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Über 200 interessierte Häuslebauer

Denzlingen (hg). Mit einer so großen Besucherzahl hatte man am vergangenen Samstag nicht gerechnet: Der kleine Saal des Kultur- und Bürgerhauses war mit über 200 Besuchern jedenfalls viel zu klein für die erste Informationsveranstaltung über das neue Quartier „Käppelematten“, zu der die Gemeindeverwaltung eingeladen hatte.
Trotz mehrerer zusätzlich beigeschaffter Stühle standen noch viele Besucher während der Veranstaltung neben den Sitzreihen. Wer dies nicht in Kauf nehmen – oder diesen Termin nicht wahrnehmen konnte, kann dies am Mittwoch, 6. Mai, 17.30 Uhr bei der zweiten (inhaltlich gleichen) Infoveranstaltung nachholen.
Das Wort ergriffen neben Bürgermeister Fabian Nitz der Stadtplaner Reinhard Böwer von Freiburger Planungsbüro böwer eith murken, ferner die Architekten Thomas Gauggel und Matthias Gütschow, welche die Konzeptvergabe erläuterten und zu den Fragen der Besucher Rede und Antwort standen. Nicht zuletzt konnten sich die Besucher bereits vor der Saalöffnung im Foyer des KuB anhand von Zeichnungen und Modellen mit „Platzhaltern“ ein konkretes Bild über die Vermarktung des ersten Bauabschnitts Käppelematten machen. Der Ausschuss Eigenbetrieb Bauen der Gemeinde Denzlingen befürwortete den Zeitplan für den ersten Vermarktungsabschnitt des langersehnten Neubaugebietes, der im Juli dieses Jahres beginnen wird. Der offizielle Spatenstich für die Erschließungsarbeiten wird noch in diesem Sommer den physischen Baubeginn markieren, womit die Infrastruktur für ein modernes und nachhaltiges Wohnquartier geschaffen werden soll.
Bürgermeister Fabian Nitz eröffnete die Informationsveranstaltung mit einigen Vorbemerkungen. Er selbst hat bekanntlich „fundiertes Fachwissen in der Stadt- und Regionalentwicklung mit Führungskompetenz und einem klaren Blick für kommunale Herausforderungen“, wie er bereits anlässlich der Bürgermeisterwahl erklärte. Nitz studierte nämlich Architektur und Städtebau in Karlsruhe und Lausanne und absolvierte ein Masterstudium in Stadt- und Regionalplanung an der TU München. Demnach definierte er das Ziel der geplanten Baumaßnahme, nämlich „höchste Lebensqualität durch eine ausgewogene Mischung bedarfsgerechter Wohnformen mit Anschluss an ein klimaneutrales Nahwärmenetz und an das urbane Grün im erweiterten Stadtpark.“
Rund 225 Wohneinheiten Der erste Bauabschnitt im Gebiet Käppelematten ist etwa 4,1 Hektar groß und liegt eigebettet zwischen der Waldkircher Straße, der Glottertalstraße und der geplanten Verlängerung des Denzlinger Stadtparks. Hier entstehen rund 225 Wohneinheiten in voraussichtlich zwölf Mehrfamilienhäusern mit drei bis fünf Vollgeschossen, 26 Doppelhaushälften und vier Einfamilienhäusern. Verkehrsberuhigte Stichstraßen werden in das Wohngebiet hineinführen. Neben kleineren Parkanlagen sind im Sinne des Leitbildes der „Schwammstadt“ diverse Flächen zur Versickerung von Niederschlagswasser eingeplant.
Warum man gerade auf den Käppelematten baue und warum Denzlingen ein „Place to be“ (Ort zum Verweilen) sei, begründete Nitz so: „Ganz einfach: Wir bieten hier das Beste aus beiden Welten. Wir sitzen im Herzen des urbanen Verflechtungsraums der Region Freiburg – mit Oberzentrum und Universitätsstadt.“ Denzlingen sei ein wichtiger Teil dieser Region, kein Vorort, sondern ein „Ankerpunkt, Unterzentrum, Wirtschaftsstandort“. Die Lage von Käppelematten sei „schlichtweg optimal“. Hier realisiere man die „größte Innenentwicklungsmaßnahme der gesamten Region“. Dies sei „genau der richtige Ort für eine nachhaltige und vor allem eine angemessene städtebauliche Entwicklung. Hier liege man „mitten im gewachsenen Ort – und trotzdem in wenigen Minuten überall dort, wo das Leben spielt.“
Überzeugender Werbeblock Des Bürgermeisters Rede glich einem überzeugenden Werbeblock für seine Kommune, wie sie sicher nicht von allen Bürgermeistern im Ländle gehalten werden könnte. So sei „das Schwimmbad fast vor der Haustüre, der Bahnhof in Schlagdistanz, die Nahversorgung um die Ecke.“ Nicht zuletzt warte das rege Vereinsleben Denzlingens auf neue Gesichter. Die Verkehrsanbindung an zwei Bundesstraßen (B3 und B294) und der Bahnhof am Knotenpunkt von Rheintal- und Elztalbahn sei für Denzlingen ein „Joker“. In wenigen Minuten sei man in Freiburg, Emmendingen oder Waldkirch, in einer Stunde in Basel oder Karlsruhe, und zwar sowohl mit der Bahn wie mit dem PkW. Nicht unerwähnt ließ Fabian Nitz seine persönliche Liebe zum Radsport, wobei er die Straße hinauf auf den Kandel als „echte sportliche Herausforderung“ bezeichnete, die direkt vor der Haustüre liege und rund 1.000 Höhenmeter Steigung biete. Hierfür liege die Rekordmarke mit dem Rad bei rund 40 Minuten.
Vor den anstehenden Erläuterungen der Architekten betonte Bürgermeister Nitz, dass man für die Bebauung des Gewanns Käppelematten „lange geplant, diskutiert und die Weichen gestellt“ habe. Daher wolle man noch im bevorstehenden Sommer mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen und somit den „Startschuss für eines der wichtigsten Projekte in unserer Gemeinde“ geben. Der Projekterfolg werde ein Gesamtergebnis von allen Beteiligten sein. Dabei glaube man an die Expertise der Bürger, an gute Architektur und an partnerschaftliche Zusammenarbeit.