Für mehr Biodiversität
Die Biotopverbundplanung wurde im Bad Krozinger Gemeinderat vorgestellt
Bad Krozingen. Welche Biotope gibt es auf der Gemarkung Bad Krozingen? Mit welchen Maßnahmen können sie erhalten, aufgewertet und miteinander verbunden werden? Wo und wie könnte man neue Biotope schaffen? Diese Fragen untersuchte die BHM Planungsgesellschaft mbH im Auftrag der Stadt, die dafür entsprechende Fördermittel des Landes nutzte. Das ausführliche Fachgutachten für den kommunalen Biotopverbund stellte Anna-Lisa Schneider im Juli im Gemeinderat vor.
Siedlungen, Industrie- und Gewerbegebiete sowie Verkehrswege zerschneiden und versiegeln die Landschaft. Eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und der Ausbau von Gewässern verkleinern zunehmend die natürlichen Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten, die vielerorts auch durch den Klimawandel zu verschwinden drohen. Um ihr Überleben zu sichern und die biologische Vielfalt insgesamt zu stärken, ist im Bundesnaturschutzgesetz festgeschrieben, dass ein Biotopverbund und eine Biotopvernetzung mindestens 10 Prozent der Fläche eines jeden Landes umfassen sollen. Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 einen funktionalen Biotopverbund auf mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche zu erreichen. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt betrug die Biotopverbundfläche 2024 knapp 12 Prozent.
Die vorgestellte Biotopverbundplanung ist eine naturschutzfachliche Empfehlung, die zum Ziel hat, das Offenland der Kommune (78 Prozent der Gemarkungsfläche) in eine struktur- und artenreiche Agrarlandschaft umzuwandeln. Das Gutachten führt konkrete kommunale und private Flächen auf und beschreibt detaillierte Maßnahmen. Auswahl und Umsetzung sind freiwillig und können zum Beispiel über das Ökokonto der Stadt erfolgen. Auch gibt es zahlreiche Förderprogramme für Kommunen und Privatleute/ Landwirte.
Amtsleiter Jan Möhring, Bereich Planen, Bauen und Umwelt begrüßte die Biotopverbundplanung als Steilvorlage für die Stadt, frühzeitig Ausgleichsflächen festzulegen und einen Mehrwert auf Bad Krozinger Gemarkung zu schaffen. Auf Nachfrage von Corinna Quartier (B90/ Grüne) bestätigte Oberbürgermeister Volker Kieber, dass bei der Umsetzung der Maßnahmen auch eine Bürgerbeteiligung möglich sei. Michael Selinger (B90/ Grüne) gab zu bedenken, dass eine Brache für Landwirte nicht interessant sei, wenn sie hohe Pachtpreise zahlten beziehungsweise mit Sonderkulturen hohe Erträge erzielen könnten. Im Kaiserstuhl sei die Resonanz dank der hohen Förderung sehr gut, berichtete der Vertreter des Landschaftserhaltungsverbandes Breisgau-Hochschwarzwald. Hier würden Böschungen, Flächen ohne landwirtschaftlichen Ertrag, durch Pflegschaften stark aufgewertet. Andrea Hagemann-Raffs
