Walter Laub nimmt den Hut
Nach 24 Jahren Amtszeit geht Amtsinhaber Walter Laub zum 9. Juni in den Ruhestand.
Umkirch. Die Tage sind gezählt: Die letzten Wochen als Bürgermeister von Umkirch stehen für Amtsinhaber Walter Laub (65) bevor. So ganz kann er sich derzeit den baldigen, neuen Alltag noch nicht vorstellen – ohne all die Termine und mit freien Abenden. Er freut sich aber auch schon sehr auf die Zeit „danach“, wenn er das Zepter in die Hände von Nachfolger Pascal Saffran geben darf. Für ihn selbst bleibt dann mehr Zeit für Familie, neue oder auch alte Hobbies wie lesen, gärtnern oder italienisch lernen und um in seiner Heimat Umkirch den wohlverdienten Ruhestand zu genießen.
Vergangene Woche war Amtsinhaber Walter Laub im Verlag des ReblandKuriers in Bad Krozingen bei Redaktionsleiter Frank Rischmüller und Redakteurin Kirsten Riess zu Besuch. Mit einem weinenden und einem lächelnden Auge ließ er seine Zeit als Bürgermeister von Umkirch Revue passieren. „Ich habe etwas in Umkirch bewegt und wir haben umgesetzt, was wir uns leisten konnten … Und das macht zufrieden und stolz. Jeden Tag den ich ins Rathaus fahre, habe ich das Gefühl, dass es gut geworden ist.
Von der umfassenden Ortskernsanierung, über die Seniorenbetreuung und die Zusammenlegung der Kindergärten, die Schlossmühlen-Sanierung, die Grundschule als Ganztagsschule – nun bereits im dritten Jahr –, das Gemeinde-Archiv, das wir unseres nennen dürfen, das Feuerwehrgerätehaus, das dieses, spätestens kommendes Jahr fertig gestellt werden kann… Ein Haufen Projekte, die stolz und zufrieden machen und die Tag für Tag sichtbar sind und bleiben.“ Er hat definitiv die Weichen gestellt, sich zukunftsweisend für Umkirch engagiert und für die Zukunft vorgesorgt.
Übergabe des Bürgermeisteramts zum 9. Juni
Die Amtsübergabe steht unmittelbar bevor: Vom 8. auf den 9. Juni ist es so weit, dann wird Walter Laub das Rathaus-Zepter in die Hände von Amtsnachfolger Pascal Saffran geben. Vorher möchte Laub natürlich noch so viel wie möglich an offenen und laufenden Projekten und Themen abschließen. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates die für Montag, 18. Mai, ansteht, wird er noch so zahlreiche Punkte wie möglich auf den Tisch bringen, sodass für einiges der Weg geebnet oder gar abgeschlossen werden kann.
Noch laufende Projekte von Walter Laub
Beispielsweise die Glasfaserkabel-Aufrüstung der Gemeinde – nun neu durch die Firma Vodafone ins Leben gerufen, auf Grund der Beauftragung in den Nachbarortschaften, und einer dahingehenden einfachen Umsetzung auch für Umkirch. Auch große, langwierige Projekte, „in denen er selbst tief drin steckt“, wie das inakzeptable Thema der Tesla-Ladestationen am Umkircher Park & Ride-Parkplatz, ohne Rastplatz, Toiletten und Entsorgung, würde Laub gerne abschließen. Hier wurde Widerspruch eingelegt und Klage eingereicht und man konnte bereits kleine Erfolge verzeichnen. Als Jurist und zugelassener Anwalt hat Walter Laub natürlich reichlich Erfahrung und Kenntnisse, die der Gemeinde hier in die Karten spielen.
Auch das neue Sportstättenkonzept würde er gerne noch mit einer beauftragten, erfahrenen Stuttgarter Firma, die ausschließlich Sportstättenkonzepte betreut, fertigstellen. Aktuell werden die Gutachten von Hochwasser, Verkehr und Lärm in das Konzept eingearbeitet. „Das Sportstättenkonzept muss umsetzbar sein!“, so die deutlichen Worte von Bürgermeister Walter Laub.
Das wird Laub in seiner Amtszeit nicht mehr schaffen
An die Zukunft des alten Pfarrhauses wird Laub, wie er bedauert, in seiner Amtszeit „leider keinen Knopf mehr drauf machen können“. Hier ist die Gemeinde Umkirch derzeit noch intensiv dabei, die Rahmenbedingungen mit der Kirche zu verhandeln. Die Zeit-Planung hat er selbst hier jedoch nicht in der Hand.
„Der Schutz des Wasserschutzgebietes im Bereich des Neubaugebiets Freiburg-Dietenbach ist Tagesgeschäft. Die Wasserqualität in Umkirch muss gesichert werden und erhalten bleiben“ so Laub. „Impulse geben, ist unsere Aufgabe! Ein Leben als Bürgermeister macht Spaß – das Einbringen eigener Ideen sowie das Anstoßen von Themen, Verbesserungen und Projekten. Als Bürgermeister hat man einen riesigen, bunten Strauß an Themen, die den Beruf so interessant machen.“
Aktuell, wie man im Gespräch schnell merkt und was nicht verwundert, ist Laub noch immer engagiert, voller Energie und Tatkraft in seiner Rolle als Bürgermeister, auch wenn es in schnellen Schritten auf die Amtsübergabe zugeht. „Bürokratieabbau, dann wird alles besser, wie so viele meinen? Diese Aussage unterschreibe ich nicht. Aber manche Rahmenbedingungen machen das Leben eines Bürgermeisters schon etwas schwer“, gibt Laub zu.
Er freut sich dann doch auch schon auf seine Zeit im Ruhestand, muss sich aber ganz gewiss erst noch an den Gedanken gewöhnen. Und wenn es soweit ist, wird er erst einmal den Abstand zulassen um im neuen, ruhigeren Alltag ankommen – hoffentlich alle in bester Gesundheit, um all das genießen zu können. „Fällt es Ihnen leicht loszulassen?“, fragt Redaktionsleiter Frank Rischmüller. „In manchen Bereichen ja, aber es geht ans Herz“, gesteht Walter Laub ehrlich. Verständlich, nach drei Amtszeiten und beachtlichen 24 Jahren als Bürgermeister im Amt von Umkirch – und das stolz und mit Leib und Seele, wie man so schön sagt. Kirsten Riess
