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200. Geburtstag von Friedrich I.

Ausstellung zum Geburtstag des Großherzogs am 9.9. im Großherzoglichen Palais / Sonderführungen

Badenweiler. Am 9. September 2026 hätte Großherzog Friedrich I. von Baden seinen 200. Geburtstag gefeiert. In seiner fast 50-jährigen Regentschaft wandelte sich das Großherzogtum nachhaltig – und er lenkte die Geschicke des Landes. Badenweiler hatte für ihn und auch für seine Nachkommen einen besonderen Stellenwert. Anlässlich des Jubiläums würdigen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg diese innige Verbindung mit der Ausstellung „Ein Großherzog und sein Kurort. Zum 200. Geburtstag von Friedrich I.“

„Die historische Bedeutung dieser Beziehung für Badenweiler ist kaum zu unterschätzen. Sie ist ein wichtiger Teil seines kulturellen Erbes und prägt den Ort bis heute mit,“ sagte Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten, bei der Eröffnungsfeier im Juni. Diese Ausstellung sei ein weiterer Schatz für Badenweiler, äußerte Bürgermeister Vincenz Wissler. Der Rathauschef hob die progressive Gesinnung des Monarchen hervor: „Während andere auf die Vergangenheit blickten, setzte er auf Reformen.“

Diese offenbaren sich auch architektonisch, wie das Großherzogliche Palais zeigt. Im Auftrag Friedrich I. wurde es im Stile der Neo-Renaissance umgestaltet und diente der Familie lange Zeit als Sommerresidenz. Jetzt in unserer modernen Zeit bietet das sehr schöne und elegante Bauwerk vor allem kulturellen Veranstaltungen und verschiedenen Ausstellungen einen angemessenen festlichen Rahmen.

Friedrich I. im Fokus

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Leben und Wirken des Jubilars und seine tiefe Verbindung zum Kurort. Auf mehrere Räume verteilt, vermitteln 19 Tafeln Einblicke in das ereignisreiche Leben des Großherzogs Friedrich I. Man schätzte ihn als hochgebildeten und liberalen Herrscher. Er brachte Gewerbefreiheit und das geheime und gleiche Wahlrecht für Männer auf den Weg. Er gilt als einer der bedeutendsten Förderer von Kunst und Wissenschaft in der badischen Geschichte. Mit Postkarten, Fotografien, Münzen, Mitmachstationen und vielem mehr tauchen die Gäste ins Baden des 19. Jahrhunderts ein und können zum Beispiel eine historische Schulbank drücken und mittels eines Griffels auf einer Schiefertafel schreiben.

Zeitzeugeninterviews

Ein ganz besonderes Highlight der Ausstellung sind die Zeitzeugeninterviews. Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse mit der letzten Großherzogin Hilda von Baden – der Schwiegertochter Friedrichs I. – und dem Palais im Kur- und Schlosspark. Die Interviews wurden im April von Markgraf Bernhard von Baden geführt. Sie verleihen der Geschichte des Ortes sowie der herrschaftlichen Familie eine persönliche Note. „Mit den Zeitzeugeninterviews und der Ausstellung im Allgemeinen wollen wir sowohl die Menschen aus Badenweiler als auch die Gäste des Kurorts für dieses besondere Kapitel der Ortsgeschichte begeistern,“ so Dr. Moritz Lange, Projektleiter und Oberkonservator der Staatlichen Schlösser und Gärten.

Sonderführungen

Anlässlich des 200. Geburtstags von Großherzog Friedrich I. von Baden am 9. September laden die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zu vier Sonderführungen durch die Ausstellung „Ein Großherzog und sein Kurort“ ein. Die 60-minütigen Führungen bieten Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam mit ihrem Projektleiter zu entdecken und Hintergründe zu ausgewählten Themen und Objekten zu erfahren. Dr. Lange führt am Freitag, 11. September, um 14 und 16 Uhr sowie am Samstag, 12. September, um 11 und 14 Uhr durch die Schau im Großherzoglichen Palais. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung unter info@kloster-maulbronn.de möglich. Zum regulären Ausstellungseintritt kommt ein Führungsaufschlag von 2 Euro pro Person hinzu.

Ausstellung bis Dezember

Die Ausstellung „Ein Großherzog und sein Kurort“ ist noch bis einschließlich Sonntag, 13. Dezember, im Großherzoglichen Palais (Blauenstraße 2) zu sehen. Regulär ist sie freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Jutta Huber