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Bröcker ist Bürgermeister

Amtsübergabe in Staufen / Gemeinderat verabschiedet Benitz und wählt Benjamin Bröcker

Staufen. Es war die letzte Gemeinderatssitzung, die Bürgermeister Michael Benitz leitete. Ein großes Publikum hatte sich zu diesem historischen Termin eingefunden, darunter Ehrenbürger und ehemalige Stadträte. Der gewählte Bürgermeister Dr. Benjamin Bröcker wurde am 20. Mai einstimmig vom Rat zum bestellten Bürgermeister gewählt.

Noch läuft beim Verwaltungsgericht Freiburg eine Frist, in der vom Kläger eine Berufung in der nächsthöheren Instanz eingereicht werden kann. Der gewählte Bürgermeister hätte auch direkt nach seiner Wahl zum bestellten Bürgermeister gewählt werden können, wollte aber das Urteil des Verwaltungsgerichts abwarten. Da die Klagen inzwischen abgewiesen wurden und eine Berufung eher unwahrscheinlich ist, fand seine Wahl zum bestellten Bürgermeister in der jüngsten Gemeinderatssitzung statt. Sie war ein klarer Vertrauensbeweis für Benjamin Bröcker, alle Räte stimmten einer offenen Wahl zu und das Ergebnis war einstimmig. „Das ist ein gutes Zeichen“, befand der scheidende Bürgermeister Michael Benitz und gratulierte seinem Nachfolger zum eindeutigen Wahlergebnis. Als letzte Amtshandlung verlas er die Urkunde und überreichte die Bürgermeisterkette, dazu einen gelben Bauhelm für den zukünftigen Baumeister der Risse-Katastrophe, die Bröcker zusammen mit dem Bürgermeisteramt übernimmt.
„Es fühlt sich seltsam an, zum ersten Mal mit der Amtskette hier zu stehen“, betonte Bröcker in seiner kurzen Antrittsrede. Eine Rückschau stehe ihm nicht zu, aber er wolle danke sagen für die sympathische Amtsübergabe und die kompetente Begleitung im Vorfeld. „Ich fühle mich dadurch etwas mehr gewappnet, aber die Fußstapfen meines Vorgängers sind sehr groß. Es wird einige Zeit dauern, bis ich in ein ähnliches Level komme.“ Bröcker hob die Kompetenz des Rathausteams hervor, das einwandfrei funktioniere, er habe sich gut aufgenommen gefühlt. „Morgen beginnt für mich ein neues Kapitel, ich habe bei der Staatsanwaltschaft die Schlüssel abgegeben und meine Robe in den Schrank gehängt.“ Im Mai anzufangen sei besonders schön, insofern habe die Verzögerung auch ihr Gutes gehabt. Nach einem personenbezogenen Wahlkampf stehe nun die Sachpolitik im Mittelpunkt. Er dankte für die Unterstützung, „das habe ich so noch nicht erlebt, es hat mich sehr bewegt“.
Bürgermeisterstellvertreter Thomas End nannte die Amtsübergabe eine Zäsur und einen wichtigen Tag für Staufen. Angesichts des kurz bevorstehenden Endspiels zwischen dem SC Freiburg und dem britischen Verein Aston Villa gab er einen Rückblick auf die Amtszeit von Michael Benitz im Bild des Fußballs. „Ist der Bürgermeister der Trainer? Nein, denn er kann keine Spieler auswechseln, auch wenn er das wohl manchmal gerne getan hätte. Er ist der Spielführer, der eine gute Abwehr haben muss, damit es Tore gibt. Du hast viele Tore geschossen und die Mannschaft souverän durch die Nachspielzeit geführt!“
Benitz dankte für die Wertschätzung aus der Bevölkerung, „das hat in dieser Zeit sehr gut getan.“ Der letzte Tag im Amt sei für ihn ambivalent, einerseits sei er erleichtert, die Verantwortung abzugeben, aber die Aufgabe habe ihn erfüllt und die Arbeit Freude gemacht, auch in schwierigen Situationen: „Durch die „Nachspielzeit“ durfte ich noch das Faustforum eröffnen, auch die Verabschiedung wird dort stattfinden.“
Dr. Sabine Brandenburg-Frank