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Verdienstvolles Wirken gewürdigt

Ettenheim (ks). Zwei thematische Schwerpunkte wählte Bürgermeister Bruno Metz beim Neujahrsempfang in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadthalle in seiner Rede: einen umfassenden Überblick über das breite Spektrum der kommunalpolitischen Leistungen im abgelaufenen und anstehend im neuen Jahr sowie eine kritische persönliche Stellungnahme zur vielfach zu hörenden kritischen Haltung der Deutschen zu ihrem Staat.
Ettenheim sieht Metz auf einem guten Weg. Wichtige Projekte seien realisiert oder in Planung, die die Infrastruktur und den Lebenswert der Bürger verbessern, die Zukunftsperspektiven stärken und Nachhaltigkeit darstellen. Seine Bilanz umfasste den gesamten Bereich, mit dem sich die Kommunalpolitik im Laufe des zurückliegenden Jahres beschäftigt und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt hat. Beispielhaft seien aus der ausführlichen Auflistung genannt: Kinderbetreuung und Schulen, Gesundheitsversorgung, Schaffung neuer Arbeitsplätze, Sorgfalt bei der Erhaltung des historischen Erbes der Stadt, Ausbau des Dienstleistungs- und Einzelhandelsangebots, den hohen Stellenwert, den erneuerbare Energien in Ettenheim einnehmen.
Angespannte Haushaltslage „Ja, auch uns fehlt Geld“, so Metz unter Hinweis auf die derzeit weitverbreitete angespannte Haushaltslage der Kommunen, bei denen zwar die Einnahmen steigen, die „von oben“ auferlegten Auflagen und die damit verbundenen Ausgaben in ungleich stärkerem Maße um deutlich mehr. Schon in seiner Rede bei der Einbringung des Haushalts für 2026 hatte Metz betont, dass es nichts helfe, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern unbeirrt die notwendigen kommunalpolitischen Maßnahmen anzupacken. Ein 80-Millionen-Euro-Paket stelle der neue Haushalt dar, bei dem die Stadt auch davon profitiere, dass sie in den letzten 20 Jahren ihren Schuldenstand halbieren konnte.
Als Beispiel, wie Ettenheim auf besondere Förderprogramme reagiere, führte Metz das Bundesprogramm zur Sanierung von Sportanlagen an. Die Sportanlage am Mühleweg, die Herbert-König-Halle sowie der Neubau einer Sporthalle seien ins Auge gefasst. Die zurückliegende Feier „50 Jahre eine Stadt“ wertete Metz als erfreuliches Zeichen eines erfolgreichen Zusammenwachsen von Kernstadt und Ortsteilen.
Ernüchterndes Stimmungsbild Wenig kann Metz dagegen der vielfach zu hörenden Klage der Deutschen über die Situation im Land abgewinnen. „Weniger als die Hälfte der Deutschen blickt einigermaßen zuversichtlich nach vorne“, das sei ernüchternd. Unzufriedenheit und Angst aber reduzieren die Leistungsbereitschaft, lähmen, so Metz. Die Deutschen befänden sich, was Lebenszufriedenheit anbelange unter den Letzten in Europa. Geschimpfe und Lästern über Politik, besserwisserische Überheblichkeit, von den politischen Rändern herausgehauene Parolen fänden in den Medien in der Regel mehr Gehör als konstruktive Leistungen. „Die Distanz zum Staat wird größer, das Vertrauen in die Demokratie kleiner“, so die Klage des Bürgermeisters.
„Wir müssen uns sehr viel mehr bewusst machen, was wir alles haben.“ Seit 80 Jahren keinen Krieg auf deutschem Boden; ein Wohlstand, von dem die Eltern der älteren Generation nur träumen konnten; ein Land, in dem es sich gut uns sicher leben lässt; ein Staat der Teilhabe zulässt und uns eine Menge Verantwortung abnimmt – da fehle ihm das Verständnis des Klagens – auch beim Blick auf Länder, in denen sich die Lage ganz anders darstelle. „Mehr auf das halbvolle als auf das halbleere Glas sehen. Das wäre ein Anfang“, so Metz, der dazu ermutigte, Verantwortung zu übernehmen, in politischen Ämtern, in gesellschaftlichen Ehrenämtern.
