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Weltpolitik und Lokales

Neujahrsempfang des Gewerbevereins Heitersheim / „Wir leben im Wohlstand und sind pleite“

Heitersheim. Der Neujahrsempfang des Gewerbevereins Heitersheim fand am vergangenen Donnerstag im Weingut Julius Zotz statt. In seiner Begrüßungsrede streifte der Vorsitzende Stefan Haag die Welt- und Bundespolitik, um dann auf die aktuelle Situation des Gewerbevereins und der Bemühungen um eine attraktivere Innenstadt einzugehen.

Mit dem paradox anmutenden Satz, „wir leben im Wohlstand und sind pleite“, beschrieb Haag ganz treffend die Realität in Deutschland, wo die Steuern trotz Rekordeinnahmen nicht ausreichten und Taschenspielertricks nötig sind, um Schlaglöcher zu flicken, was Haag als bedenklich bezeichnete. Er gab aber zu bedenken: „Deutschland ist im Vergleich zu anderen EU-Nachbarn noch seriös.“ In Frankreich sei die administrative Misswirtschaft viel schlimmer und in die USA seien so überschuldet, dass wenn diese Blase platze, alles in Frage stehe. Haag wies auch auf konkrete Entwicklungen und Probleme in Heitersheim hin, versicherte aber in seinem Fazit: „Wir stecken nicht den Kopf in den Sand und machen motiviert weiter. Und wo sich Türen schließen, gehen andere auf.“
Bevor Haag mit seiner Vorstandskollegin Manuela Walz und Bürgermeister Christoph Zachow zum traditionellen Anschnitt der Neujahrsbrezel schritt, hob das Gemeindeoberhaupt in seinem Grußwort, die für 2026 anstehenden Heitersheimer Großprojekte, wie den Neubau der Feuerwehr und des Bauhofs sowie die Einrichtung einer modernen Mediathek im ehemaligen Kaufhaus Zähringer hervor, die herausfordernde seien und zu bewältigen gäbe. Für die erfolgreiche Realisierung der Projekte sei er zuversichtlich. Der Gemeinderat müsse zeitnah entscheiden. Zachow wünschte sich in seinem Grußwort an die Gewerbetreibenden insgesamt mehr Optimismus. Der Bürgermeister dankte dem Gewerbeverein für die gute Zusammenarbeit im alten Jahr, die 2026 fortgesetzt werden solle. Frank Rischmüller