trautmann bis vor zwei Jahren selbst noch im Männerballett mit von der Partie war, wie er selbst der Presse erzählte. Inzwischen hat auch hier ein Generationswechsel stattgefunden und die Tänzerinnen mit blondem Pagenkopf und rotem Glitzeroutfit (Teufelinnen?) waren überwiegend junge Mädels. Aber auch die Burschen in der Rolle als fesche Herzbuben machten neben den jungen Herzdamen eine gute Figur. Tosender Applaus nicht nur aus den Reihen der zahlreich erschienen Ruäbsäck in ihrem typisch in der Region bekannten Sackleinenoutfit waren ihnen sicher.
Für fetzige Stimmung sorgten natürlich auch die verschiedenen Guggemusiken, die zum Fest erschienen waren. Die Festeröffnung übernahmen dabei die „Gugge ma mol“-Gugge“ aus Umkirch. Das Publikum wollte sie fast nicht von der Bühne lassen, bis die Moderatoren Felix Häßig und Josh Kaufmann sie mit der folgenden Darbietung der Ruäbsäck lockten, die hinter der Kulisse schon aufgeregt auf ihren Auftritt warteten. Auch aus Emmendingen war das närrische Ensemble „Erscht ä‘ mol gugge“ in glitzernden Neofarben gekommen und aus Vogtsburg päperten und trommelten die „s’Krottenbach Kaos“-Gugge, um den Hexen vom Silberberg mit ihrer schrägen Musikeinlage zu gratulieren.
Hexen aus Buchholz, Eichstätten, Bötzingen, Burgheim oder von der Hochburg machten ihre Aufwartung. „Geischter“ und Dämonen aus Buchenbach, Teningen, Freiamt und Denzlingen waren vertreten. Sogar eine Madagaskargruppe mit Madagaskaräffchen aus der Schweiz stachen in ihren bunten Umhängen aus der Menge hervor. Daneben fielen närrische, zunftfreie Besucher im Leopardenoutfit, das derzeit nicht nur bei närrischen Veranstaltungen im Trend liegt, oder Harlekins ins Auge. Alle zusammen ergaben ein buntes Kaleidoskop an fröhlich feiernden Menschen, die den Auftakt der fünften Jahreszeit in Bahlingen feierten. Auch die Zäpfletrinker aus Vörstetten, die am Abend zuvor die Bewirtung für die befreundeten Bahlinger Hexen übernommen hatten, waren wieder fit genug und versammelten sich an ihrem Lieblingsplatz um die Theke im Foyer.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends boten jedoch mit ihrem Damenballett die Gastgeber selbst. Die Mädels in glitzerndem kleinem „Schwarzen“ boten einen Tanz mit viel Bewegung und guter Choreografie. Ohne Zugabe ließen sie das Publikum nicht von der Bühne und belohnten mit begeistertem Beifall. Musik und Auftritte wechselten sich weiter ab und bis in die Morgenstunden wurde ausgiebig aber friedlich gefeiert. Die Heimfahrt war nicht so gefährlich, wie zunächst befürchtet. Die Gemeinde hatte besonders auf der steilen Zufahrt für Streuung gesorgt, so dass eine sichere Abfahrt auch zur nächtlich frühen Stunde gewährleistet war.
Die Gastgeber sind im Nachhinein mit ihrem Jubiläumsfest mehr als zufrieden und froh das Fest ohne störende Ereignisse mit vereinten Kräften über die Bühne gebracht zu haben. Sie freuen sich schon auf das Brauchtum am Schmutzigen Donnerstag in Bahlingen und auf die Teilnahme bei Umzügen und Hallenfeiern bei anderen Zünften.
