Einhundert Tage im Amt
Vergangenen Donnerstag war Umkirchs Bürgermeister Pascal Saffran genau 100 Tage im Amt
Umkirch. Vergangenen Donnerstag war Pascal Saffran genau 100 Tage im Amt. Im Interview mit dem ReblandKurier schildert der neue Bürgermeister, wie er diese spannende Zeit erlebte.
100 Tage im Amt – davon ein großer Teil in der Sommerpause: Was konnten Sie in dieser ersten Phase dennoch bereits anstoßen?
Pascal Saffran: Die Sommerpause bedeutet in einer Gemeindeverwaltung natürlich nicht, dass nichts passiert. Wir konnten in dieser Zeit bereits einige Dinge anstoßen und weiterentwickeln. Dazu gehört die Neueröffnung des Pumpenhauses, die wir gemeinsam mit der Betreiberin auf den Weg gebracht haben. Ein großer Schwerpunkt war zudem die Weiterentwicklung des Sportstättenkonzepts. Gleichzeitig haben wir den Projektstart für einen digitalen Veranstaltungs- und Belegungskalender auf den Weg gebracht und die Vereinsförderrichtlinie grundlegend überarbeitet. Diese beiden Themen werden im September in den Gemeinderat kommen. Mir war in der ersten Zeit wichtig, nicht nur neue Ideen zu entwickeln, sondern möglichst schnell konkrete Projekte in die Umsetzung zu bringen.
Was hat Sie am meisten überrascht?
Pascal Saffran: Die enorme thematische Breite. An einem Tag geht es um Sportstätten oder die Entwicklung der Ortsmitte, am nächsten um Verkehr, Personal, Grundstücke oder ganz konkrete Anliegen einzelner Bürger. Es ist wirklich ein ganzer Blumenstrauß an Themen. Und obwohl 100 Tage eine sehr kurze Zeit sind, war schon erstaunlich viel dabei: Sehr schöne Momente wie die Eröffnung des Pumpenhauses, des Pumptracks oder das Vorankommen bei wichtigen Projekten. Gleichzeitig gab es mit dem Wohnungsbrand und dem schweren Unwetter auch Ereignisse, auf die man natürlich gerne verzichtet hätte. Gerade in solchen Situationen merkt man aber, wie wichtig eine funktionierende Verwaltung, Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte sind und wie stark der Zusammenhalt im Ort ist. Diese Mischung macht das Amt unglaublich vielseitig. Man weiß morgens tatsächlich nicht immer, welche Themen einen bis zum Abend noch beschäftigen werden.
Welche Themen und Vorhaben möchten Sie nun zügig angehen?
Pascal Saffran: Ein großes Thema der kommenden Monate wird die Haushaltsplanung sein. Sie beginnt jetzt mit der Mittelanmeldung – und dabei müssen wir entscheiden, welche Projekte wir in den nächsten Jahren tatsächlich umsetzen können und in welcher Reihenfolge. Berücksichtigen wollen wir beispielsweise erste Maßnahmen aus dem Sportstättenkonzept, verkehrspolitische Maßnahmen einschließlich der Ergebnisse aus dem Schulwegekonzept sowie die weitere Entwicklung unserer Ortsmitte. Gleichzeitig laufen natürlich viele weitere (Pflicht-) Aufgaben und Projekte. Unsere finanziellen Spielräume sind nicht unbegrenzt. Deshalb braucht es eine gute Planung und vor allem eine klare Priorisierung. Mir ist wichtig, dass wir ambitioniert bleiben, aber gleichzeitig realistisch schauen, was finanziell und personell leistbar ist.
Würden Sie heute etwas anders machen als nach Ihrer Vereidigung?
Pascal Saffran: Wahrscheinlich würde ich mit etwas mehr Gelassenheit starten. Gerade am Anfang hatte ich den Anspruch, möglichst schnell in allen Themen drin zu sein und auf vieles direkt eine Antwort zu haben. Nach 100 Tagen würde ich mir selbst von Beginn an etwas mehr Zeit geben. Als Bürgermeister muss man nicht alles sofort wissen. Viel wichtiger ist es, die richtigen Fragen zu stellen, sich auf das kompetente Team in der Verwaltung verlassen zu können und dann fundierte Entscheidungen zu treffen. Diese Gelassenheit schafft einen klareren Fokus und hilft dabei, Prioritäten zu setzen. Den Anspruch, Dinge voranzubringen und neue Ideen einzubringen, würde ich aber genauso beibehalten. Alfons Theis
