Musikalische Urzeit
Durch beeindruckende Klangwelten fĂŒhrte die Bergmannskapelle
Seefelden. Laut Bernhard Metzger, dem PrĂ€sidenten des MarkgrĂ€fler Musikverbands, gibt es im LĂ€ndle nur noch fĂŒnf Bergmannskapellen. Diesem âMankoâ bot die Bergmannskapelle Buggingen mit drei Orchestern beim Jahreskonzert Paroli. Eines davon ist das Vororchester Buggingen-GriĂheim, das erst seit wenigen Monaten probt.
Gleichwohl spielte das Ensemble um den Jugenddirigenten Oleksii Portenko das StĂŒck âLand of a Thousand Dancesâ sowie den Queen-Kracher âWe Will Rock Youâ in einem guten Rock-ânâ-Roll-Tempo. âWe Will Rock Youâ.
EingelĂ€utet von Drums und Tenorhorn kam der Hit beim Publikum an, das nach einer Zugabe rief. Die ebenfalls zahlenmĂ€Ăig gut aufgestellte Jugendkapelle zeigte mit âRhythm of the Worldâ, wohin die Reise gehen könnte. Saubere EinsĂ€tze waren gefragt, bevor es mit dem lebhaften âBlinding Lightsâ von The Weeknd (ohne e) weiterging. âGefĂ€llt mirâ, dachten wohl viele, denn als das exzellent dargebotene âAll I Want for Christmas Is Youâ endete, brandete Beifall auf.
âUrzeit ohne hâ lautete das Konzertmotto. So begrĂŒĂten der zweite Vorsitzende Dieter Karle und der erste Vorsitzende Manuel Guth das Publikum in der Seefelder Winzerhalle.
Nachdem sich die Jugend mit dem gewĂŒnschten Nachschlag verabschiedet hatte, schmetterten die aktuell 31 Aktiven um ihren Leiter Roman Viehöver die âFestival OvertĂŒreâ, wie der HollĂ€nder sagt. Zu Gehör kam eine facettenreiche Partitur mit melodischen Momenten und starkem Crescendo. âChallenger Deepâ nannte der Italiener Filippo Ledda sein Werk, das eine unglaubliche Exkursion beschreibt.
Der Marianengraben, ein Tiefseegraben, verlĂ€uft im Nordwesten des Pazifiks. Hier befindet sich der tiefste Punkt der Erde, der Challenger Deep, einer der unzugĂ€nglichsten Orte unseres Planeten. 1960 wurde er von zwei Forschern erkundet â eine legendĂ€re Mission, die zwanzig Minuten âuntenâ dauerte, um an dem vermeintlich toten Ort Wassergetier zu entdecken. Dieses einmalige Abenteuer verpackte Ledda in Noten, die von der sanften See abrupt in die dramatische Tiefe strömten. Tempo und Dramatik lieĂen den Taktstock vibrieren, und das Leitmotiv wurde zu einem Hörgenuss. Als sanftes Pendant startete âHeavens Lightâ, ein StĂŒck mit dunklen Passagen und einer orchestralen Klangbreite. Viehöver und sein Orchester hatten es sich mit den âUrzeitenâ nicht leicht gemacht: Als NĂ€chstes fĂŒhrte ein Komponist aus Singapur nach Gwondana, âder Superkontinent SĂŒdamerika, Afrika und Arabienâ, bevor alles auseinanderbrach.
Fremdartige Laute aus der Natur laden nach Gwondana, das mit Pauken und Trompeten hörbar gespalten wird. Die halbe Welt gerÀt aus den Fugen, formiert sich dann aber mittels weicher, zarter Harmonien neu. Die Geschichte endet mit einer wahrlich monumentalen Instrumentierung.
Hatte das Schlagwerk bereits ordentlich zu tun, kam auch nach der Pause keine Ruhe rein. Mit einer Art Urknall lĂ€utete der SauerlĂ€nder Komponist âMeteoritmoâ ein. Dann folgte nur ein Wispern beziehungsweise Totenstille. Geschildert wird der Einschlag eines Meteoriten vor fĂŒnfzehn Millionen Jahren, der weltweit einzigartig war â nahe Heidenheim.
Die Musiker gaben dem Publikum eine Lektion Wissen mit, die sie mit lautstarkem Tutti-Fortissimo und Maestoso vermittelten. Atonal begann indes der Ausflug in den âJurassic Parkâ mit Melodien namhafter Blasmusikliteratur. Gefolgt von âMontanas del Fuegoâ die triste Vulkaninsel sowie âGolden Peakâ, erloschene Vulkane in Mittelfrankreich.
Seltene Ehrungen gab es anlĂ€sslich des Jahreskonzerts der Bergmannskapelle Buggingen in der Winzerhalle, vorgenommen von Bernhard Metzger, dem PrĂ€sident des MarkgrĂ€fler Musikverbands sowie von den Vorsitzenden Manuel Guth und Dieter Karle. FĂŒr 50-jĂ€hrige aktive TĂ€tigkeit im Dienst der Blasmusik wurde Vizedirigent Norbert Machauer (FlĂŒgelhorn) und Ralf Stump (Tenorhorn) die GroĂe goldene Ehrennadel des Bunds deutscher Blasmusik (BDB) verliehen. Ăber 500 Konzerte wurden von den beiden Vereinsmitgliedern mitgestaltet. Hohes Engagement zeigt weiter Bernd Steinhart (Schlagzeug). Er wurde fĂŒr sein 40-jĂ€hriges aktives Wirken mit der Goldenen Ehrennadel des BDB ausgezeichnet. Auf 25-jĂ€hrige aktive Mitgliedschaft blickt Stefan Lenz zurĂŒck. Ihm wurde die Silberne Verdienstnadel des BDB verliehen. AuĂerdem wurde Sarafina Boss (Trompete) mit dem Jungmusiker- Leistungsabzeichen in Silber geehrt. Mit dem Bronze-Abzeichen wurde auĂerdem Leonie Meier (Querflöte) ausgezeichnet. Ines Bode
