Theaterauftritte begeistern
Landjugend Merdingen überzeugte bei ihrem ersten Theaterstück nach sechs Jahren Pause
Merdingen. Nach sechs Jahren Pause kehrte die Landjugend Anfang Januar mit einem fulminanten Theaterwochenende zurück auf die Bühne – und das Publikum machte vom ersten Moment an klar, wie sehr es diese Tradition vermisst hatte. An beiden Abenden füllte herzlicher Applaus den Saal mit dem spürbaren Gefühl: Endlich wieder Theater in Merdingen.
Unter den zahlreichen Gästen befand sich auch Bürgermeister Martin Rupp, der die Rückkehr des Ensembles ebenso begeistert verfolgte wie die vielen Besucher aus dem Ort und der Umgebung. In diesem Zusammenhang gaben gleich vier Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Debüt: Samuel Maier, Luisa Kunzelmann, Maximilian Landmann und Hannah Ehret.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen
Im Hause Müller herrscht große Aufbruchstimmung – zumindest theoretisch. In der Realität kommt jedoch niemand auch nur bis zum Gartenzaun. Lisbeth (Marina Ochs) möchte zur Kur, kehrt aber wegen Gottfrieds (Sven Landmann) theatralisch verstauchtem Bein, das er behandelt, als sei es ein Totalschaden, schnell wieder zurück. Sabrina (Luisa Kunzelmann) verkündet eine spirituelle Rucksackreise nach Tibet mit ihrem neuen Freund Yogi (Samuel Maier), der allerdings eher nach „Selbstfindung im Wohnzimmer“ aussieht als nach Himalaya-Erfahrung.
Opa Gustav (Marco Scherzinger) feiert ein geplantes Gelage mit seinem Kumpel Max (Maximilian Landmann) mehr als die fromme Seniorenwallfahrt, die er von seiner Familie geschenkt bekommen hat. Währenddessen wittert Gottfried seine Chance auf ein heimliches Treffen mit Julie aus dem Nachtgewerbe, doch die neugierige Nachbarin Hanneliese (Hannah Ehret) und Paketbote Martin (Marc Menner) sabotieren jeden Ansatz von Heimlichkeit mit Dauerbesuchen und ständigen Lieferungen mit zwielichtiger Herkunft.
Als dann auch noch Frieda (Katja Menner) beim Blumengießen in Ohnmacht fällt, ist das Chaos perfekt. Julie (Lena Breisacher) taucht schließlich ebenfalls auf, und das große Improvisationstheater beginnt: Jeder erfindet neue Ausreden, um alte Lügen zu retten, bis sich die Geschichten gegenseitig überholen. Am Ende fliegt alles auf: Yogi und seine Komplizin Natascha entpuppen sich als Betrüger, die Tibet wohl nur aus dem Katalog kennen.
Die Landjugend Merdingen sammelt für den guten Zweck
Auch abseits der Bühne zeigte die Landjugend Herz: Pro Eintrittskarte ging ein Euro an den Förderverein für krebskranke Kinder. Zwischen 300 und fast 400 Karten wurden an beiden Abenden verkauft – ein starkes Zeichen für die Verbundenheit der Gemeinde mit ihrem Theaterensemble. Und Lilli Thierer (Vorstand der Landjugend) gibt sich zuversichtlich, 2027 wieder ein Theaterstück auf die Beine stellen zu können. Martin Büttner
