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Neujahrsempfang in 2026

In Umkirch wurde der diesjährige Neujahrsempfang zu einem ganz besonderen Ereignis

Außergewöhnlich viele Gäste konnte Bürgermeister Walter Laub am Freitagabend zu seinem letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister in der Umkircher Turn- und Festhalle begrüßen. Unter ihnen waren Vertreter der Kirchen und Vereine sowie die Leitungen der Schule und der Kindertageseinrichtungen.

Zum Programm gehörten die Ansprachen der stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Strecker-Schneider und des neuen Vereinssprechers Benedikt Tröscher, der dem Bürgermeister die traditionelle Neujahrsbrezel überreichte. Außerdem wurden der 90-jährige Fredy Herz mit der Bürgermedaille der Gemeinde sowie Günther Bölter mit der Landesehrennadel ausgezeichnet. Für den schwungvollen musikalischen Rahmen sorgte der Musikverein. Einen besonderen Akzent setzte die brasilianische Sopranistin Karen Capistrano, die seit 2025 in Umkirch lebt, mit zwei Gesangsvorträgen, am Klavier begleitet von Maki Kobayashi.
In seinem Rückblick ging Walter Laub zunächst auf die weltpolitischen Sorgen des vergangenen Jahres ein. Die kommunalpolitischen Herausforderungen habe man dagegen insgesamt „ganz gut gemeistert“. Er erinnerte an die vielfältigen Vereinsaktivitäten, darunter Konzerte und Sportveranstaltungen, den Martinsumzug, den Weihnachtsmarkt mit Gästen aus der Partnerstadt Bruges sowie die Ferienprogramme für Kinder und Senioren. Besonders hob Laub das Gemeindefest auf dem Gutshof im Juli hervor. Diesem erfreulichen Resümee stehe jedoch der Megatrend zur Individualisierung entgegen, der den Fortbestand des gesellschaftlichen Lebens und der Vereine zunehmend erschwere. Umso mehr appellierte der Bürgermeister an das bürgerschaftliche Engagement und dankte den zahlreichen ehrenamtlich Aktiven. Beispielhaft nannte er den 2024 gegründeten Verein „Umkirch erleben“ mit Angeboten wie dem „Offenen Suppentopf“, der einen sehr wichtigen gemeinschaftsfördernden Impuls setze.
Zum Gemeindeentwicklungskonzept gehörten die Planungen für ein Sport- und Freizeitstättenkonzept, wozu dem Gemeinderat vier Varianten vorgelegt wurden; der Entscheidungsprozess stehe vor dem Abschluss. Als größtes Projekt der Gemeinde nannte Laub den bereits umgesetzten Um- und Neubau von Kita und Schule: Von rund zehn Millionen Euro Gesamtkosten konnten 4,3 Millionen Euro durch Fördermittel ohne Kreditaufnahme finanziert werden. In Kita und Grundschule werden derzeit insgesamt über 500 Kinder betreut. Aktuell läuft die Neugestaltung des Schulhofs (Kosten rund eine Million Euro). Beim im Jahr 2025 begonnenen Bau des Feuerwehrgerätehauses wurde am 2. Dezember Richtfest gefeiert; die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen.
Im Jahr 2025 betreute Umkirch 52 Flüchtlinge. Für das laufende Jahr seien lediglich sechs weitere Zuweisungen angekündigt, da die Gemeinde in den vergangenen Jahren über das Soll hinaus aufgenommen habe. Ein Container der Wohnanlage bleibe weiterhin belegt.
In seinen 24 Amtsjahren habe sich der Schuldenstand der Gemeinde von 6,7 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 461.000 Euro Ende 2025 reduziert, so Bürgermeister Walter Laub. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 79 Euro. Dies verschaffe Handlungsspielräume, dennoch bedeute das, Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dank richtete er an die Umkircher Gewerbebetriebe, von denen die Gemeinde im Jahr 2025 Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 7,7 Millionen Euro verbuchen konnte.

Laub mit persönlichen Worten
Am Ende seiner Ansprache bedankte sich Walter Laub bei allen Weggefährten seiner 24-jährigen Amtszeit. Bis Anfang Juni werde er noch im Amt sein. Für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 19. April 2026 (Stichwahl Sonntag, 3. Mai), dürfe man gespannt sein auf interessante Bewerberinnen und Bewerber für seine Nachfolge.
Christa Strecker-Schneider würdigte im Anschluss das breite ehrenamtliche Engagement sowie zahlreiche umgesetzte Projekte wie die Fahrradstraße, den Baustart des Feuerwehrhauses und die vielfältigen Vereins- und Gemeindeveranstaltungen.
Der Gemeinderat arbeitete 2025 in elf Sitzungen, Ausschüssen und Klausurtagungen intensiv an der Weiterentwicklung der Gemeinde. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Zukunft der Sport- und Freizeitstätten, deren Umsetzung 2026 vorrangig behandelt werden soll.
Mit Blick auf 2026 nannte Strecker-Schneider die Bürgermeisterwahl am 19. April als zentrales Ereignis und betonte die Bedeutung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit von Gemeinderat, neuer Rathausspitze, Verwaltung und Bürgerschaft. Alfons Theis