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Etabliertes Festival der Freundschaft

Herbolzheim (slw). Die fünfte Auflage des HuG-Großevents „s’fescht“ entwickelte sich in vielerlei Hinsicht zu einem dreitägigen Rekordfestival.
Aus einer ambitionierten Idee heraus, die vor fünf Jahren aufkam, enstand mittlerweile ein etabliert-bewährtes Festival der Freundschaft. So ist „s’fescht“ aus dem Jahreskalender nicht mehr wegzudenken. Der Wettergott hat und hatte meistens einen guten Draht in den nördlichen Breisgau. Und so tröpfelte es pünktlich zur Eröffnung nur noch zeitweise – das letzte Nieseln während des gesamten Spektakels.
Die hauseigene Guggemusik Pflüme-Quätscher aus Wagenstadt verspätete sich, holte aber im taktvollen Eiltempo diese Verzögerung wieder auf. HuG-Vorstandsmitglied Christian Körkel vollzog die offizielle Eröffnung schon inmitten des Menschenpulks, um die stimmungsvolle festliche Atmosphäre hochzuhalten.
Sehr viel Spaß im Orga-Team Vorsitzender Philipp Ulmer sagte, trotz intensiver und zeitaufwendiger Vorbereitung habe die Planung dem Orga-Team sehr viel Spaß bereitet. Dies sei zugegebenermaßen eine „alljährlich große Hausnummer“, aber der folgende immense Andrang mit Besuch und Konsum belohne diese Vorbereitungsarbeit bestens. Das offene Erfolgsgeheimnis sei der reibungslose Kontakt mit Verwaltung und Bauhof. Für Bürgermeister Thomas Gedemer sei die Genussmeile eine lange Tafel der Freundschaft. Hier treffe sich Alt und Jung, Einheimische und Gäste. Alle fühlen sich wohl und genießen das Fest.
Kaum hatte er das Mikro zur Seite gelegt, demonstrierte die Guggemusik ihren langen Atem. Bereits ab 18 Uhr sorgte „DJ Achim W.“ für ein fetziges Warm-Up. Auf der Bühne beim Rathaus, am anderen Ende des längsten Tresen der Raumschaft, gab sich „Crushing Jars“ die musikalische Rockehre. Die Pflüme-Quätscher defilierten durch die zwischenzeitlich engmaschigen Reihen. Die „Just-Lucky-Band“ und DJ Mo beglückten die Gäste bis weit nach Mitternacht.
Fortsetzung am Samstag Bummeln, kaufen und genießen hieß es auch am Sonnabend. Wert legte der Veranstalter neben den kulinarischen und Genüssen auf ein erlesenes Weinreservoir und prickelndes Sektangebot. Mehr als 30 Weingüter kredenzten ihre Produktpalette. „s‘ Probierle“ war wieder der Renner. Für zehn Euro gab es den Genussschein beim Torhaus. Vier Weine konnten nach eigener Wahl gekostet werden. Auch klangliche Vielfalt wurde nicht vermisst. Die weitgereiste Band kam aus Mannheim. Die DJ’s Schmüsli und Axel F. Liesen ihre tönenden Konserven zum Leben erwecken, ebenso „The Basement“ und „Endstation Sehnsucht“.
Der Wein stand ohne Zweifel im Mittelpunkt. Die Weinbauer öffneten ihre Keller mit ihren Spezialitäten. Eine Attraktion bot Sommeliers Jannik Moog mit seiner kreierten Weinroute an. Das Motto: „Acht Weine, eine Route, dein Tempo“ wurde der Rebensaft auf charmante Weise lebendig. Vom spritzigen Aperitif bis zum fruchtigen Finale reichten die Qualitätserzeugnisse, alles handverlesen vom Genussbotschafter Jannik Moog.
Krönendes Sonntagsfinale Ideales Weinwetter auch am Schlusstag. „Sürpfle, horche, schlemme“, drei Gebote die alle beherzigten. Spätestens nach dem dritten Achtele verstand auch der Fremde den Galura-Slang: genüsslich nippen, ganz Ohr sein und beglückend schlemmen. Zum bunt gespickten Programm öffneten auch die Geschäfte entlang der Hauptstraße und luden zum Stöbern und feilschen beim verkaufsoffenen Sonntag ein.
Schon vor der offiziellen Eröffnung wimmelte es an Schaulustigen und Schnäppchenjägern. „Off Beat“, Markenzeichen, laut, lässig, live, war der Einheizer. Das Kontrastprogramm fand beim Torhaus statt. Hans & seine Herzblutmusikanten erfreuten die Volksmusikliebhaber. Die Jungmusiker der Stadtmusik nutzten die Bühne um sich vor dem Publikum zu präsentieren. Die Kinder amüsierten sich mit Karussellfahrten, Hüpfburg und einem großen Spieleangebot.
WM live am Rathausplatz Wenngleich der samstägliche Ansturm nicht mehr ganz erreicht wurde, konzentrierte sich zum s’fescht-Ende alles Richtung Rathausplatz. Auf Großleinwand wurde das WM-Spiel Deutschland gegen Curacao übertragen. Neben dem siebenfachen Jubel munkelten so mancher Fußballfan, dass Philipp Ulmer übersinnliche Kräfte oder einen direkten Draht zur FIFA haben muss, denn ausgerechnet zum Festausklang spielte Deutschland zur besten Anstoßzeit.
Am Montagmorgen zog Ulmer beim Aufräumen ein erfreuliches Fazit. Drei Tage glückliche Menschen mit einem Rekordsamstag. Eine gelungene Veranstaltung, die den Zusammenhalt Stadt, HuG und Einwohner gestärkt hat. Nach dem Fest ist vor dem Fest. Die Vorplanungen für s’fescht 2027 sollen in den nächsten Tagen anlaufen.