Infrastruktur stets im Blick
Bürgermeisterwahl in Wittnau am Sonntag / Amtsinhaber Jörg Kindel ist einziger Kandidat
Wittnau. Vor acht Jahren haben die Wittnauer Bürger Jörg Kindel zu ihrem Bürgermeister gewählt. Damit haben sie landesweit eine Besonderheit im Hexental etabliert. Denn Kindel war bereits Bürgermeister der Nachbargemeinde Au und damit der erste der zwei hauptamtliche Bürgermeisterämter inne hatte. Am Sonntag haben nun die Wittnauer Bürger wieder die Wahl, einziger Kandidat ist Jörg Kindel.
Landesweit mag dies besonders sein, doch in der Realität sind beide Gemeinden, auch über die Vereine, eng verbunden. „Jede hat kommunalpolitisch ihre Besonderheiten“, weiß Jörg Kindel und schätzt diese Tatsache durchaus, auch wenn es bei gewissen Themen selbstverständlich Überschneidungen und Wiederholungen gebe. Auf Verwaltungsebene hat er in den vergangenen Jahren versucht die beiden Gemeinden zu verknüpfen, nicht zuletzt um ausgeschriebene Stellen für Bewerber attraktiver zu machen. „Das funktioniert gut, wir haben ein gutes Zusammenspiel“, freut sich Kindel.
Rückblick auf die endende Amtszeit
In Wittnau war die Entwicklung des Baugebietes „In den Haseln Ost“ in den vergangenen Jahren ein wichtiger Punkt. Prägend war auch die Thematik der Windenergie. Hier sprachen sich die Bürger im Rahmen einer Bürgerbeteiligung klar für eine Vereinbarung mit Sölden für den Ausbau der Windenergie auf dem Forlenberg aus. „Die Stärkung des Wir-Gefühls war wichtig“, blickt Kindel zurück. Hier freut er sich, dass etwa das Dorffest etabliert werden konnte, in der Adventszeit die Weihnachtssterne eine Hingucker sind und der Mehrgenerationenspielplatz Birkenwäldele eröffnet wurde.
Ein wichtiges Thema der vergangenen Jahre und auch der Zukunft ist für Kindel die stetige Instandhaltung und Verbesserung der Infrastruktur, etwa der Kanalisation, der Straßen und der Wasserleitungen. „Wir können das nicht alles den künftigen Generationen überlassen“, so Kindel. In die Zukunft führt auch das mit den Bürgern erarbeitete Entwicklungskonzept „Wittnau 2035“. „Hier konnten wir leider, coronabedingt, das Thema Kinderbildungszentrum nicht voran bringen. Doch das steht nun an“, bilanziert der Amtsinhaber, der gerne weiterhin im Amt sein möchte. Die Pläne des Kinderbildungszentrums beinhalten gleich mehrere Veränderungen in der Gemeinde und sollen sich positiv auf das Miteinander auswirken. Im Vereinshaus neben der Schule sollen zusätzliche Räume für die Grundschulbetreuung, sowie der Kindergarten eingerichtet werden. Im Gegenzug sollen die Vereine im Gallushaus schöne Räume erhalten. „Das könnte positive Effekte im Gebäudeunterhaltung mit sich bringen“, so Kindel, denn Ziel sei es auch immer den aktuell negativen Haushalt zu stabilisieren.
Amtsinhaber Kindel würde gerne auch künftig Bürgermeister in Wittnau sein, mit dem Zuspruch der Bürger. Am Sonntag ist er der einzige Kandidat auf dem Stimmzettel. Annika Willscheid
