Schlussakkord bei 40 Grad: Am Samstag fand die letzte Auflage des „Burkina Faso Benefizz-Festivals“ statt
Bei 40 Grad war der Nimburger Baggersee am Samstag so etwas wie der „Place to be“. Auf der Liegewiese vor dem Kiosk nutzten Hunderte Menschen die Gelegenheit, um nach einer tropischen Woche ins kühle Nass zu springen. Und abends ging die Szenerie nahtlos in das „Burkina Faso Benefizz-Festival“ über.
Mit ihrem Kult-Ereignis waren die Mitglieder des Movement-Vereins vom benachbarten DLRG-Heim wieder zurück an den Ursprungsort gezogen. Schon am Vortag hatten sie alles vorbereitet. Gleich links am Eingang nahm ein großer Bewirtungsbereich mit Essens- und Getränkebuden, einem Merch-Stand sowie einem schattenspenden Pagodenzelt die Besucher in Empfang. Die Bühne, das Pavillon für den Mischer und einen weiteren Getränkestand hatten die Mitglieder rechts am Waldrand platziert.
Gegen 16 Uhr startete das Programm mit Kinderaktionen. Unter den Bäumen neben dem Kiosk demonstrierte unter anderem der Zauberer Giacomo Spirelli seine Kabinettstückchen. Ab 18 Uhr verlagerte sich das Geschehen hin zur Bühne. Weil viele Badegäste lange blieben und sich immer mehr Festivalbesucher hinzugesellten, entwickelte sich eine hippyeske Mischung im Publikum. Auf Decken verfolgten Hunderte die erfrischenden Auftritte der beiden Teenie-Bands „Electric Swords“ („Joker And The Thief“) und „7 Flames“ („Alles nur geklaut“). Zudem mischten Gitarrist Mamadou Dumbouya und „Jeff Benzos“ vom Hiphop-Kollektiv „Emmendingen lebt“ afrikanische Gitarrenrhythmen mit deutscher Wortkunst.
Ab 21 Uhr übernahmen schließlich die Rockbands der Kommando. Zunächst sorgten „Magister“ aus Freiburg mit ihrem „Heavy Krautrock“ dafür, dass die mit Picknickdecken überzogene Wiese allmählich zur Tanzfläche wurde. Anschließend gab die Emmendinger Indie Deley-Formation „The Enshins“ nach acht Jahren Auszeit ein umjubeltes Comeback. Dabei warf sich der Movement-Vorsitzende Michael Bührer sogar „stagedivend“ von der Bühne in die Menge. Herrlich: an diesem heißen Sommerabend tanzten einige sogar im Bikini. Das krönende Finale bildete schließlich das Konzert von „Stereo Dynamite“.
Die „Punk HC“-Band aus Freiburg spielte den Schlussakkord für alle Zeit. Schon im Vorfeld hatte Movement verlauten lassen, dass es sich um das letzte „Burkina Faso Benefizz“-Festival handelt. In einer herzergreifenden Ansprache hatten Cheforganisator Michael Bührer und Jana Bührer, die sich um das Kinderprogramm kümmert, allen gedankt, die das Ereignis in den letzten 20 Jahren zur Kult-Veranstaltung haben werden lassen. Dass es das letzte Mal ist, konnten viele Gäste nicht glauben: zu groß war die Resonanz, zu ausgelassen wurde gefeiert. Vielleicht, so der Wunsch vieler Gäste, gibt es in ein paar Jahren ein Revival in anderer Form.
Fotos: Svenja Heidkamp



