Mit mehr Zuversicht ins neue Jahr

Waldkirch (ght). Mit den Worten: „In Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, gefühlt jeder macht, was er will, verursacht das am Ende nur schlechte Laune und Besorgnis darüber, dass wir das nicht wirklich beeinflussen können. Und das können wir heute Abend nicht gebrauchen“, leitete Oberbürgermeister Michael Schmieder den diesjährigen Neujahrsempfang ein.
Für gute Laune sorgten zum Auftakt schon die munteren Klänge des „Musikverein 1864 Buchholz“ unter der Leitung von Oliver Schätzle sowie die gekonnt professionelle und nicht selten mit Humor gewürzte Moderation von Thomas Kern.
Unter den rund 500 Gästen des Neujahrsempfangs waren unter anderem der Bundestagsabgeordnete Dr. Johannes Fechner, der Landtagsabgeordnete Rüdiger Tonojan und Landrat Hanno Hurth vertreten. Ferner die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie Waldkirchs Stadträte und Ortsvorsteher, Kirchenvertreter, Schulleiter und weitere Persönlichkeiten.
Gemäß dem Motto des Abends, die Dinge positiv zu sehen, freute sich Oberbürgermeister Schmieder, das Waldkirch aus dem Infrastruktursondervermögen rund 13 Millionen Euro in den kommenden zwölf Jahren erhält. Des Weiteren freute er sich, dass die Digitalisierung in der Verwaltung, unter anderem mit der „e-Rechnung“, weiter fortschreite. Zudem bietet die intensivere Zusammenarbeit der Abteilungen einen besseren Service für den Bürger.
Nicht zuletzt gehöre zu dieser Verbesserung auch die verwaltungstechnische Zusammenlegung von Stadtmarketing, Tourismus, Kultur und Vereine. Ferner zeigte sich OB Schmieder erleichtert über die Flüchtlingsunterbringung: „Wir können das Thema dank neuer Konzepte erfolgreich managen.“ Ferner werde die Ganztagesbetreuung an den Schulen bedarfsgerecht abgedeckt.
Positiv sei auch die Erhöhung der Anhebung der Ehrenamtspauschale sowie der Neubau des Feuerwehrhauses in Buchholz. Bezüglich Feuerwehr soll eine Zusammenlegung der Ortswehren Waldkirch, Kollnau und Siensbach geprüft werden. Zudem sei ein städtischer Krisenstab gebildet worden, um in den Bereichen des Bevölkerungsschutzes und Krisenmanagements gut aufgestellt zu sein. Zudem werde das Thema Starkregen-Risikomanagement dieses Jahr angegangen.
Zu den zahlreichen in diesem Jahr anzugehenden Bebauungsplanprojekten gehörten unter anderem die ehemalige Herz-Kreislaufklinik, die Sanierung der Kastelberghalle sowie die Brückensanierungen. Zudem entstünden beziehungsweise seien bereits entstanden unter anderem am Bahnhof und an der Emmendinger Straße zahlreiche bezahlbare Wohnungen durch die stadteigene Wohnungswirtschaft. Bis 2031 wolle man 750 Wohnungen im städtischen Eigenbetrieb unterhalten.
Ein großer Dank ging an die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusses, dessen Fahrgastaufkommen sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr mit 40.000 Gästen verdreifach habe. Des Weiteren eröffnet am 2. Februar ein Backshop im Bahnhofsgebäude und sämtliche Bürger sind am 24. April zur Einwohnerversammlung eingeladen.
Zu all diesen und weiteren angesprochenen Themen resümierte Schmieder: „Insgesamt hat das letzte Jahr uns wieder eindeutig gezeigt, wie viel wir immer noch erreichen können, wenn alle mitanpacken. Nicht ins Jammern verfallen, sondern dankbar sehen und erkennen, was wir haben.“
Unter dem Motto „Waldkirch klingt gut“, nicht zuletzt dem Orgelbau geschuldet, wurde der neue Imagefilm, gedreht von Daniel Burger, für die sozialen Medien vorgestellt. Ferner informierten Waldkirchs Feuerwehrkommandant Christian Klein und sein Stellvertreter Peter Fuchs über die Aufgaben der Wehr, verbunden mit dem Wunsch nach weiteren Wehrfrauen und -männern. „Kommen Sie mit uns ins Gespräch“, so Klein mit Hinweis auf den 10. Mai, dem Aktionstag „Feuer und Flamme“.
EhrungenDie „Silberne Verdienstmedaille der Stadt Waldkirch“ ging an „Stadtorgler“ Karlheinz Kury. Kury halte mit seiner Orgel Waldkirchs musikalische Historie aufrecht und die bei seinen Aktivitäten erhaltenen Spenden reiche er an die verschiedensten Institutionen und Vereine weiter. „Als Mensch und Musiker sind sie eine Bereicherung für die Gemeinschaft in unserer Stadt“, so Schmieder bei der Preisvergabe. Standing Ovations begleiteten die Ehrung.
Der „Ehrenring“, die zweithöchste Auszeichnung der Stadt, ging an den Kommunalpolitiker Nikolaus Wernet. Ein Dank für 32 Jahre kommunalpolitisches Engagement. Wernet dankte für das ihm in den Jahren entgegengebrachte Vertrauen und stellte fest: „Kommunalpolitik ist wie ein Hobby, es zieht einen rein und ist keine Belastung.“
Der auf 1.500 Euro dotierte Waldkircher Kulturpreis ging an die Gruppe der „Historischen Stadtführung“ und an Ute Anna Hack vom Ballettstudio Ute Anna. Erstere sei 2002 mit der Figur des „Türmers“ gestartet, der das mittelalterliche Leben wieder habe lebendig werden lassen. Es folgten der „Torwächter“ und des „Torwächters Weib“. Mit „Theres im Kaiserfieber“ habe es eine „Darstellung Waldkirchs im 19. Jahrhundert“ gegeben.
Ute Anna Hack habe seit 1984 mit Leidenschaft mit ihrem Ballettstudio die Faszination des Tanzes vermittelt. Dabei tanze sie und ihre Schützlinge nicht nur im Studio, sondern seien darüber hinaus immer wieder bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen zu finden, so zum Beispiel in der Fasnet. „Dank an die Schülerinnen und Schüler, die mit Herzblut tanzen“, so Hack.
Neben der musikalischen Umrahmung durch den Buchholzer Musikverein habe der durch den „Europa Park“ bekannte Christoph Sellenmerten mit seiner Jonglierkunst begeistert, egal ob mit kleinen Bällen oder beleuchteten Kegeln.
Abschließend wohnte man der Verlosung unterschiedlicher Preise bei, gezogen vom Glückskind Jakob Fuchs, um sich dann Gesprächen und dem Imbiss zu widmen.