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Zukunftsmusik in Umkirch

Es wird mit sehr viel Respekt an die Ideen des ursprĂŒnglichen Planers herangegangen

Umkirch. Das Gemeindezentrum Umkirch Ecke Benkeweg/Hugstetter Straße ist ein spannendes GebĂ€ude – von Bau und von seiner Nutzung her. Das will die evangelische Kirchengemeinde optimieren, die Kirche um 90 Grad drehen und die Nutzung intensivieren. Dazu gab es kĂŒrzlich einen Informationsabend im Umkircher BĂŒrgersaal. Rund 50 Teilnehmer hörten sich hierbei an, was Pfarrer Christian Lepper und Architekt Frank Heinz zu berichten hatten – und brachten ihre WĂŒnsche in die Diskussion mit ein.

Christian Lepper stellte das Gemeindehaus kurz vor: Es sei seit dem Bau 1971 schon ein Dorfgemeinschaftshaus gewesen. Das will man nun ausbauen. Die Badische Landeskirche (der Kirchenbezirk Breisgau) hat beschlossen, das GebĂ€ude zu erhalten und zukunftsfest zu machen. Das letzte Wort hat der Kirchengemeinderat, ein Bauausschuss ist gegrĂŒndet, es gibt einen Fundraisingausschuss.

Der Status quo

Das Gemeindezentrum sei ein untypisches KirchengebĂ€ude mit seinem quadratischen Grundriss. Es gebe keinen typischen Gottesdienstraum, verschiedene Gruppen nutzten es via Raumteiler multifunktional. Das Foyer sei transparent, das Haus zum Dorf hin geöffnet. „Das entspricht einer theologischen Konzeption“, so Lepper. Licht- und Theatertechnik sei vorhanden und ausbaufĂ€hig.

Diese Arbeiten sind nötig

Der Gottesdienstraum sei kommunikativ, er biete einen direkten Kontakt zwischen Pfarrer und Gemeinde. Pfarrer Lepper: „Die Gemeinde ist das Zentrum, der Pfarrer hat nur den Auftrag, den Gottesdienst zu leiten.“ Das Umkircher gehört zu den ersten GebĂ€uden des Bezirks, die saniert werden sollen. Und so sieht die Planung aus: Notwendig ist eine neue Heizung, eine WĂ€rmepumpe fĂŒr den Übergang soll es richten; so lange man noch auf die Pelletheizung vertrauen kann. Sie lĂ€uft seit dem Jahr 2000. „Das ist ein bisschen Lotto“, sagte Pfarrer Lepper. Vorgegeben von der Landeskirche sei eine thermische Renovierung. „Wir werden aber nicht die ganze GebĂ€udehĂŒlle renovieren mĂŒssen.“ Und wĂŒnschenswert seien mehr GruppenrĂ€ume fĂŒr gleichzeitige Veranstaltungen. GrundsĂ€tzlich habe das GebĂ€ue eine „schicke Theologie“; nĂ€mlich die Idee, Gottes Schöpfung in den Gottesdienstraum hineinzunehmen. Großes Lob fĂŒr das außergewöhnlich GebĂ€ude hatte auch der Waldkircher Architekt Frank Heinz, als er das neue Projekt vorstellte. Es wirke fast wie ein japanischer Pavillon. Er gehe mit sehr viel Respekt an die Ideen des ursprĂŒnglichen Planers heran. Heinz: „Wir wollen das GebĂ€ue in dieses Jahrhundert transformieren.“ Der Baumbestand sei toll, einzig die Decke ein bisschen aufregend, weil unruhig. „DarĂŒber mĂŒssen wir nachdenken.“

Das Konzept des Architekten

Seine Überlegungen drehen den Gottesdienstraum um 90 Grad – die Besucher kommen direkt in den Raum hinein, „man schaut ins Licht“ der Glasfront, die sich hinter dem Altar erhebt. Dahinter könnte, im Außenbereich, ein Kreuz platziert werden. Jetzt steht der Raum quer zum Eingang. Seitenbereiche könne man abtrennen und variabel gestalten. Tageslicht möchte der Architekt oben einfallen lassen, mit Lamellen, um es zu filtern. Auch das Kunstlicht kommt dann von dort. Den Boden will er sanieren. Kosten und Aufwand hielten sich in einem ĂŒberschaubaren Rahmen. Damit könne die Gemeinde ihr Haus fit machen fĂŒr die nĂ€chsten 50 Jahre. Wichtig sei, Ideen zur Nutzung zu sammeln und dann zu schauen, was geht.

Brainstorming

Und das taten die Besucher im zweiten Teil des Abends – sie setzten sich in Gruppen zusammen und entwickelten ihre Vorstellungen von der Nutzung. Diese reichen vom Fahrdienst fĂŒr Ă€ltere Besucher ĂŒber Kino, Konzerte, Kleinkunst ĂŒber Zumba-Tanzabende, kleinere Messen, Feste. Und mit Kindergottesdiensten, theologischen GesprĂ€chen sowie Lesungen und Diskussionen war noch lange nicht Schluss. Ein Wunsch war es, am derzeit etwas muffigen Geruch der Kirche zu arbeiten: „Eine moderne Kirche darf nicht nach einer alten Kirche riechen“, formulierte es eine Arbeitsgruppe. Der zweite Wunsch: Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit, wenn man schon verstĂ€rkt in Veranstaltungen einsteige. Pfarrer Lepper sehr prĂ€zise: „Die Frage ist auch – wer organisiert das alles?“ Er dankte fĂŒr die Anregungen ĂŒber die in den nĂ€chsten Monaten diskutiert und dann informiert werde. Klaus KrĂŒger