Entsprechende Dankbarkeit empfindet Metz nach seinen Worten „für das große Engagement in unserer Stadt, für den Einsatz ganz vieler, die die Räder am Laufen halten“. Die wenigsten stünden dabei im Rampenlicht, übernehmen aber Tag für Tag Verantwortung, springen ein, wo Hilfe gebraucht wird.
Musikalisch wurde der Neujahrsempfang, bei dem Metz anfangs eine lange Liste von Gästen namentlich begrüßte, aus Anlass des scheidenden Dirigenten Jürgen Burmeister von der Stadtkapelle umrahmt. Bürgermeisterstellvertreterin Ulrike Schmidt sprach unter dem langanhaltenden Beifall der Teilnehmer am Neujahrsempfang Bürgermeister Bruno Metz den Dank für sein überaus engagiertes Wirken zum Wohle der Stadt seit nun 31 Jahren aus. Bekanntlich endete die Amtszeit von Metz Ende des Jahres, so dass der diesjährige Neujahrsempfang sein letzter als Bürgermeister war – nach dann insgesamt vier Amtszeiten.
Wertvoll für die Gesellschaft Wie bei den Ettenheimer Neujahrsempfängen üblich, würdigte Bürgermeister Bruno Metz auch in diesem Jahr Bürger und Organisationen für wertvolles ehrenamtliches Engagement. Seit 50 Jahren besteht das Ettenheimer Altenwerk. Aus der katholischen Kirchengemeinde heraus entstanden, wirkt es inzwischen konfessions- und stadtteiloffen bei regelmäßigen Zusammenkünften mit Programm, Spielen, musikalischen Darbietungen, Vorträgen und Nachmittagskaffee der Einsamkeit im Alter entgegen, schafft Verbindungen auch über die Treffs hinaus. Für dieses Wirken würdigte Metz namentlich die beiden Vorsitzenden Michaela Schöffel und Eva Hecht.
Seit 20 Jahren gibt es die Nachbarschaftshilfe Ettenheim. Abseits vom Licht der Öffentlichkeit, so Metz, leiste die Organisation mit 35 aktiven Helfern wertvolle Arbeit zum Wohle hilfsbedürftiger älterer Menschen, die durch die Hilfe im Haushalt, bei der Betreuung, durch Fahrdienste und Beratung in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Solidarität und wärmende Menschlichkeit seien mit diesen Diensten verbunden. Den Dank sprach Metz stellvertretend an die ehrenamtliche Vorsitzende Ulrike Schmidt und an die Einsatzleiterin Ramona Rehnisch aus.
Schließlich würdige Metz als Präsident der Stadtkapelle das 25-jährige Wirken von Jürgen Burmeister als Dirigent der Stadtkapelle. „Sie wissen, dass Sie in Ettenheim eine Jobgarantie auf Ewigkeit hätten“, so Metz an den scheidenden Dirigenten. Burmeister habe großartigen Einsatz für die musikalische Bildung und Ausbildung von Erwachsenen und Jugendlichen gezeigt, die Musiker mit seiner höchst kompetenten, souveränen und charismatischen Art, gepaart mit Freundlichkeit, Zugewandtheit und großer Empathie zu Höchstleistungen motiviert. Dass sich Burmeister nun noch einmal neuen Herausforderungen stellen wolle, sei nachvollziehbar. In den Dank bezog Metz auch Irena Burmeister, die Ehefrau des Dirigenten, mit ein, die auf viele gemeinsame Stunden mit ihrem Mann verzichten musste.
Langanhaltender Beifall wurde allen Geehrten zuteil.