Welschkorngeister feiern bei Tag und Nacht
Denzlingen (hg). Heute, am „Schmutzige Dunnschdig“, beginnt die heiße Phase der diesjährigen Fasnet: Die Denzlinger Zünfte werden um 18.31 Uhr auf dem Festplatz beim Heimethues mit viel Tamtam den Bürgermeister absetzen. Höhepunkte der Denzlinger Fasnet sind der Nachtumzug und der Umzug am Fasnetmendig.
Bereits am letzten Samstag begann für die Kinder die „Fünfte Jahreszeit“ mit einem großen Umzug, musikalisch begleitet mit schrägen Tönen der Denzlingen Guggemusik „Blächdängler“. Höhepunkte der Denzlinger Fasnet werden zwei Umzüge sein, nämlich ein Nachtumzug (ab 19.11 Uhr) am Freitagabend und der traditionelle Umzug am Fasnetmendig. Sämtliche Uhrzeiten sind dem Welschkorngeister-Magazin entnommen und übrigens nicht unbedingt wörtlich zu nehmen hinsichtlich der Minuten- oder gar Sekundenangaben.
Am heutigen Donnerstag, 12. Februar, um die Mittagszeit wird das Narrenheim beim Heimethues ziemlich voll besetzt sein mit „Großkopfete“ aus dem Rathaus und den Schulen, die mit bisherigen Ehrenkolbenträgern eine köstliche Narrensuppe auslöffeln dürfen. Oberzunftmeister Michael Heizmann und sein hoher Narrenrat werden möglicherweise bei dieser Gelegenheit einen oder zwei weitere Personen mit dem „Ehrenkolben“ auszeichnen, die sich nachweislich um die Denzlinger Fasnet verdient gemacht haben, aber nicht Mitglied der Zunft sind.
Weiter geht es heute bereits um 17.31 Uhr, wobei die Welschkorngeister den großen Narrenbaum vom Rathaus zum Festplatz beim Heimethues überführen werden, den sie bereits vor Tagen – mit Genehmigung des Försters, versteht sich, da es zu dieser Zeit noch keine Narren-Herrschaft gab – auf dem Flissert gefällt haben. Zimmermeister und Ehrenkolbenträger Hubert Ringwald wird mit seinem Team dafür sorgen, dass das mit bunten Bändern geschmückte Narrensymbol fachgerecht und für alle Besucher gefahrlos aufgestellt wird. Wahrscheinlich wird es auch dieses Jahr wieder größer sein als das Rathaus, denn darauf legen die Narren großen Wert.
Im Anschluss daran ist um 18.31 Uhr die Absetzung des Bürgermeisters vorgesehen. Oberzunftmeister Michael Heizmann teilte auf Nachfrage mit, dass er auf jeden Fall einen Blick in die Gemeindekasse werfen werde, nachdem der Kämmerer nicht nur eine leere Kasse, sondern sogar einen unglaublich hohen Schuldenstand verkündete. Nach allen bisherigen Erfahrungen hätten alle Bürgermeister mit dem Kämmerer behauptet, dass die Gemeindekasse leer sei. Mit Sekt und „Berliner“ hätten sie immer versucht, die „Rathausstürmer“ zu besänftigen. Zur Deckung der Umzugskosten am Fasnetmendig bittet die Zunft auf jeden Fall ebenso herzlich wie dringend alle Besucher, eine Umzugsplakette zu kaufen.
Freitag Nachtumzug Am Freitagmorgen, 13. Februar, werden die Denzlinger Zünfte eine „konzertierte Aktion“ starten, nämlich die Denzlinger Kindergärten besuchen, um dem „Narrensamen“ persönlich zu erklären, wer im Dorf bis zum Abend vor Aschermittwoch das Sagen hat. Am Fasnetfriddig (= Freitag vor Fastnacht) werden viele Besucher aus nah und fern auch dieses Jahr wieder einen großen Nachtumzug beobachten können, der um 19.11 Uhr im Oberdorf startet und durch die Hauptstraße bis zum Unterdorf zieht. Mit einer Fasnetparty im Festzelt auf dem Rathausplatz wird der Freitagabend ausklingen.
Fasnetumzug Ungezählt mehr als 10.000 Besucher werden am „Fasnetmendig“ (Montag, 16. Februar) den Denzlinger Fasnetumzug beobachten, der um 14.11 Uhr in der Stuttgarter Straße startet und über die Berliner Straße, Rosenstraße bis zum Rathaus an der Hauptstraße führt. An der Umzugsstrecke, die bereits seit Tagen mit grün-gelben Welschkorngeister-Fähnchen dekoriert ist, werden wieder drei Sprechstellen eingerichtet sein, wo die Besucher bis zur Ankunft des Zuges Stimmungsmusik hören können, ehe ein kundiger Sprecher der Zunft in einer „Endlosschleife“ immer wieder den närrischen Schlachtruf „Narri-Narro“ ruft und die vorbeiziehenden Gruppen und Wagen aus vielen Städten und Gemeinden begrüßt. Bei erwartet gutem Fasnetwetter werden auch diesmal wieder Narrenfreunde aus nah und fern am Straßenrand stehen, die mit ihrem „Narri-Narro-Echo“ die Umzugsteilnehmer begrüßen.
